"Jeder Schritt auf dieser Erde soll ein Schritt zum Frieden sein ..." (RG 842,1)

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Franz Fischer, Kniende, 1944
Gottesdienst anlässlich des 1. April 1944 - Gedenken in der Sprache dreier Kunstwerke

Am Sonntag 7. April 2019 fand im Schaffhauser Münster ein Gottesdienst zum 75-jährigen Gedenken an die Bombardierung Schaffhausens vom 1. April 1944 statt. An jenem tragischen Vormittag bombardierten amerikanische Bomber die Stadt - 40 Todesopfer, viele Verletzte und hunderte Obdachlose waren die Folge. Rund 60 Personen nahmen an dem bewegenden Gottesdienst teil. Pfarrer Andreas Heieck und Luca Stoppa, Historiker vom Museum zu Allerheiligen, führten durch den Gottesdienst, mit einfühlenden Werken von Peter Leu an der Orgel begleitet.
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Im Zentrum standen drei Kunstwerke, welche in unterschiedlicher Weise zum Gedenken an das tragische Ereignis einluden. Beim ersten Kunstwerk handelte es sich um den Entwurf für das Denkmal der Bombenopfer, der von Karl Geiser (1898-1957) geschaffen wurde, jedoch nie umgesetzt worden war. Geiser verstarb vor der Vollendung, sodass sich heute zwei andere Skulpturen von ihm als Denkmal in Schaffhausen befinden. Der Originalentwurf war im Münster aufgestellt und konnte vor und nach dem Gottesdienst aus der Nähe betrachtet werden – alle Werke wurden zudem auf eine Leinwand projiziert. Das zweite Kunstwerk, das zur Sprache kam, war die Steinskulptur auf dem Waldfriedhof, die Franz Fischer (1900-1980) gestaltet hat. Franz Fischer setzte sich in einem Wettbewerb unter anderen auch gegen Ernst Suter (1904-1987) durch, dessen Entwurf das dritte Kunstwerk darstellte.

Während Luca Stoppa die drei Werke sorgfältig und anschaulich in deren geschichtlichen und kunsthistorischen Kontext setzte, ergänzte Andreas Heieck die Überlegungen feinsinnig mit theologischen Gedankengängen. Durch von ihm gewählte Zitate aus der Bibel eröffnete er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen weiteren Zugang, um sich mit Gewalt, Tod, aber auch Widerstehen, Wiederaufrichten und Gedenken auseinanderzusetzen.

Gekonnt und sprachgewandt verband Pfarrer Heieck die Geschichte mit der Gegenwart. Immer wieder verwies er auf das aktuelle weltweite Kriegsgeschehen und forderte Solidarität mit den Opfern von Gewalt. Diese Botschaft wurde insbesondere auch durch die Lieder hervorgehoben.
Gottesdienst 7.4.19
Bilder Gottesdienst 7.4.19
08.04.2019
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