Die Liebe ist zäh

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Der diesjährige Gottesdienst zum Valentinstag stand im Zeichen des Hohelieds der Liebe. Es ist im ersten Brief von Paulus an die christliche Gemeinde in Korinth zu finden.
Beatrice Kunz Pfeiffer,
Wie letztes Jahr beleuchteten Katharina Giger-Gasse, Sopran und Peter Geugis, Orgel und Keyboard das Thema mit Liebesliedern, u. a. von Johann Sebastian Bach, Phil Collins, Michael Haydn und Eros Ramazzotti. Und damit legten sie für die Gottesdienstbesucher und -besucherinnen einen wunderbaren Boden für eigene Gedanken.

Einer der Sätze aus dem Hohelied lautet: „Die Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Sie hört niemals auf.“

Bäume dünken mich ein schönes Bild für diese zähe Liebe: Die Arvenbäume in Tamangur im Unterengadin wachsen auf über 2000 Metern, bei Temperaturen bis zu 40 Grad unter dem Gefrierpunkt. Auffallend oft stehen zwei Bäume nahe beisammen. Sie scheinen sich beim Wachsen gegenseitig zu stützen und zu stärken. So werden sie miteinander bis zu 1000 Jahre alt. Die Engadiner Schriftstellerin Madlaina Stuppan lässt die Arvenbäume sprechen: „Wir sind, stehen und bleiben. Wir weichen nicht, du wirst es sehen. Denn wir haben gesehen und wissen, dass jeder Winter dem Frühling Platz macht.“ Die zähen Arven lassen uns das Miteinander entdecken und öffnen uns den Blick für die Zukunft, die Gott uns verheisst.