Nachtklang

Bild wird geladen... (Foto: Joachim Finger)
Nachtklang zwischen den Jahren – ein anderer Nachtgottesdienst in nur von Kerzen erhellter Kirche und Musik von Alphorn und Orgel und Wort. Ein ungewöhnlicher Gottesdienst zu ungewöhnlicher Zeit in ungewöhnlicher Form am Ende eines ungewöhnlichen Jahres
Joachim Finger,
Schon der Weg zur Kirche war stimmungsvoll- Kerzen führten von beiden Seiten zu den Eingängen der Kirche. Solange die Eingangskontrolle dauerte, brannte drinnen noch das Deckenlicht. Dann aber wurde es dunkel, nur das Friedenslicht aus Bethlehem und die zentrale Kerze am Weltkugelleuchter gaben ein wenig Schein. Aus diesem Dreivierteldunkel heraus spielte Lisa Stoll ein ruhiges Alphornsolo.
Während der folgenden Worte von Pfr. Joachim Finger, der auf das Dunkel als Teil des vergehenden Jahres, aber auch auf den intensiven Klang des göttlichen Wortes DAVAR hinwies, das in der Wüste miDVAR besonders klingt, weil diese schweigt, und dem darauf erklingenden «Fly with me» für Alphorn und Orgel (gespielt von Esther Bollinger) begannen die Kerzen am Weihnachtbaum und auf dem Sims ringsum zu leuchten.
Das Wort Gottes kann sich auch manchmal quer zu unseren Wegen stellen und dann tönt es für uns schräg – dies nahmen die Musizierenden mit entsprechenden Klängen und klopfenden Absätzen auf. Wenn wir durch Hindernisse verunsichert sind, gibt es widerstreitende Gefühle. Aber Gott ist auch da wo Menschen es «närrisch treiben» - so der Titel des folgenden Stückes. Weiter ging es ruhiger mit Lesungen aus Lied 372 und 421. Alphorn und Orgel und Kerzenlicht schufen dazu eine geradezu mystische Stimmung. Den Abschluss bildete der von den letzten zwei Strophen von Bonhoeffers bekanntem Gedicht eingeleitete Segen und dem bewegenden «Amazing Grace». Worauf es ganz still blieb. Der wohlverdiente Applaus erfolgte erst nach der Ansage der Kollekte für Kinder in Kenia durch Esther Bollinger und der Zugabe «Füüerhörnli».