Abschied-Gottesdienst von Pfarrer Joachim Finger

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Am Ostersonntag, 4. April, feierte Joachim Finger mit unserer Kirchgemeinde zusammen seinen (fast) letzten Gottesdienst vor seiner Pensionierung (fast, weil er am Sonntag darauf nochmals zu einem Gottesdienst angetreten ist, aber diesmal in der Rolle des Mesmers, und weil er noch einen allerletzten Gottesdienst halten wird zur Konfirmation, die aktuell corona-bedingt für den 13. Juni geplant ist).
Martin Thalmann,
Und feierlich, wie es sich für einen solchen Abschied nach 27 Jahren in unserer Gemeinde geziemt, wurde der Gottesdienst mit Musik umrahmt. Gleich alle drei unserer Organisten/-innen und dazu noch Lisa Stoll mit ihrem Alphorn erfreuten alle Zuhörer mit abwechslungsreichen Stücken, von Schweizer Alphornmusik über Händel, italienische Barocksonaten bis zu einem hebräischen Kultsong. Die Kirchenlieder durften leider weiterhin nur mitgelesen oder –gesummt werden, da Singen in der Kirche bisher immer noch als Epidemie-förderlich gilt und untersagt ist.
Christus ist auferstanden! Er ist wirklich auferstanden! – Diese frohe Osterbotschaft stand über der Einleitung zur Predigt und wurde auch aufgenommen von der Lesung aus der Offenbarung, wo uns ein neuer Himmel und eine neue Erde verheissen werden, wo Gott unmittelbar bei uns Menschen wohnen und alle Tränen abwischen wird.
In Jesus kam Gott ja schon einmal ganz nah zu uns, als vergänglicher Mensch, und hat uns gezeigt, wie wir uns für sein Reich einsetzen können, nämlich wenn wir uns an Jesus orientieren und versuchen Gutes zu tun wie er, wo immer es uns möglich ist; als „jesussen“ hat dies Joachim bezeichnet – bezeichnenderweise ein Tätigkeitswort! Christ sein bedeutet aktiv, eben tätig zu sein.
Danke – Joachim – für genau diese praktischen Anleitungen, die Du uns in den vielen Jahren Deiner Tätigkeit in unserer Gemeinde immer wieder für den Alltag zu vermitteln versuchtest!
Nach dem Alphorn-Orgel-Duett „Zungenbrecher“ (für die Alphornistin bildlich gut vorstellbar!) folgte das österliche Abendmahl, welches aufgrund der geforderten Corona-Abstände das Adjektiv „wandelnd“ in der Tat verdiente.
Die Kirchenstandspräsidentin Hedi Findlay wünschte unserem scheidenden Pfarrer zum Abschied für die Zukunft erholsame Orte wie eine Oase, wo immer genügend Wasser und schattenspendende Palmen vorhanden sind; als Sinnbild dafür überreichte sie ihm eine Palmenpflanze.
Wolfram Kötter bedankte sich bei Joachim Finger im Namen des Schaffhauser Kirchenrates für seine langjährige Tätigkeit nicht nur für die Gemeinde, sondern auch in kantonalen Kirchenfunktionen.
Verena Gerber überbrachte Grüsse und ein persönliches Präsent vom Kirchenchor, dazu unter anderem – was könnte besser passen – eine Flasche Oster-Finger.
Mit unserem Pfarrer verabschiedeten wir natürlich auch seine Frau Vreni und bedankten uns für ihre Arbeit in unserer Kirchgemeinde.
Abschied hin oder her – im Mittelpunkt auch dieses Ostergottesdienstes stand die frohe Botschaft, und nicht der Abschied unseres Pfarrers – typisch für ihn. Mit einem Ostergottesdienst seinen Dienst quittieren zu können finde ich eine sehr schöne Vorstellung. Ist Ostern doch auch Sinnbild für etwas ganz Neues, für einen Neuanfang in einem hoffnungsvollen und alle Grenzen überstrahlenden Licht.
Möge das Osterlicht unserem langjährigem Pfarrehepaar auch in Zukunft, am neuen Wohnort und im neuen Lebensabschnitt leuchten!
Martin Thalmann, Beringen