Ostern 2020

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Ich kann nie tiefer fallen als in die Hände Gottes...
Admin Steig,
Diesen Satz, den der evangelische Pfarrer und Kirchenliederdichter Arno Pötzsch (*1900, †1956) formulierte, habe ich leicht abgeändert. Ich spreche mich damit an. Es ist so etwas wie mein Mantra. Zu spüren, dass ich in schwierigen Zeiten, wie wir sie gerade erleben, nicht ins Bodenlose falle, sondern in die liebevollen Hände Gottes, ist eine wunderbare Gewissheit.

"Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein" heißt es im Römerbrief 8,31.
Eine weitere Gewissheit.

Wieso brauchen wir Sicherheiten? Wir sitzen gerade alle mehr oder weniger zu Hause und schauen, lesen oder hören Nachrichten, die uns ängstigen. Wir fürchten um die, die uns nahe stehen und wir leiden mit allen, die ihr Leben lassen. Während Existenzängste aufkommen, kursieren nun auch noch Videobotschaften von Medizinern in den sozialen Netzwerken, die das Gegenteil behaupten. Ihr Fazit, die Krise sei aufgebauscht und die Politik falsch beraten. Dies trägt nicht gerade zur Beruhigung bei. Was und wem sollen wir denn glauben?

Sich in die Hände Gottes fallen zu lassen, ist ein guter Anfang, wie ich finde. Es ist die Entscheidung für die Liebe und gegen die Angst. Aus dieser Liebe heraus kann ich wieder handeln und vertrauensvoll in die Zukunft blicken.
Sich jemandem anzuvertrauen ist kein Zeichen der Schwäche. Sich auf Gott zu verlassen ist ein Zeichen der Stärke. Es ist die Aufgabe unseres Egos, das sich nur allzu gerne an der Angst labt. Sich hingegen auf Gott zu verlassen, ist die mutige Entscheidung, Platz zu machen für den Heiligen Geist.

Und so steht Ostern dieses Jahr für uns alle in einem ganz besonderen Zeichen. Wir können es nicht gemeinsam feiern, Traditionen sind über den Haufen geworfen und niemand weiss, wann wieder Gottesdienste stattfinden dürfen. Und dennoch ist Ostern nicht abgesagt, Ostern findet statt. So wie wir uns für unsere Alltagsgeschäfte online verbinden, so können wir uns als Gemeinde im Geiste und im Gebet verbinden und Gottesdienst feiern. Ostern ist die Kraft, die Auferstehung und die Überwindung der Leidenszeit. Ostern ist die Liebe, die am Ende immer gewinnt.

Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute, Frieden und Gottes Segen!

Stephanie Signer, Mitarbeiterin Sozialdiakonie


Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand, die er zum Heil uns allen barmherzig ausgespannt. (Arno Pötzsch, 1941)