Adriana Di Cesare

Segen für die Tiere

Segnen  <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Peter&nbsp;Leutert)</span><div class='url' style='display:none;'>/kg/buchthalen/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>6051</div><div class='bid' style='display:none;'>65075</div><div class='usr' style='display:none;'>1077</div>

Die reformierte Kirche Buchthalen führte im Rahmen des jährlichen Laien-Gottesdienstes erstmals einen Gottesdienst mit Tiersegnung durch und durfte Hunde, Pferde, Katzen, ein Huhn und ein Häschen willkommen heissen.
Adriana Di Cesare,
Rund 20 Vierbeiner wohnten mit ihren Besitzern dem Laien-Gottesdienst im HofAckerZentrum bei, der im zweiten Teil eine Tiersegnung anbot. Es herrschte eine heitere und liebevolle Stimmung im Saal, die auch Besucherinnen und Besucher, die ohne tierische Begleiter kamen, teilten.

Das siebenköpfige Vorbereitungs-Team hatte das Thema «Wir und das Tier» gewählt und beleuchtete im ersten Teil die vielfältigen menschlichen Beziehungen zur Tierwelt durch persönliche Erzählungen, Gebete und Fürbitten. Im Gottesdienst anwesend waren auch Ricky Meier und Laura Schaad vom Verein «Animal Rescue Tier-Rettung Schaffhausen&Thurgau» mit zwei ihrer Fellnasen. Ricky Meier griff spontan zum Mikrofon: «Heute früh um fünf Uhr ist es uns gelungen, den Hund Emil, der am 31. März in Buchthalen entlaufen und weit herumgeirrt war, zu sichern. Unser «Gottseidank» kommt gerade am heutigen Vormittag aus tiefstem Herzen.» Applaus brandete auf, die Gemeinde war sichtlich berührt.
An den Musikinstrumenten ergänzten Roland Müller, Martina Alich und Gabi Hubli die Wortteile virtuos mit Stücken von Fanz Anton Hoffmeister und Allan Rosenheck.

Verantwortung als gute Hirten

Im Zentrum des Gottesdienstes stand die Verantwortung, die wir Menschen den Tieren gegenüber tragen, die uns wesensverwandt sind, wie Carlos Greull anhand der Geschichte aus dem 4. Buch Mose von Bileam und seiner Eselin ausführte: «Gott spricht durch seinen Engel zu Bileam, aber dieser hört die Worte des Engels nicht. Der Esel aber sehr wohl.»
Carlos Greull nutzte diese Geschichte, um auf die ausgeprägten Stärken der Tiere hinzuweisen: Die Sensibilität der Esel, den überragenden Geruchssinn der Hunde und die messerscharfen Zähne der Krokodile, die ein ganzes Kalb verschlingen können. «So hat jedes Tier eine ganz ausgeprägte Stärke», sagte er und folgerte: «Man könnte sagen: Jeder Mensch hat von jeder Tiergattung ein Geschenk mitbekommen: ein Quentchen Sensibilität, ein Quentchen Geruchsinn, ein Quentchen Appetit. Insofern trägt jeder einzelne Mensch auch Eigenschaften, Fähigkeiten, Merkmale der ganzen Tierwelt in sich.

Im Gegensatz zum Menschen seien die Tiere ihren Fähigkeiten ausgeliefert: «Tiere müssen ihre Fähigkeiten ausleben. Der Mensch aber kann verzichten. Seine Vernunft ermöglicht ihm, Ja oder Nein zu sagen. Das verpflichtet.»
Damit schlug der Redner den Bogen zum Beispiel des guten Hirten aus Psalm 23: «Im 23. Psalm heisst es: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. So wie hier die Schafe für die Menschen stehen, sind wir aufgefordert, den uns in die Verantwortung gegebenen Tieren gute Hirten zu sein. Egal, ob es unsere Hunde sind, oder unsere Kühe im Stall, oder die nicht gezähmten Tiere, denen wir die nötigen Lebensräume ermöglichen müssen.»

Segen für ein langes und gesundes Leben

Im zweiten Teil erfolgte die Tiersegnung auf dem Aussenareal des HofAckerZentrums durch die Mitglieder des Laien-Gottesdienstteams.
Jolanda Steiger führte aus, dass Tiersegnungen eine lange christliche Tradition haben und bereits im alten Testament erwähnt sind. «Früher wurden vor allem Nutztiere wie Kühe, Pferde aber auch Bienen häufig gesegnet, um sie vor Unheil zu bewahren. Da Tiere uns Menschen in der heutigen Gesellschaft besonders nahestehen, uns begleiten, helfen und Freude bereiten, ergibt sich durch den Segen die Gelegenheit, dies dankbar anzuerkennen.»
Beim Segnen wünschen wir den Tieren Gutes und vertrauen sie dem Schutz Gottes an», ergänzte Kirchenstandsmitglied Paula Tanner.
Zahlreiche Besitzerinnen von Hunden, Pferden und Katzen ergriffen die Gelegenheit, ihre Tiere segnen zu lassen und bedankten sich bei der Kirchgemeinde Buchthalen für dieses Angebot. Auch ein Häschen und ein Hahn durften am Ende dieses Vormittags mit Gottes Segen zu ihren Heimatstätten zurückkehren.
Bereitgestellt: 13.04.2021      
aktualisiert mit kirchenweb.ch