Brigitte Kohler

Unbeschwerte Tischgemeinschaft

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Der diesjährige Gottesdienst zum eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag stand unter dem Titel "In den Resonanzraum Gottes umkehren" und nahm den zweiten Begriff, die Busse, auf.
Pfrn. Beatrice Kunz Pfeiffer,
Zu Beginn der Predigt fragte Carmen Isler als Vertreterin der katholischen Kirche, ob es genügt, wenn die Kirche eine „Wohlfühlgemeinschaft“ ist und die Themen von Schuld und Busse ausblendet.

Der Kirchenvater Augustin schreibt im 4. Jahrhundert nach Christus die erste Autobiografie der Literaturgeschichte. Sie trägt den Titel „Confessiones“ (Bekenntnisse, Beichte). Er blickt darin zurück auf sein Leben und auch auf eine Begebenheit, die ihn nachträglich erschauern lässt: Zusammen mit ein paar Freunden schlägt er eines Nachts sämtliche schönen, reifen Birnen im Garten des Nachbarn von den Bäumen und zertrampelt sie zu Mus - einfach aus Lust, etwas Schlechtes zu tun. Ein Jugendstreich, nichts weiter, würden wir sagen; für Augustin selbst aber ein untrügliches Zeichen dafür, dass er als Mensch ein zutiefst schuldiges, abgründiges Wesen ist. In die dunklen Abgründe und verborgensten Winkel seiner Seele schauen kann er jedoch erst, wenn Gott selbst ihm diese ausleuchtet. Doch in diesem Licht, das von Gott ausgeht, steht er nicht nur als ein schuldiger Mensch da, sondern zugleich als ein Kind der Schöpfung, dem Gott immer neu vergibt, damit es frei sein kann. Den vergebenden Gott hat Augustin in der Bibel kennengelernt. Er kann also gewiss sein: Gott lädt gerade auch ihn zum unbeschwerten Festmahl an seinen mit reifen Birnen und anderen Köstlichkeiten gedeckten Tisch ein!

Mit diesen Gedanken leitete Pfarrerin Beatrice Kunz zum Thema „Beichte“ über, und Carmen Isler erläuterte, wie die katholische Kirche ihre Pfarrer dazu ausbildet, die Beichte abzunehmen und wie sie die Kinder in die Beichte einführt. Sinn der Beichte ist es, dass die Kinder sich selbst und ihr Verhalten gegenüber ihrer Mitwelt kritisch zu reflektieren lernen - aber dies in der Gewissheit, dass sie in Gottes vergebendem und befreiendem Licht stehen.

Zum ökumenischen Dialog in der Predigt und in der Liturgie trugen die ostkirchlichen Lieder der Propsteisänger wesentlich bei. Der Chor unterstützte mit seinen warmen Stimmen auch die Gemeinde vorbildlich. Ein herzlicher Dank geht an Peter Geugis für die musikalische Leitung, ebenso an Mesmerin Uta Vonarburg, Brigitte Riester und Günter Seidenstücker, die beim Abendmahl mithalfen sowie an Sie alle, die der Einladung in die freie, unbeschwerte Gottesdienst- und Abendmahlsgemeinschaft gefolgt waren. Das durch drei 6. Klass-Kinder verstärkte Apéro-Team unter der Leitung von Alex Maitland verwöhnte die ca. 90 Besucherinnen und Besucher mit einer farbenfrohen Herbstdekoration und feinen Häppchen, die im Nu verschwunden waren! Danke auch dafür!

Bereitgestellt: 20.09.2019      
aktualisiert mit kirchenweb.ch