Heisse Synodegeschäfte

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Sommersynode 2022: geleitet von Synodepräsident Werner Käser (Foto: Doris Brodbeck)
«Heisse Debatten» im übertragenen und – angesichts der Temperaturen – auch im wörtlichen Sinne gab es an der Sommersynode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Schaffhausen im Kirchgemeindehaus Neuhausen am Rheinfall, wo 61 Synodalen über Weichenstellungen für die Zukunft der Kirche befanden.
Doris Brodbeck,
Altes trifft auf Neues.Die Andacht von Dekan Peter Vogelsanger zu Beginn der Synode wies auf die Möglichkeit eines erfolgreichen Kirchenumbaus hin, indem er an die Modernisierung des Neuhausers Kirchengebäudes erinnerte. Kirchgemeindepräsident Konradin Winzeler berichtete in seiner Begrüssung, dass vor wenigen Wochen die Neuhauser Kirchgemeindemitglieder der Modernisierung des Pfarrhauses in einer Urnenabstimmung grossmehrheitlich zugestimmt haben.

Schwarze Zahlen
Die Finanzreferentin ad interim, Gabriele Higel, präsentierte die Jahresrechnung 2021, die bei einem Ertrag von 7,52 Mio Franken einen Erfolg von 255'074 Fr. aufweist. Es durfte im vergangenen Jahr ein Legat der Nonnenweier Schwestern entgegengenommen werden, das zweckgebunden für die protestantische Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt werden kann. Die Synode stimmte der Rechnung einstimmig zu.

Pfarrstellen sichern, Zusammenarbeit ausbauen
Kirchenratspräsident Wolfram Kötter wies auf den zunehmenden Pfarrpersonenmangel hin, der sich in den nächsten zehn Jahren auch in der Schaffhauser Kantonalkirche niederschlagen wird. Kirchliche Aufgaben würden zukünftig vermehrt gemeinsam mit anderen Berufsgruppen wie Jugendarbeitenden, Sozialdiakonen, Katechetinnen und freiwillig engagierte Kirchgemeindemitgliedern geleistet werden. Auch die Ermöglichung einer Weiterbeschäftigung von Pfarrpersonen nach der Pensionierung sei im Blick. Um die Kirchgemeinden in ihrer Planung zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, neue Formen von Kirchgemeindearbeit zu erproben, wurde die Sistierung der Höhe der Pfarrstellen bis 2027 beschlossen. Die Synode beschloss nach einer intensiven Debatte auch die Gleichstellung von Pastorationsgemeinschaften und fusionierten Kirchgemeinden mit den übrigen Kirchgemeinden bei der Bemessung von Pfarrstellenpensen.

Kirchgemeinden stärken
Dass sich der vor zwei Jahren eingerichtete «Zukunftsfonds» bereits zu bewähren beginnt, zeigten Kirchenrätin Cornelia Busenhardt und Thom Nohl, Beauftragter für Kirchenentwicklung, anhand der vier bereits bewilligten Projekte: Eine Wohngemeinschaft im Pfarrhaus in Gächlingen, ein Gottesdienst «Boxenstopp» für junge Erwachsene und eine Teambegleitung der Jungen Kirche Klettgau sowie ein Begegnungsraum in der Stahlgiesserei wurden unterstützt. Die Synode beschloss die Äufnung des Fonds mit weiteren 100'000 Fr.
Zudem wurden für den Zukunftsfonds für 2023 ausserordentlich um 500'000 Fr. gesprochen, um auch Stellen in den Kirchgemeinden einrichten zu können, die Zusammenarbeit fördern helfen. Denkbar sind Stellen auf allen Ebenen: Projektleitung, Sozialdiakonische Arbeit, Verwaltung, Liegenschaften, Unterstützung des Kirchenstandes. Der Synodenpräsident Werner Käser schloss die Tagung nach gut vier Stunden.

PS: Eine optimierte Tabelle mit 25 Prozentschritten wurde in Auftrag gegeben. Die Vorlage mit 10 Prozentschritten unterlag nur knapp.
2022 Sommersynode Neuhausen
24.06.2022
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