Marianne Näf-Bräker

Zusammen wohnen und glauben

Die zukünftigen WG-Teilnehmer/innen (Foto: Marianne Näf-Bräker)

Im September gibt es einen Mieterwechsel in der Gächlinger Pfarrhaus-Wohnung. Sieben junge Erwachsene aus der Region werden als Wohn- und Lebensgemeinschaft einziehen und den Mietzins untereinander aufteilen. Wie es dazu kam, erklärt uns Sebastian Ebi aus Gächlingen (31, Jugendarbeiter), der die Idee ins Rollen gebracht haben. Auch eine zukünftige Bewohnerin und ein Bewohner kommen zu Wort.
Marianne Näf-Bräker,

Marianne Näf: Wie bist du auf die Idee gekommen, eine Wohngemeinschaft (WG) für junge Erwachsene zu gründen?
Sebastian Ebi: Ich hatte in der Vergangenheit verschiedene Wohnformen kennengelernt, bei denen junge Christen zusammen lebten und ihren Glauben vertieften (Jüngerschaftsprojekte).
Im vergangenen Herbst haben Leiter/innen aus der regionalen Jungendarbeit spontan das Zusammenwohnen ausprobiert, sieben Wochen lang. Dort hat es sich gezeigt, dass eine christliche WG in unserer Region möglich wäre.
Ich bin zudem seit einem Jahr in der regionalen Jugendarbeit für die jungen Erwachsenen zuständig. Zurzeit gibt es in diesem Bereich vier Kleingruppen, eine Art Jugend-Hauskreise, die sich regelmässig treffen. Eine WG wäre eine ideale Ergänzung zu diesem Angebot.

MN: Warum habt ihr nicht ein Haus in Schaffhausen gesucht?
SE:Wir sind alle ein Teil der Jugendarbeit im Klettgau und arbeiten als Leiter/innen in verschiedenen Bereichen (z.B. Jungschi oder Teenagerclub) mit. Die meisten arbeiten auch hier in der Gegend, haben also keinen langen Arbeitsweg, wenn sie in Gächlingen wohnen.

MN: Wie haben sich die Bewohner/innen der zukünftigen WG gefunden?
SE: Alle waren im letzten Herbst in der Spontan-WG dabei und konnten das WG-Leben ausprobieren. Dass alle als Leiter/innen in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert sind, war keine Bedingung, um in die WG einzuziehen. Wir sind eine «WG mit Inhalt» und möchten ausprobieren, wie der christliche Glaube im Alltag funktioniert. Da liegt es nahe, dass sich alle schon mal mit dem Glauben auseinandergesetzt haben.

MN: Wo seht ihr als WG euren Platz in der Kirchgemeinde Gächlingen?
SE: Unsere Jugendarbeit ist regional und findet nicht nur in Gächlingen statt. Wir müssen wohl unseren Platz im Dorf und in der Kirchgemeinde zuerst suchen. Wir möchten ein Begegnungsort für junge Menschen in der Region sein. Unsere Türen stehen also auch für junge Gächlinger/innen offen. Aber keine Angst: Wir feiern nicht dauernd Party. Zudem sind wir eine alkoholfreie WG.

Die zukünftigen WG-Teilnehmer Jacqueline Landert aus Löhningen (18, Konstrukteurin in Ausbildung) und Nils van den Heuvel aus Schleitheim (19,Forstwart) freuen sich auf den Einzug in die WG:

Warum hast du dich für die WG der Jugendarbeit Chläggi entschieden?

Jacqueline: Ich habe erlebt, wie gut wir es in der Spontan-WG hatten. Es war mega läss und wir hatten viele gute Gespräche.
Nils: Es ist für mich eine gute Möglichkeit, zusammen mit anderen meine Beziehung zu Gott zu stärken. Ich lebe jetzt schon in einer WG und das gefällt mir.

Worauf freust du dich am meisten?
J: Auf unsere Stube, die ein Begegnungsort wird, sowohl für die Bewohner/innen als auch für Besucher/innen. Cool werden sicher auch die Zeiten, in denen wir zusammen «Worship» machen - beten, auf Gott hören, Gemeinschaft erleben.
N: Auf die Gemeinschaft, in der wir einander besser kennenlernen. Zudem kann ich Erfahrungen machen für mein späteres Leben und schauen, was funktioniert und was nicht.

Vielen Dank für eure offenen Antworten. Wir wünschen euch einen guten Start ins WG-Leben!
Bereitgestellt: 30.06.2021      
aktualisiert mit kirchenweb.ch