Lukas P. Huber

9 Väter, 22 Kinder und 680 Pet-Flaschen

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Va-Ki-WE 2016 Regenbogen basteln

Höhepunkt der fünften Ausgabe des Vater-Kind-Wochenendes war zweifellos das Floss, mit dem sich die Väter mit den Kindern auf den Rhein begaben. Es wurde von 680 Pet-Flaschen auf dem Wasser gehalten. Doch auch das Malen, Spielen und Geschichten Hören kam nicht zu kurz.
Lukas P. Huber,
Neun Väter der Kirchgemeinde Löhningen–Guntmadingen trafen sich mit ihren Kindern am Freitag, 17. Juni 2016, im Begegnungszentrum in Rüdlingen zur diesjährigen Ausgabe des Vater-Kind-Wochenendes mit dem Titel «Der Mann und das Boot». Die meisten von ihnen waren mit dem Velo angereist, wobei sie – passend zum Thema Noah – tiefe Pfützen auf den Velowegen zu bewältigen hatten.

Hervorragend verpflegt von Margrit Filippi, Barbara Spörndli und Ursula Schöttli, startete das Wochenende nach dem Znacht mit einem Puzzle zum Thema. Stefan Roost brachte mit einem Foto-Orientierungslauf die Familien dazu, das Gelände zu erkunden. Um 20.30 Uhr liess Markus Ellenberger die Kinder in einer Art Rad-Zeitmaschine die Zeit zurückspulen bis zum Leben von Noah. Er erzählte, wie die Zeiten böse waren und Noah von Gott den Auftrag erhielt, einen grossen Kasten zu bauen, in dem die Tiere und die guten Menschen gerettet werden sollten; alle bösen Menschen sollten die kommende Flut nicht überleben. Als die Kinder im Bett waren, leitete Pfarrer Lukas P. Huber ein Gespräch an über das Bedürfnis, das manche Menschen packt, eine belastende Situation mit einem einzigen Kraftakt zu bereinigen. Bald zeigte sich in der Diskussion, dass es häufig das Problem nicht löst, wenn man sich mit einem Knall aus einer anstrengenden Ehe löst oder im Unfrieden eine Arbeitsstelle kündigt. Nach der Diskussion blieb noch genügend Zeit, um bei ein paar Flaschen Wein über Alltägliches zu reden.

Der Samstag Morgen war gefüllt mit einem Postenlauf und den Vorbereitungen auf den Höhepunkt am Nachmittag. Die Kinder konnten aus drei zum Thema passenden Posten auswählen: ein Pet-Flaschen-Floss bauen, die Segel bemalen und Würste in einer Räucherkammer haltbar machen (während einer monatelangen Sintflut braucht es in der Arche schliesslich nicht verderbliche Nahrung).

Während die einen Kinder – vorwiegend Buben – die Pet-Flaschen-Deckel an die Schalbretter anschraubten und die Flaschen an die Deckel schraubten, bemalten die anderen Kinder – vor allem Mädchen – das Segel mit Tier- und Menschenspuren. Die dritte Gruppe betrieb eine Räucherkammer, kümmerte sich um konstantes Feuer und eine gute Verbindung zu den Würsten, die in der Räucherkammer hingen.

Nach einem feinen Mittagessen wurden gerade alle zusammengerufen, als sich dunkle Wolken am Himmel zeigten und der Regenradar ein Gewitter voraussagten. Das Team (Robert Brönnimann, Markus Ellenberger, Lukas Huber und Stefan Roost) beschloss, das Gewitter im Haus abzuwarten und dann erst zum Rhein zu gehen. Das Gewitter kam nicht.

Eine halbe Stunde später war es so weit: Die Kinder wanderten mit den Vätern zusammen zum Gebiet «Im Woog», um das Floss dort zu wassern. Eigentlich war geplant, auf dem Rhein zu fahren, doch wegen des Hochwassers beschlossen die Väter, im Hinterwasser der Gegend das Floss an einer Sicherheitsleine stationär zu halten. Mehreren Müttern war es im Vorfeld unwohl beim Gedanken, dass die Männer mit den Kindern auf dem Floss in den Rhein wollten, doch, wie ein Vater feststellte, wenn die Mütter nicht ein bisschen Angst haben, macht man am Vater-Kind-Wochenende etwas falsch. Wie auch immer: Den Kindern, mit Schwimmwesten versehen, gefiel es auf dem Floss.

Abends in der Gute-Nacht-Geschichte erzählte Lukas Huber, wie Noah irgendwann den Befehl bekommt, mit seiner Familie und den Tieren die Arche zu besteigen, wie die Sintflut kommt, die bis dann bekannte Welt zerstört, und wie Noahs Leute ein halbes Jahr auf dem Wasser treiben. Als sie nach Regen-Ende landen, müssen sie noch lange warten. Erst beim dritten Vogelflug bringt die Taube schliesslich einen Ölzweig im Schnabel zurück.

Als die jüngeren Kinder zur Ruhe kamen und die älteren im Nebenraum spielten, konnten sich die Väter wieder Bier, Wein und Chips widmen.

Am Sonntag morgen feierte die ganze Gemeinschaft einen Gottesdienst, Markus Ellenberger erzählte die Geschichte der Sintflut zu Ende: Wie Gott den Regenbogen als Zeichen dafür gibt, dass von nun an nie mehr alles zerstört werden solle, sondern nie aufhören werde «Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht», wie es in 1. Mose 8,22 heisst. Pfarrer Lukas Huber sagte dann, vor allem zu den Vätern gerichtet, dass man die Noah-Geschichte von hinten her lesen müsse: Die Pointe der Geschichte sei, dass Gott die bösen Neigungen der Menschen akzeptiert und sie trotzdem segnet. Der Regenbogen sei das Zeichen, dass Gott zwar über vieles traurig und wütend ist, was Menschen tun, dass er ihnen aber trotzdem die Treuer hält. Er verwies auf das Segel: Dort hatten die Kinder unter einem Regenbogen zwei Fussspuren gezeichnet: eine mit grossen, eine mit kleinen Füssen. Das sei das Versprechen der Noah-Geschichte: Gott segnet Grosse und Kleine auf ihrem Weg durch die Welt.

Robert Brönnimann leitete die Kinder dann an, mit Elektrikerdraht einen Regenbogen auf einem Brett herzustellen. Nach Mittagessen und Putzen kam das Vater-Kind-Wochenende mit der Velofahrt nach Hause zu einem schönen Ende.
Bereitgestellt: 21.06.2016     
aktualisiert mit kirchenweb.ch