Thomasmesse Demenz

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Das aktuelle Thema und der grosse Chor RUNDADINELLA sorgten für ein gut gefülltes Münster. Rund 300 Menschen benutzten die Gelegenheit, in diesem wohltuenden Rahmen das problembeladene Thema einmal von einer anderen Seite anzugehen.
Wolfgang Pfalzgraf,
Der Demenz die Angst nehmen

Am 6. April 2019 fand im Münster in Schaffhausen wieder eine Thomas-Messe (für Zweifelnde und andere gute Christen) statt. Das ThomasMesse-Team unter der Leitung von Pfr. Matthias Eichrodt hatte im Münster eine volle Kirche. Dem Thema «Demenz – Vergissmeinnicht» hat sich das ThomasMesse-Team auf vielfältige Weise genähert. Michèle Wiehler hat die Gemeinde durch den Abend geführt. Der RUNDANDINELLA-Chor unter der Leitung von Vreni Winzeler hat dem Abend mit extra zum Thema passenden Liedern eine wertvolle Erweiterung gegeben.

Im Interview mit Michèle Wiehler haben Heike Gauss und Cornelia Wunderli von der Beratungsstelle Alzheimer SH versucht, wichtige Informationen zum Thema Demenz darzulegen.
Die Predigt von Arzt und Pfarrer Kurt Müller war dem Thema aus biblischer Sicht gewidmet und zeigte am Beispiel von Arno Grün und dessen Vater auf, dass Demenz eine Beziehung auch wesentlich entspannen und bereichern kann.

In der offenen Phase, die zu jeder Thomas-Messe gehört war wieder ein reiches Angebot: Kerzen anzünden, zusammen Taizé-Lieder singen, gesalbt und gesegnet werden, Gespräche mit den Vortragenden zu führen, Fürbitten aufzuschreiben, sich über die Alzheimervereinigung zu informieren oder einfach an der MünsterTheke sich bei Kaffee und Zopf zu stärken.
Beim anschliessenden Abendmahl vorne im Münster hat Pfr. Joachim Finger in der Tradition von Jesus alle Anwesenden bedingungslos zum gemeinsamen Essen und Trinken eingeladen. Unabhängig von der Glaubenshaltung und Konfession.

Das ThomaMesse-Team hofft, dass das Thema nun etwas weniger gefährlich oder unbestreitbar erscheint. Es hofft, dass in der Gesellschaft ein Gefühl aufkommt: Es gehört zum Leben älter zu werden, alt zu werden. Auch an Demenz zu erkranken kann dazu gehören. Aber an Demenz zu erkranken muss nicht mit Angst verbunden sein, weder für die Angehörigen, noch für die Betroffenen.
Die vorgelesene Fürbitte: «Oben klar und unten dicht, mehr wünsche ich nicht. » zeigt aber deutlich auf, wie gross die Angst vieler Menschen vor einer Demenz ist. Leider ist es der Veranstaltung zu wenig gelungen aufzuzeigen, welche grossen Chancen und Geschenke uns Menschen mit Demenz anbieten und die wir oft übersehen. Aus meiner Erfahrung lehren sie uns, besser als jede Yoga-Lektion, im Hier-und-Jetzt zu leben, Ruhe zu finden, nur eine Frage aufs Mal zu stellen, uns auf das wesentliche zu konzentrieren. Mit ihrer Fähigkeit, Emotionen wie Seismographen wahr nehmen zu können, zeigen Sie uns immer wieder, wenn wir nicht echt sind. Mit den Büchern «Blickrichtungswechsel» und «Martha du nervst» hat mir Brigitta Schröder aus Langwiesen verborgene Schätze gezeigt, von denen ich hier gerne gehört hätte. Gerne würde ich der Verfasserin der Fürbitte die Veranstaltung demenzmeet.ch in Zürich empfehlen. Hier könnte sie erleben welche Bereicherungen Menschen mit Demenz für Sie und für die Gesellschaft sein können, wenn wir uns auf sie einlassen lernen.

Die Kollekte ist für den Entlastungsdienst der Alzheimer-Vereinigung bestimmt. Diese nimmt sich der wichtigen Aufgabe an, die Angehörigen von Menschen mit Demenz zu entlasten. Der Entlastungsdienst für betreuende Angehörige übernimmt individuelle Betreuung der Menschen, die die Angehörigen tagtäglich betreuen, pflegen und umsorgen. Kompetente, auf diese Aufgabe vorbereitete Mitarbeiterinnen übernehmen Ihre Betreuungsaufgaben, unterstützen fachkundig und einfühlsam, entlasten Angehörige in Ihrer Dauerpräsenz, lösen sie regelmässig und punktuell ab.
Dazu übernimmt die Alzheimervereinigung die Kosten von 25 Franken pro Stunde für eine Betreuerin, die während zwei Stunden die Verantwortung für den Menschen mit Demenz übernimmt. So können die pflegenden Angehörigen kurz aufatmen, auftanken, einmal die Woche zum Coiffeur, mit einer Freundin einen Kaffee trinken oder für sich endlich in Ruhe und unbeschwert Schuhe kaufen.