Marianne Näf-Bräker

Anschubfinanzierung für alle

Säuli  —  Säuli, Säuli :-)<div class='url' style='display:none;'>/kg/gaechlingen/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>5340</div><div class='bid' style='display:none;'>57278</div><div class='usr' style='display:none;'>276</div>

Am Gemeindesonntag mit Gottesdienst und Bazar in der Turnhalle Gächlingen drehte sich alles um das Thema Sparen. Finanzierung, Solidaritätsfond, Spenden und Sparschweine waren die Schlüsselwörter des Tages.
Bettina Müller
Bereits vor Beginn des Gottesdienstes bastelten und gestalteten die Sonntagsschüler an einem Tisch farbige Sparschweinchen, welche schon bald die Wand der Turnhalle schmückten und symbolisch für das Sparsäuli-Projekt standen. Um dieses ging es dann auch im einstündigen Gottesdienst. Musikalisch begleitet wurde er durch «Blue Moon Stations & daughters», welche zu dritt aufspielten. Ihre Gage erhielten die Musiker bereits vor ihrem Auftritt, denn manchmal mache eine Anschubfinanzierung durchaus Sinn, meinte Pfarrer Werner Näf. «Wir alle haben eine Anschubfinanzierung erhalten, durch unsere Eltern, durch Gott und Jesus», erklärte er in seiner Predigt. Jetzt komme es darauf an, was wir daraus machen, so Näf weiter. Er spannte einen Bogen zu den ehemaligen, regionalen Spar- und Leihkassen, welche 1902 in Löhningen gegründet wurde. Am Anfang des letzten Jahrhunderts herrschten bei unseren Spar- und Leihkassen ähnliche Verhältnisse wie zum Beispiel heute in Malawi. Ab einem Franken konnte man ein Konto eröffnen, ab fünf Franken gab es Zins. Die Leute lernten dadurch zu sparen und das Geld nicht einfach nur auszugeben. Christa Bauer von «TearFund Schweiz» erläuterte das Sparsäuli-Projekt genauer. Die Organisation TearFund Schweiz unterstützt 800 Bauernfamilien in Malawi, einem kleinen Staat im Südosten von Afrika, in dem die Menschen beispielsweise drei Schweine oder Saatgut als Startkapital erhalten. Zudem zeigt ihnen die Organisation, wie sie ihr Geld sparen, anlegen und anderen als Darlehen geben können, so dass ihre Erträge dauerhaft besser werden.

Solidarität unter den Kleinbauern

Die Sonntagsschulkinder kamen auf der Bühne in der Rolle der Familien aus Malawi zusammen und jeder bezahlte so viel er konnte in eine Kiste, die den Solidaritätsfond symbolisierte, ein. Eine Mutter betrat danach die Runde und bat um Hilfe für ihr krankes Kind. «Ich brauche dringend Medikamente», bettelte die Mutter aus Malawi, respektive die Sonntagsschülerin. Und so bekam sie aus dem Fond das benötigte Geld. «Malawi ist ein friedliches Land, in dem die Hälfte der Einwohner unter der Armutsgrenze lebt und das dennoch geprägt ist von einer sehr solidarischen Bevölkerung. Unser Projekt ist einzigartig, erfolgsversprechend und nachhaltig», versprach Christa Bauer. Die Ernte der Bauern könne sich damit um ein Siebenfaches multiplizieren. So ging dann die Hälfte aller Einnahmen vom Kirchgemeindesonntag an TearFund Schweiz. Die andere Hälfte wurde dem Verein «dasein-Begleitung am Lebensende» und der Spitex für die Palliative Care gespendet.

Reichhaltiges Angebot

Vielleicht hatte die Möglichkeit den Galgenbuck-Tunnel zu besichtigen oder das angenehme Sonntagswetter dem Anlass Besucher weggenommen, doch dafür hatte es noch freie Plätze für diejenigen, die erst zum Mittagessen, dem Kinderprogramm oder dem Bazar kamen. Nach einer feinen Portion Pasta stand man am Kuchen- und Tortenbuffet bald Schlange. Das Fischen der Päcklis war bei der jüngeren Generation besonders beliebt, während die Erwachsenen sich mit Selbstgenähtem, schönen Schreibkarten, gestrickten Socken, Adventskränzen, Gebäck, Sirup, Pralinés, Gewürzöl oder Gemüsereis auf dem Bazar eindeckten. Und so konnte schliesslich jeder auf seine Art etwas dafür tun, dass die vorgestellten Projekte finanziell unterstützt und aus der Anschubfinanzierung Erfolgsgeschichten geschrieben werden können.
Bereitgestellt: 28.11.2019      
aktualisiert mit kirchenweb.ch