Marianne Näf-Bräker

Ein grosses, attraktives Angebot in der Gächlinger Kirchenwoche

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(Klettgauer Zeitung) Über 30 Aktivitäten bot das Team der Gächlinger Kirchenwoche für alle Interessierten an. Eine Woche, die nicht nur sieben, sondern zehn Tage dauerte. Eine Woche, die für jede Altersgruppe etwas beinhaltete. Eine Woche, die dank des Engagements vieler Personen möglich wurde.
Bettina Müller
Bereits 2017 öffnete Werner Näf, der damals neu gewählte Pfarrer von Gächlingen, für eine Woche die Türen der Kirche. Vor zwei Jahren noch ziemlich einfach gehalten, bauten Werner Näf und sein Team schon 2018 das Angebot aus. Es gab die Kirchenbeiz und verschiedene Führungen. Für das Jahr 2019 wurde das Programm nochmals erweitert. Bereits im vergangenen September traf sich das Vorbereitungsteam zum ersten Mal um die diesjährige Kirchenwoche zu planen. Die Verantwortlichkeiten wurden verteilt und so entstand schlussendlich ein Programm, das die ganze Bandbreite von Gottesdienst und Gebetszeiten bis zur Kirchenbeiz beinhaltete. Die Gebetszeiten, die jeweils auf sieben und zwölf Uhr angesetzt waren, stammen aus früheren klösterlichen Zeiten. Ebenso das Geläut, das man beispielsweise um elf Uhr hören kann. Auch je eine Person aus der katholischen Kirche und der Freikirche wurden eingeladen einmal die Gebetszeiten zu gestalten.

Kirchenquiz für die Kinder

Die Ameisli- und Jungscharleiterinnen Hanna Niklaus und Anja Ryser stellten für Kinder von sieben bis zwölf Jahren ein tolles Rätsel zusammen. Um das Lösungswort «Kirchenmaus» herauszufinden, mussten die Kinder unter anderem verschiedene Orte in der Kirche suchen, ein Lied singen, im Kirchengesangbuch stöbern, die Kirchenfenster genau betrachten, ein Foto machen oder schätzen, wie viele Orgelpfeifen die Orgel von Gächlingen hat. Zwar fanden nur ein knappes Dutzend Kinder den Weg in die Kirche, doch diese hatten sichtlich Spass daran die Lösungsbuchstaben zu suchen.

Kleider, Schuhe und Schmuck wurden getauscht

Die Idee eines Kleidertauschs hatte Vreni Marty, ein Mitglied des Organisationsteams. In der heutigen Zeit des Überflusses sei es doch sinnvoll noch gut erhaltene Kleider untereinander auszutauschen, anstatt sie wegzuwerfen, so Vreni Marty. Sie hatte sich für die Nachmittage des Kleidertauschs extra freigenommen und es lohnte sich. Auch Besucher aus umliegenden Gemeinden seien gekommen und hätten etwas Tolles für sich nach Hause genommen. «Das Schöne ist, dass man eigene Ideen in so einer Woche einfach und unkompliziert umsetzen kann», schwärmte die Verantwortliche des Kleidertauschs.

Znünipause in der Kirche

Warum nicht einmal einen Kaffeehalt in der Kirche machen? Genau das dachten sich Eliane Bachmann und Beatrix Niklaus und organisierten einen Treffpunkt in der Kirche. Die beiden waren eine Woche lang für die Znünipause im Chile-Kafi zuständig. Jeden Morgen kam eine Schar Leute für einen Kaffee, ein Gebäck und einen Schwatz vorbei. Da in Gächlingen kein anderes Lokal am Morgen geöffnet hat, wurde das Angebot der Kirche sehr geschätzt.

Bilder aus vergangenen Zeiten

Die Idee mit Bildern an die alten Zeiten in Gächlingen zu erinnern, entstand bei Marianne Näf, als Elisabeth Vögeli, die in Gächlingen aufgewachsen ist, aus ihrem Leben und von ihren Erfahrungen in Singapur erzählte. Marianne Näf holte dann Peter Luginbühl mit ins Boot, der seit mehr als 40 Jahren in Gächlingen wohnhaft ist. Interesse, Neugier und Lust zur Mithilfe bei der Kirchenwoche motivierten Peter Luginbühl. Er durchforstete das Gemeindearchiv und kontaktierte verschiedene Gächlinger, die ihm diverse Bilder aus vergangenen Zeiten lieferten. «Mit der Zeit hat sich meine Suche nach Bildern rumgesprochen und so haben mir Leute auch ganz spontan noch ihre Fotos und Dias vorbeigebracht», sagte Peter Luginbühl. So kamen rund 6000 Bilder zusammen. Davon digitalisierte er ungefähr 1000 Stück und versuchte herauszufinden, wer und was darauf abgebildet ist. «Die Leute haben selten notiert, was auf dem Bild zu sehen ist, da sie selber ja wussten, wer und was darauf ist. Das hat mir die Arbeit nicht gerade vereinfacht», gestand Peter Luginbühl. Per Beamer wurde an einem Abend der Kirchenwoche eine Auswahl davon gezeigt. Peter Luginbühl und Trudi Brühlmann, die in Gächlingen aufgewachsen ist und heute noch hier lebt, kommentierten die Bilder für das Publikum und fügten Anekdoten und Details hinzu. Die rund 70 Leute, die für die Präsentation in die Kirche kamen, erkannten immer wieder Personen auf den Bildern und so entstanden viele Zwischenkommentare und Ergänzungen. Für einmal war es aber erlaubt und auch erwünscht in der Kirche dazwischenzurufen.
Das älteste gezeigte Bild war ein Kupferstich vom Talhof aus dem Jahr 1811. Knapp 100 Jahre später, nämlich 1905, entstand das Bild eines Hochzeitszuges. Dann folgten Bilder aus allen Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts. So zum Beispiel eine Postkarte der Dorfstrasse aus den Dreissigerjahren, ein Bild der Gründung des Turnvereins von 1941, ein Bild von 1948 mit dem Gasthaus Kreuz, eine mögliche Weinetikette auf der man unter anderem die Telefonnummer 33 ablesen konnte, Luftaufnahmen, auf denen man erkannte, welche Gebäude und Quartiere noch nicht gebaut waren, ein Klassenfoto mit 35 Kindern aus dem Jahr 1952 und noch viele mehr. In der Mitte des Abends gab es eine Pause, die es ermöglichte das Gesehene miteinander zu besprechen und in Erinnerungen zu schwelgen. Alte Volkslieder und ein kleiner Imbiss rundeten den nostalgischen Abend ab.
Die Präsentation wurde mit Bildern aus dem Jahr 1987 beendet. «Vielleicht gibt es irgendwann eine Fortsetzung der letzten 30 Jahre», meinte Peter Luginbühl. Es sei auf jeden Fall möglich bei ihm eine Kopie eines Bildes anzufordern. Wenn der Besitzer des Bildes einverstanden sei, verschicke er die eingescannten Bilder gerne per Mail. Die enorme Arbeit und die interessante Vorführung wurden dem Verfasser der gelungenen Präsentation vom Publikum mit langanhaltendem Applaus und von Marianne Näf mit einem Präsent verdankt.

Wiederholung 2020

Mit einem Liederabend, einem «grill and chill» für Jugendliche und einem Gottesdienst zum Thema «Die Kirche, ein Ort, der mir gut tut» ging die dritte Kirchenwoche zu Ende. «Wir haben bereits beschlossen auch 2020 wieder eine Kirchenwoche durchzuführen. Es wäre schön, wenn sie zu einem festen Bestandteil des Dorfgeschehens werden würde», so Werner Näf. Man darf also gespannt sein, was sich das Team fürs nächste Mal alles ausdenkt.

Weitere Berichte mit Bildern zu einzelnen Veranstaltungen:
Kinderprogramm Kirchenwoche 2019
Technik-Führung Kirchenwoche 2019
Bilder vom alten Gächlingen

Homepage mit allen Informationen:
www.kirchenwoche.ch
Bereitgestellt: 10.06.2019     
aktualisiert mit kirchenweb.ch