Marianne Näf-Bräker

Das Rätsel des Blinzel-Engels wird aufgelöst

Vierter Advent<div class='url' style='display:none;'>/kg/gaechlingen/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>5388</div><div class='bid' style='display:none;'>57740</div><div class='usr' style='display:none;'>276</div>

Ist das auch Stehlen, wenn man von den reichen Leuten, die sowieso zu viel haben, etwas nimmt und an eine arme Familie weitergibt? Diese Frage stellten sich die Kinder der Sonntagsschule am vierten Advent bei ihrem Weihnachtsspiel.
Bettina Müller
Unter der Leitung von Monika Wieser und ihren Helferinnen wurde den Besuchern in der gut besetzten Kirche das Theater vom Blinzel-Engel vorgeführt. «Es ist immer wieder eine grosse Herausforderung in kürzester Zeit ein Stück auf die Beine zu stellen, zumal die Kinder auch nur einmal mit der definitiven Kulisse üben können», sagte Monika Wieser. Die Technik wollte am Anfang nicht so recht mitspielen, dafür legten sich die 18 Kinder der Sonntagsschule ins Zeug.

Vier Freundinnen, gespielt von Livia, Malin, Sabrina und Vanessa, trafen sich regelmässig in ihrem Baumhaus. Eines Tages beobachteten sie mit dem Feldstecher eine arme Familie in einer einfachen Hütte in der Nähe des Baumhauses. Sie sahen, dass diese Leute Hunger hatten, froren und die Frau medizinische Hilfe brauchte. So beschlossen die vier Mädchen bei verschiedenen Leuten im Dorf etwas mitgehen zu lassen. Als Dank oder Quittung hinterliessen sie jeweils ein selbstgezeichnetes Bild eines Engels, der mit einem Auge blinzelte. Schon bald aber beschwerten sich der Bäcker, der Metzger, der Käser, der Bauer und weitere Dorfbewohner beim Dorfpolizisten Häberli über fehlende Sachen. «Dieser Engelsdieb muss geschnappt werden», hörte man die Leute im Dorf schimpfen. In der Zwischenzeit nahmen die vier Mädchen weitere Sachen an sich und brachten sie der armen Familie in die Hütte. Diese, von Jasmin, Robin und Eric gespielt, nahm die Geschenke dankend an. Als dann aber die Grossmutter eines Mädchens verzweifelt ihren Wintermantel suchte, kam das Mädchen in Bedrängnis und das schlechte Gewissen machte sich in ihm breit. Die vier Mädchen beschlossen daher das Geheimnis des Blinzel-Engels noch vor Weihnachten aufzulösen. Die Dorfbewohner waren zwar von der Auflösung des Rätsels überrascht, wertschätzten aber auch die Hilfsbereitschaft und Aufmerksamkeit der Kinder. Der Polizist Häberli beschloss, dass alle Leute, die etwas schenken wollten, einen Engel an ihre Tür hängen sollten. So wusste man, wo etwas abgeholt werden konnte. In diesem Moment erschien die arme Familie im Dorf, auf dem Arm ein Neugeborenes tragend. Die Dorfgemeinschaft war gerührt und gab spontanen Applaus und so schlossen die Sonntagsschüler ihr Spiel passend mit einem Weihnachtslied ab.

Die traditionelle Weihnachtsgeschichte wurde den Besuchern auf eine neue und eindrückliche Art und Weise erzählt und zeigte auf welche Werte es ankommt. Das Wunder von Betlehem geschah vor 2000 Jahren und ist für uns oft ganz weit weg. Das Theaterstück machte aber sichtbar, dass Betlehem auch ganz nah sein kann, auch im eigenen Dorf. «Die Kinder auf der Bühne zu sehen und ihre Freude zu spüren, ist für mich das grösste Geschenk», gab die Leiterin Monika Wieser am Schluss zu. Es sei eine Zeit voller Anspannung, die dann aber in einem tollen Theaterstück ende, meinte sie nach der Aufführung sichtlich erleichtert. Ausserdem sei es ihr wichtig, dass alle Kinder, die wollen, mitspielen dürfen und eine Rolle bekämen, die auf sie zugeschnitten sei. Zum Abschluss bedankte sich Pfarrer Werner Näf bei allen Beteiligten, die zum Gelingen des Abends beitrugen - dem fünfköpfigen Team der musikalischen Begleitung, den Verantwortlichen der Technik, den Vätern, die beim Bühnenbau Hand anlegten und allen anderen, die mithalfen. Und für die Sonntagsschüler lag unter dem grossen Christbaum ein Geschenk bereit.
Bereitgestellt: 22.12.2019      
aktualisiert mit kirchenweb.ch