50 Jahre G2W gefeiert

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Jubiläum G2W in Stein am Rhein: Propsteisänger Wagenhausen mit Pfarrerin Marilene Hess, Erich Bryner, Regula Spalinger, Franziska Rich, Doris Brodbeck (Foto: Heinz Dutler)
Die Stadtkirche in Stein am Rhein war am Sonntag 13. November voll besetzt beim 50 Jahr-Jubiläum des Instituts G2W, dem ökumenischen Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West. Die Propsteisänger Wagenhausen trugen eindrückliche ostkirchliche Lieder bei und Professor Erich Bryner erinnerte als ehemaliger Institutsleiter an die wechselhafte Geschichte.
Doris Brodbeck, Beauftragte für Entwicklungszusammenarbeit,
Die Projektverantwortliche von G2W, Regula Spalinger, war zusammen mit ihrer Vorgängerin Franziska Rich anwesend und schilderte, wie sich die Projekte durch den Ukraine-Krieg verändert haben. Pfarrerin Marilene Hess formte mit Worten einen Gottesdienst, der zu Herzen ging, und der Kirchenstand lud anschliessend zum Apéro ein.

Erich Bryner erinnerte an die Gründung des Instituts 1972 in Chur durch den St. Moritzer Pfarrer Eugen Voss, der auch sein Vorgänger als Institutsleiter war und wie er einer Russlandschweizer Familie entstammte. Auslöser für die Gründung war die Kirchenschliessungskampagne unter Chruschtschew und die Not der Christinnen und Christen in der Sowjetunion. Eugen Voss wollte über die Kirchen und Menschenrechte in der Sowjetunion informieren und gründete dazu die Monatszeitschrift G2W. Unterstützt von seiner Frau folgte auch praktische Hilfe für die Christinnen und Christen hinter dem «Eisernen Vorhang». Mit der «Wende» in Osteuropa wurde dann auch die Projektarbeit möglich. Zwar gewährten neue Verfassungen und Religionsgesetze die Religionsfreiheit, aber der Wiederaufbau der zerstörten kirchlichen Strukturen, die Vergangenheitsbewältigung und die Neugestaltung des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat sowie der Nationalismus brachten neue Fragen und auch Konflikte. Und schliesslich forderte der heutige so zerstörerische Ukraine-Krieg weitere Veränderungen. Die Organisation der Soldatenmütter in St. Petersburg hilft bei Gesuchen von Zivildienstleistenden und die ukrainische NGO «Kinder der Hoffnung» betreut die erneut geflüchteten Familien nun auch im Ausland.

Dokumente

2022-11-13 G2W Jubiläum Stein am Rhein
14.11.2022
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