Brigitte Kohler

„Alle wilden Kerle müssen ohne Znacht ins Bett!“

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Rund 70 Kinder trafen sich letzten Mittwochnachmittag im goldenen Licht des Frühherbstes im HofAckerZentrum zum Spielfest, das dieses Jahr unter dem Motto „Wo die wilden Kerle wohnen“ stand. Mütter, Grossmütter, Konfirmandinnen sowie weitere Helfer und Helferinnen vollbrachten das Kunststück und zähmten im Verlauf des Nachmittags einerseits viele "wilde Kerle“ und lockten andererseits die eher scheuen Gemüter aus ihrer Reserve.
Beatrice Kunz ,
Pfarrer Daniel Müller begrüsste alle, und beim Singen einiger Lieder im grossen Kreis konnten die Teilnehmenden schon einmal etwas genauer betrachten, wer alles da war.

Im Mittelpunkt stand die altbewährte Geschichte von Maurice Sendak „Wo die wilden Kerle wohnen“:
Eines Abends hat Max nur Unfug im Kopf; da schilt ihn seine Mutter einen wilden Kerl, worauf er ihr droht: „Ich fress Dich auf!“ Darum muss er nun ohne Znacht ins Bett. Doch kaum ist er in seinem Zimmer, wächst da ein Wald, der immer grösser wird, so gross wie die ganze Welt. Plötzlich breitet sich vor Max ein Meer aus und ein Boot, das auf ihn wartet. Er segelt davon und nach langer Zeit kommt er ins Land der wilden Kerle, die ihn mit ihrem Brüllen, Augenrollen und Zähnefletschen einschüchtern wollen. Doch Max weiss sie mit einem Trick zu zähmen: er nimmt seinen Mut zusammen und schaut ihnen fest in ihre grossen gelben Augen, ohne auch nur einmal zu zwinkern. Das wirkt, sie bekommen Respekt vor ihm, nennen ihn den wildesten aller Kerle und machen ihn zu ihrem König. Max’ erster Befehl lautet: "Krach machen!" Bis alle irgendwann genug haben. Sein zweiter Befehl, „Alle wilden Kerle müssen ohne Znacht ins Bett!“, ist zugleich sein letzter; er merkt auf einmal, dass er Heimweh hat, denn es riecht so fein nach Essen. Max verlässt die wilden Kerle, die lauthals protestieren, und segelt den ganzen langen Weg zurück – bis in sein Zimmer, in dem sein Abendessen auf ihn wartet. Es ist noch warm!

In vier Gruppen aufgeteilt vertieften die Kinder die Erlebnisse bei den wilden Kerlen, indem sie nicht nur Mut, sondern auch Ausdauer, Kreativität und handwerkliches Geschick anwenden mussten:
sie bastelten Königskronen oder Wilde-Kerle-Masken und falteten Max’ Boot mit farbigem Papier in vielfacher Ausführung. Alle Schiffe zusammen zauberten ein grosses Mobile, das nun den Eingangsbereich des HofAckerZentrums schmückt. Weiter gestalteten die Kinder mit Heu, Ästen, Stecken, Blättern, Zapfen und anderen Fundstücken aus dem Wald eine abenteuerliche Verkleidung. Und draussen kamen bei einem Postenlauf auch die Bewegungsfreudigen auf ihre Rechnung. In den vier Gruppen herrschte eine hoch konzentrierte und zufriedene Atmosphäre.

Zur Stärkung trafen sich alle im Foyer. Das traditionelle Zvieri, bestehend aus Zopf, Schokolade, Äpfeln und Sirup war im Nu verzehrt.

Die Zeit verflog, und schon war es Zeit zum Abschied nehmen. Wieder versammelten sich alle im grossen Kreis, und mit dem Lied „Friede wünsch ich Dir und Friede wünsch ich mir, Friede für üs alli und für die ganzi Welt“ klang das Fest aus.

Ein grosses, herzliches Danke geht an alle Helferinnen, die die Kinder mit soviel Geschick und Kreativität durch den Nachmittag begleitet haben! Nur ein kleines Beispiel für ihr unermüdliches Engagement: Ein Kind, das eine besonders kunstvolles Waldkostüm hergestellt hatte, fand dieses in der Eile nicht mehr. Kurz entschlossen brachte eine der Helferinnen es ihm nach Hause.

Beatrice Kunz
Bereitgestellt: 09.09.2017     
aktualisiert mit kirchenweb.ch