Abschied von Dekan Joachim Finger

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Joachim Finger (Foto: Doris Brodbeck)
Joachim Finger wurde vor knapp 30 Jahren im St. Johann in Schaffhausen ordiniert und versah in Beringen das Gemeindepfarramt seit 1993. Er hatte zuvor in Religionsethnologie promoviert und wurde vom Kirchenrat als Beauftragter für Weltanschauungsfragen und Islam eingesetzt. Seit 2013 leitete er als Co-Dekan und seit 2019 als Dekan den Schaffhauser Pfarrkonvent. Ende April tritt er den Ruhestand an.
Rundschreiben R,
Joachim Finger engagierte sich zudem in der kantonalkirchlichen Erwachsenenbildung, im interreligiösen Dialog, als Mentor für Theologiestudierende und seit 2013 in der Notfallseelsorge. Sein Nachfolger als Dekan wird Peter Vogelsanger aus Schaffhausen-Herblingen.

Verabschiedung des Dekans durch Kirchenrat Matthias Eichrodt

Als Dekan war Joachim Finger zuständig für die Leitung des Pfarrkonventes (Gremium sämtlicher Pfarrpersonen im Kanton) und dessen Vertretung nach aussen. Als langjähriges Mitglied in diesem «Verein» war Joachim für mich eine gefühlte Ewigkeit lang in dieser Funktion tätig. Umso mehr war ich erstaunt, als ich aufgrund der Akten realisierte, dass er dieses Amt nur gerade 2 Jahre alleine ausübte. Vorher war er von 2013-2019 «nur» Co-Dekan zusammen mit Ariane van der Haegen. Mein Eindruck kommt allerdings nicht von ungefähr, denn Joachim Finger war seit den 90ziger Jahren des letzten Jahrhunderts Prodekan (Vize). Als solcher diente er dem Konvent zusammen mit Dekanin Esther Schweizer und Dekan Andreas Heieck und beteiligte sich «aus der zweiten Reihe» heraus aktiv an den weiteren Aufgaben des Dekanats, die in der Kirchenverfassung wie folgt beschrieben sind:

«Der Pfarrkonvent behandelt theologische, religiöse, kirchliche und soziale Fragen. Er beteiligt sich an der Weiterbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer.»

Joachim Finger machte Vorschläge für relevante Themen und Referenten, half mit bei der Organisation des alljährlich stattfindenden zweitägigen Pfarrkurses, der abwechslungsweise in Rüdlingen und Wislikofen stattfindet. Dazu gehört immer auch ein geselliger Teil mit verschiedenen Ausflügen in die nähere Umgebung. Unvergesslich sind mir das Tontaubenschiessen bei Rüdlingen, eine Rheinschifffahrt vom Rheinkraftwerk Reckingen zum Gasthof Wasserstelz auf der deutschen Seite und diverse kurze Wanderungen vom Tagungsort zu einem Grillplatz im Wald mit Speis und Trank, Gesprächen und Gesang bis spät in die Nacht hinein. Auch bei den Konventen geht es nicht immer um Theologie und Kirche. Jeweils im Sommer findet der Konventsausflug zusammen mit den Partnerinnen und Partnern der Pfarrpersonen statt. Neben Klosterinsel Rheinau und Insel Reichenau standen auch schon der pfarrherrliche Rebberg in Wilchingen oder der Hopfenhof Stammheim auf dem Programm. All das trägt sehr viel bei zur «Förderung des Zusammenhaltes unter Pfarrerinnen und Pfarrern», die ebenfalls im Pflichtenheft des Dekanates steht.

Neben all der Administration und Organisation, die er mit viel Umsicht und technischem Flair bewältigte, erfüllte er auf vorbildliche Weise auch eine weitere Funktion des Dekans, nämlich Seelsorger der Seelsorger*innen zu sein. Bei ihm fanden alle, die mit irgendwelchen Schwierigkeiten in ihrer Gemeinde zu kämpfen hatten, ein offenes Ohr. Aus seiner reichen pfarramtlichen Erfahrung und tiefem menschlichen Verständnis heraus vermochte er der jeweiligen Situation angepasste Lösungsansätze zu vermitteln.
Sein Nachfolger Peter Vogelsanger tritt in grosse Fusstapfen. Zusammen mit dem neuen Prodekan Matthias Koch übernimmt er die Leitung eines geordneten und funktionierenden Gremiums und stellt sich der anspruchsvollen Aufgabe, als priumus inter pares die Geschicke der Schaffhauser Pfarrerschaft zu lenken.

Matthias Eichrodt, Kirchenrat