Znüni-Pause, Pizza und Hot Dog vor der Kirche

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Während der Kirchenwoche Mitte Juni trafen sich jeden Tag Gäste an den Tischen auf dem Platz vor der Gächlinger Kirche. In und um die Kirche konnten die Kinder in einer Schnitzeljagd Geschichten entdecken und die Erwachsenen bekamen Einblick in die Arbeit des Bestattungsbeamten.
Marianne Näf-Bräker,
Zum Start türmten sich die Bücher auf den Tischen vor der Kirche. Am Flohmarkt gab es alles, was das Herz einer Leseratte höher schlagen lässt: Klassiker und Schaffhauser Geschichten, die zum Teil vergriffen sind, Jugendbücher, ganze Krimi-Reihen, aber auch Kochbücher und andere Sachbücher. Wer keine Zeit hatte, den Flohmarkt zu besuchen, kann sich weiterhin im Gestell bedienen, das in der Kirche steht. Es ist ein Hol- und Bringplatz für Bücher aller Art, der auf regen Gebrauch wartet. Die Kirche ist täglich geöffnet und die Bücher stehen dort am „Schärme“.

Um das „Buch der Bücher“ – die Bibel- ging es im Gottesdienst, bei dem Sebastian Ebi die Predigt hielt und seine Mitbewohner der Pfarrhaus-WG eine passendes Szene spielten. Die Bibel ist ein Buch, das von allen Menschen gelesen und verstanden werden kann. Es erzählt, wer Gott ist und gibt Orientierung im Leben. Um biblische Geschichten drehte sich auch die Schnitzeljagd, die für Kinder in und um die Kirche zum Rätseln und Basteln einlud. Am Dienstag wurde sie von den Unti-Kindern mit der Katechetin Bea Niklaus besucht. Am Donnerstag hiess es: Fiire mit de Chliine und Familien-Znacht. Trotz des sommerlichen Wetters trafen sich ein Dutzend Kinder mit ihren Müttern und Oma zur Feier, in der es um die Frage ging, ob gute Freunde streiten dürfen. Die Antwort war: „Ja, sie dürfen“ und es ist schön, wenn sie wieder Frieden schliessen können. Passend zur Geschichte, bei der die versöhnten Freunde am Bach mit Schiffen spielten, falteten die Kinder Papierschiffe und liessen sie im Planschbecken schwimmen.

Den Kirchenraum und den Friedhof entdecken
Nach dem Neu-Mitglieder Apéro liessen sich etwa zehn neugierige Besucher von Pfarrer Werner Näf durch die Kirchenräume führen. Die Baugeschichte des 177jährigen Gebäudes hat Spuren hinterlassen. Der grossen Raum ohne Säulen mit seinen einmaligen Fenstern wird von modernster Technik gesteuert. Sowohl Heizung, als auch Licht und Akustik können am Computer programmiert werden.
An einem anderen Abend erzählte der Bestattungsbeamte Daniel Schellenberg einer kleinen Gruppe von Interessierten von seiner Arbeit, die sich längst nicht nur auf den Friedhof beschränkt. In den dreissig Jahren, die er in dieser Funktion überblicken kann, hat das Administrative massiv zugenommen. Auch die Wünsche rund um eine Bestattung sind vielfältiger geworden. Viele werden nach Möglichkeit erfüllt. Aber der Fachmann ist auch Berater, was den Abschied vom physischen Teil eines lieben Menschen betrifft und kann einschätzen, was hilfreich ist.
Die fünfte Gächlinger Kirchenwoche war nur möglich, weil viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirchgemeinde mit grossem Einsatz als Gastgeberinnen wirkten, was besonders in der täglichen Znüni-Pause auf grossen Anklang stiess. Die Botschaft der Kirchenwoche ist hoffentlich angekommen: Mitten im Dorf gibt es einen Raum und einen Platz, wo die Gächlingerinnen und Gächlinger willkommen sind – auch dann, wenn die „Kirchenwoche“-Fahne nicht draussen steht.
Kirchenwoche 2022
13.06.2022
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