Die Äbtissin, der Söldnerführer und ihre Töchter in Schaffhausen

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Autorinnenlesung zur Äbtissin 23.8.2022: v.l. Irene Gysel, Christine Christ-von Wedel, Marlis Stähli und Jeanne Pestalozzi (Foto: Doris Brodbeck)
Eine interessierte Gästeschar folgte der Einladung der kirchenrätlichen Frauenkommission zum Lese- und Vortragsabend zu Katharina von Zimmern. Die Geschichte einer starken und unerschrockenen Frau, über die nur Fragmente überliefert sind. Über ihre Töchter noch weniger.
Franziska Bevilacqua, Kirchenrätin,
Die letzte Zürcher Äbtissin vermachte das Fraumünsterstift der Stadt Zürich und verlor somit ihre starke Stellung mit grosser Verantwortung. Proaktiv handelte sie für sich selbst dabei gute Bedingungen, sprich eine grosszügige Rente aus. Zwingli selbst liess ihr offenbar seine Schriften zukommen. Ebenfalls kümmerte er sich später um die Verheiratung ihrer Tochter.

Nach der Übergabe des Stifts heiratete sie Eberhard von Reischach, und lebte in Schaffhausen. Mit dem in Zürich zum Tod verurteilten Haudegen hatte sie zwei Töchter und einen Sohn, der jedoch starb. Die Familie lebte im Thiergarten. In dieselbe Zeit fällt der Rebleuteaufstand, der vor ihrem Haus stattfand. Nach weiteren sechs Jahren in Diessenhofen starb Eberhard von Reischach in der Schlacht bei Kappel. Katharina zog wieder nach Zürich.

Die Reformationshistorikerin und Autorin Christine Christ-von Wedel und ihre Mitarbeiterinnen Irene Gysel, Jeanne Pestalozzi und Marlis Stähli gestalteten den Abend sehr kurzweilig. Die Lebensgeschichte der Katharina von Zimmern böte genug Stoff für einen Roman und doch wurde es keiner. Die akribische Suche nach Details zum Leben von Katharina von Zimmern, aus einer Zeit, in der Frauen so gut wie nie erwähnt wurden, zeigt die grosse Leidenschaft der vier Spurensucherinnen.

Bei der Fragerunde und beim anschliessenden Apéro wurde noch rege weiterdiskutiert.

Das Buch ist beim TVZ-Verlag in Zürich erschienen: » Die Äbtissin, der Söldnerführer und ihre Töchter