Begegnung mit dem Wetterfrosch

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Zuhinterst im Muotathal, im Weiler Bisisthal, müssen sich die schweren Wolken zuerst erleichtern, wenn sie sich vom Westwind über die steilen Berggipfel hinweg tragen lassen wollen. Daher regnet es hier so viel wie nirgendwo in der Schweiz. Kein Wunder nahm hier eine ganz besondere Kunst ihren Anfang: Jene der Wetterprophezeiung.
Beatrice Kunz Pfeiffer,
Ihr Sinn ist es, den Bauern vorauszusagen, wann es endlich wieder einmal trocken ist und sie heuen können. "Das A und O der Wetterprophezeiung ist die Beobachtung des Windes", erklärte Roman Ulrich, einer der sechs amtierenden Wetterfrösche, der uns in der Huskylodge in Muotathal eine Stunde lang bestens unterhielt, nachdem wir einen Teller feinster
Älplermagronen mit Apfelmus genossen hatten.

Augenzwinkernd weihte Ulrich uns in die Geheimnisse seiner fünf Wetterfrosch-Kollegen ein, bevor er seine eigene Methode erläuterte, die sich auf Bauernregeln stützt. Von seinen zahlreichen Witzen, mit denen er seinen Vortrag auflockerte, ist mir folgender geblieben:

Ein Tourist verliert beim Wandern oberhalb von Bisisthal im Nebel die Orientierung und wird
schliesslich von der Nacht überrascht. Zum Glück sieht er in der Höhe ein Licht, dem er folgen
kann. Er erreicht eine kleine Hütte und klopft an. Ein altes Mütterlein mit gebogener Hakennase
und einem Raben auf der Schulter öffnet ihm. Er bittet um ein Nachtlager. Sie sagt: „Du kannst
gerne auf dem Sofa in der Stube übernachten, und wenn Du herausfindest, was für einen Vogel
ich auf der Schulter trage, darfst Du auch das warme Bett mit mir teilen". Der Wanderer in seiner
Not erwidert: „Es ist ein Delfin!“ Worauf das Mütterlein erwidert: „Ok, Delfin kann ich gerade
noch gelten lassen.“

Unter der Leitung des erfahrenen Chauffeurs der Firma Rattin, Walter Schöpfer, erlebten wir am 21. August eine abwechslungsreiche Fahrt durch die hügelige Seenlandschaft der Innerschweiz. Der Rückweg führte uns auf den Aussichtspunkt Raten (1077 m ü.M.), wo wir ein feines Wunsch-Zvieri serviert bekamen, bevor es dann über den Seedamm und Rapperswil wieder Richtung Schaffhausen ging.

Ein herzlicher Dank gebührt Paula Tanner für die Organisation. Und Sie alle, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, haben wesentlich zu einem fröhlichen, gelungenen Ausflug beigetragen, der noch lange in Erinnerung bleiben wird!

Beatrice Kunz Pfeiffer, Pfarrerin
Gemeindeausflug_2019
24.08.2019
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