Kirchgemeindeversammlung mit Pfarrwahl

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Am 8.Juni fanden sich 55 Stimmberechtigte in der Kirche Beringen zusammen, um über die anstehenden Geschäfte zu beraten. Neben den ordentlichen Kirchgemeindemitgliedern durften wir speziell 2 Gäste begrüssen: Frau Pfrn. Karin Marterer, die uns in den aktuellen Pfarrvakanzmonaten nach der Pensionierung von Joachim Finger zu 30-40% das Pfarramt versehen wird, und Frau Pfrn. Jutta Schenk unsere neue Pfarrerin in spe.
Martin Thalmann,
Nach einer einstimmenden Kurzgeschichte, vorgetragen von unserer Mitarbeiterin Sozialdiakonie Ulrike Lüthi, mit der Aussage, dass jede und jeder von uns trotz seiner Unvollkommenheit und trotz seinen Fehlern eine spezielle und wichtige Aufgabe in unserer Gemeinschaft erfüllt, konnten zügig die ersten Traktanden abgehandelt werden.
Zuerst erfolgte die einstimmige Abnahme des Protokolls der letzten Versammlung im Juni 2020. Danach erhielten wir mit dem Jahresbericht unserer Kirchenstandspräsidentin Hedi Findlay eine Übersicht über die erfolgten oder eben im vergangenen Jahr auch leider oft nicht erfolgten Veranstaltungen in unserer Kirchgemeinde.
Barbara Schuler präsentierte uns eine ausgeglichene Rechnung, die trotz Corona und Orgelrevision mit einem kleinen Gewinn abschliessen konnte; auch die Revisoren waren zufrieden mit der Rechnungsführung. Rechnung 2020 und Budget 2021 wurden einstimmig verabschiedet und die Beibehaltung des Steuerfusses von 12% beschlossen.
Aufgrund des zunehmenden Bedarfs an EDV-Aufwand (z.B. Pflege der Homepage der Kirchgemeinde) und der Verwendung von moderner Übertragungstechnik auch in der Kirche schlug der Kirchenstand unter Traktandum 7 vor, ein neues Ressort „EDV & soziale Medien“ zu schaffen. Glücklicherweise konnte dafür mit Stephan Gubler, der auch als Mesmer amtet, schon eine sehr geeignete Besetzung gefunden werden. Die Versammlung hiess diese Neuerung gut und Stephan Gubler wurde unter Applaus einstimmig gewählt.
Unter Traktandum 8 / Pfarrwahl erfuhr die Kirchgemeinde, dass eine erste Stellenausschreibung 2020 nicht zum Erfolg führte und deshalb anfangs 2021 nochmals eine Ausschreibung erfolgte.
Unter den neu eingehenden Bewerbungen war auch diejenige von Frau Pfrn. Jutta Schenk, zur Zeit Verweserin in Bilten/Kt. Glarus. Sie kristallisierte sich bald als Wunschkandidatin der Pfarrwahlkommission heraus. In Gesprächen mit Kirchenstand und Kirchenrat konnten noch offene Fragen zum Pensum geklärt werden und es zeigte sich, dass beide Seiten sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen konnten.
Frau Pfr. Jutta Schenk ist 56-jährig, unverheiratet, stammt aus der Lüneburger Heide/D, schloss aber einen Teil ihres Theologiestudiums in Basel ab und ist seit 1999 in der Schweiz als Pfarrerin tätig. Frau Schenk hat Erfahrung in allen Bereichen der pfarramtlichen Tätigkeit.
Die Pfarrwahlkommission schlägt Frau Pfr. Schenk der ref. Kirchgemeinde einstimmig zur Wahl als neue Pfarrperson für Beringen vor mit voraussichtlichem Amtsantritt im Januar 2022.
Nachdem Frau Pfr. Jutta Schenk sich auf humorvolle Weise persönlich vor der ganzen Versammlung vorgestellt und eingeführt hatte - dies auf plattdeutsch, hochdeutsch und schweizerdeutsch – wurde sie ohne weitere Diskussion einstimmig von der Kirchgemeinde als neue Pfarrperson gewählt. Herzliche Gratulation!
Im Anschluss an die Wahl werden die Mitglieder der Pfarrwahlkommission unter Dank ihrer Aufgabe entlassen.
Am meisten zu reden gab erwartungsgemäss Tranktandum 9: Neuausrichtung Projekt Pfarrhaus. Stefan Di Ronco, Immobilienverantwortlicher des Kirchenstandes, blendete nochmals zurück zu den Beschlüssen der letzten zwei Jahre, das alte Pfarrhaus zu veräussern und einen Neubau auf dem Gartenareal des Kirchgemeindehauses zu realisieren. Bekanntlich wurde das bereits bis in den Status einer Baueingabe geplante Bauprojekt von der Baukommission der Gemeinde abgelehnt, hauptsächlich mit der Begründung, der Bau müsse mit Firstrichtung Ost-West ausgerichtet werden (also entlang der Gellerstrasse) und nicht quer dazu – ganz entgegen der vorliegenden Grundstücksform.
Aufgrund dieser Vorgabe wurde dann ein neues, entsprechend abgeändertes Projekt entworfen, wobei sich aber zeigte, dass zur Erreichung eines vernünftigen (für die geplanten Ansprüche genug grossen) Bauvolumens das Näherbaurecht der östlichen und westlichen Anstösser nötig würde. Dies wurde jedoch auf der einen Seite nicht gewährt, weshalb nun das ganze Projekt Pfarrhausbau im Kirchgemeindehausgarten in Frage gestellt ist.
Aufgrund dieser Situation wurde ein Teilverkauf des bisherigen Pfarrhausareals geprüft mit dem Gedanken, auf dem anderen Teil ein neues Pfarrhaus zu erstellen. Dies lässt aber die Zonenordnung der Gemeinde nicht zu; bei einem Abbruch des Pfarrhauses müssten auf dem Areal gemäss Zonenplan mindestens 10 neue Wohneinheiten erstellt werden (sog. verdichtetes Bauen); mit einer solchen „Wohneinheit“ würden die Ansprüche an eine Pfarrbehausung wohl kaum mehr zu erfüllen sein. Auch eine Sanierung des alten Pfarrhauses wurde geprüft; diese käme aber aufgrund des schlechten Zustandes der ganzen Liegenschaft sehr teuer (ca. Fr. 400‘000) und dies ohne eigentlichen Mehrwert.
Der Kirchstand zeigte der Versammlung dann verschiedene Möglichkeiten für das weitere Vorgehen auf und machte jeweils eine Empfehlung dazu.
Der schwierigen Ausgangslage entsprechend folgte daraufhin eine längere, aber gute und sachliche Diskussion – begleitet vom gegensätzlich dazu draussen herrschenden heftigen Blitz- und Donnerwetter an diesem Abend.
In den anschliessenden Abstimmungen beschloss die reformierte Kirchgemeinde dann, dass Pfarrpersonen auch in Zukunft im Dorf geeigneter Wohnraum zur Verfügung gestellt werden soll, dass man sich die Option eines Baus auf dem Areal des Kirchgemeindehausgartens offen halten möchte. Das Grundstück des alten Pfarrhausareals soll verkauft werden mit der Auflage an den Käufer, darauf generationenübergreifende Wohnmöglichkeiten und einen bestimmten Grünanteil zu schaffen (unter Inkaufnahme, dabei nicht einen maximal möglichen Erlös zu erzielen).

Leider wird Stefan Di Ronco sein Mandat als Immobilienverantwortlicher per Ende Jahr abgeben; für sein Engagement in diesem gerade sehr anspruchsvollen Ressort wird jetzt schon herzlich gedankt. Das heisst aber, die Kirchgemeinde wird dieses Amt neu zu besetzen haben; um entsprechende Hinweise ist der Kirchenstand sehr dankbar.

Nach den Informationen der Präsidentin darüber, was den Kirchenstand im vergangenen Jahr hauptsächlich beschäftigt hat, wird unter „Verschiedenes“ noch diskutiert, ob die Kirche zu gewissen Zeiten für Passanten oder Ruhesuchende offen sein soll. Die Schwierigkeit besteht darin, dass in unserer Kirche die wertvolle Orgel frei zugänglich ist. Eine Mehrheit spricht sich dafür aus, dass die Kirche zumindest am Sonntag tagsüber für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll; der Kirchenstand wird beauftragt, eine entsprechende Lösung auszuarbeiten.
Es ist fast 22.30 Uhr, als die Versammlung geschlossen wird und die Teilnehmer unter Dank für ihre Ausdauer in die wohlverdiente Nachtruhe entlassen werden.
M. Thalmann