Marianne Näf-Bräker

Spätlese - für einmal kein Wein

Spätlese "Unruhestand" —  Hans Ritzmann<div class='url' style='display:none;'>/kg/gaechlingen/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>5502</div><div class='bid' style='display:none;'>59026</div><div class='usr' style='display:none;'>276</div>

Am dritten Montag im Februar wurde im Alten Wachtposten in Neunkirch erstmals der „Gesprächskreis für Menschen nach der Pensionierung“ abgehalten und stiess auf reges Interesse.
Barbara Senn
Kurt Schönberger, der nebst Eva Baumgardt, Marianne Gantenbein, Ruth Werner, alle aus Neunkirch und Marianne Näf aus Gächlingen, Mitinitiant des neu gegründeten Gesprächskreises ist, begrüsste das ausserordentlich zahlreich erschienene Publikum mit den Worten: „Unter ‚Spätlese‘ versteht man landläufig einen guten, vollmundigen, ausgereiften Wein. Derselbe Begriff kann und darf aber auch auf Menschen im gereiften Lebensalter übertragen werden.“ Weinkenner wissen aber auch, dass die richtige Lagerung, die passende Umgebung und den sorgfältigen Umgang mit Weinen massgebend sind, damit aus ihnen ein vollmundiger, gelungener Tropfen werden kann. Nicht viel anders verhält es sich bei Menschen in der dritten Lebensphase, wenn diese erfüllend, glücklich und möglichst sorglos werden soll. Wo der Wein in der Flasche aber den Vorteil geniesst, alles einfach mit sich geschehen lassen zu können, im Vertrauen und Wissen darauf, dass er stets gut umsorgt, gehegt und gepflegt wird, da müssen die Menschen im Pensionsalter das Steuer selbst in die Hand nehmen. Sie müssen Eigeninitiative ergreifen und tätig werden. Nur, wie?

Spannende Gastreferate

Die drei Gastreferenten, Ursula Bachmann, ehemalige Pfarrfrau aus Schaffhausen, Dr. Alfred Richli, ehemaliger Leiter eines Lehrerseminars aus Schaffhausen und Hans Ritzmann, ehemaliger Gemeindepräsident von Wilchingen und Kantonsrichter, berichteten darüber, wie sie ihren Unruhestand erleben und womit sie ihn sinnvoll füllen. Sie alle waren sich einig, dass es eigentlich keine grosse Rolle spielt, womit genau man sich beschäftigt. Hauptsache man beschäftigt sich und zwar mit den Dingen, die einem interessieren, an denen man sich erfreuen kann und für die man während des Berufslebens oft viel zu wenig Zeit hatte. Sei das nun mit Briefe schreiben, „jeden Tag mindestens einen“, so wie Alfred Richli oder ob man die neu gewonnenen Perspektiven hoch zu Ross, vom Pferderücken aus geniessen möchte, wie Ursula Bachmann oder es sich zur Aufgabe macht Mundartausdrücke zu sammeln und Bücher zu schreiben, wie Hans Ritzmann. Womit man sich auch immer etwas Gutes tun kann, man muss es machen! „Machen Sie ihr Hobby zu ihrer Arbeit, setzen Sie sich Ziele, schaffen sie sich Strukturen, pflegen Sie die Geselligkeit und behalten sie die Ordnung bei“, sind die gutgemeinten und persönlich erprobten Ratschläge von Alfred Richli.

Jeden dritten Montag im Monat

Aber es dreht sich nach der Pensionierung nicht nur um die Frage wie man denn nun seine Freizeit sinnvoll ausfüllen soll. Wie geht es weiter wenn ich krank und pflegebedürftig werde? Was, wenn mein Partner vor mir stirbt? Ist jemand für mich da, wenn ich Hilfe benötige? Brauche ich eine Patientenverfügung? Was wenn die Rente nicht ausreicht? Existenzielle Fragen, die Unsicherheiten mit sich bringen und sogar Angst auslösen können. Aber auch die Fragen, denen man sich stellen muss und die man regeln sollte, so lange man noch in der Lage dazu ist.
Der „Gesprächskreis für Menschen nach der Pensionierung“ hat zum Ziel, genau solche Themen aufzunehmen die Menschen im Pensionsalter bewegen. Jeden dritten Montag im Monat um 10 Uhr, wird nun die Möglichkeit geboten, an einer Veranstaltung im Alten Wachtposten teilzunehmen. Selbstverständlich sind auch jüngere Leute, die das Pensionsalter noch nicht erreicht haben und interessierte Personen aus anderen Gemeinden herzlich willkommen
„Was mache ich mit meinem Nachlass?“ wird Inhalt des nächsten Gesprächskreises sein. Max Wildberger aus Neunkirch wird dazu ein Referat halten und gewisse Fragen fachmännisch beantworten können.
Kurt Schönberger bedankte sich beim Publikum im Namen der Initianten, für ihr grosses Interesse sowie auch bei der Gemeinde Neunkirch, welche die Räumlichkeiten im Alten Wachtposten für den Anlass kostenlos zur Verfügung gestellt hatte.
Die Teilnehmer bekamen anschliessend die Möglichkeit, aus verschiedenen Themen zu wählen, über die sie in den nächsten Gesprächskreisen gerne mehr erfahren und diskutieren möchten.
Der gemütliche Teil, während dem schon viele angeregte Gespräche und Unterhaltungen geführt wurden und zugleich der Ausklang der Veranstaltung, bildete der bereitgestellte, grosszügige Apéro an dem sich die Besucher bedienen durften.
Bereitgestellt: 24.02.2020      
aktualisiert mit kirchenweb.ch