Ordination von Andreas Werder

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Ordination Andreas Werder: 6.9.2020
Andreas Werder wurde am Sonntag 6. September 2020 um 10.15 Uhr im Schaffhauser Münster zum Verbi divini minister ordiniert und wird darauf in Dorf ZH eine Pfarrstelle antreten. Er ist mit Heidrun Werder verheiratet, Pfarrerin in Thayngen-Opfertshofen und Psychiatrie-Seelsorgerin. Ihr Sohn David studiert Elektrotechnik an der ETH.
Rundschreiben R,
Die Ordination wurde von Kirchenrat Matthias Eichrodt zusammen mit Vikariatspfarrer Arnold Steiner (Winterthur-Veltheim) und Mentor Joachim Finger vorgenommen. Die Predigt hielt Andreas Werder zu Römerbrief 1,16 "unverschämt christlich". Musikalisch wurde der Gottesdienst begleitet von Andreas Jud (Orgel) und Marlene Andersson (Harfe).

"Als ich vor rund 40 Jahren mit meinem Physikstudium begann, hielt ich mich für einen unheilbaren Agnostiker, d.h. ich hielt es nicht für möglich, dass ich je zum Glauben an Gott kommen könnte. Das war ein Irrtum. Schon nach einem Semester war aus dem Agnostiker ein Christ geworden, der seinen Glauben im Gespräch mit vielen Mitstudierenden zur Diskussion stellte und dabei feststellte, dass die Auseinandersetzung damit nicht Argumente, sondern persönliche Vorbehalte zu Tage brachte. Seit dieser Zeit lebe ich in zwei Welten, in der Welt der evidenzbasierten Argumentation und der Welt des kindlichen Vertrauens, in der Welt von Zahlen und Theorien und der Welt von Nöten und Gebeten.

Mein beruflicher Weg führte mich als Physik- und Mathematiklehrer ans Gymnasium, mein Interesse zum Theologiestudium. Gegen Abschluss dieses Studiums wurde mir klar, dass ich es praktisch anwenden wollte, obwohl ich nach wie vor gern unterrichtete. Ich absolvierte ein Seelsorgepraktikum bei Carola Jost auf zwei Stationen der psychiatrischen Klinik Rheinau. Dort traf ich Menschen, die in der «kleinen Verwahrung» festgehalten werden. Erste Gemeindeerfahrungen sammelte ich bei Beat Frefel und Barbara Erdmann in Buchberg-Rüdlingen, erste Eindrücke vom Religionsunterricht bei Sonja Bührer in Thayngen und bei Conny Gfeller in Schaffhausen und Lohn. Danach verabschiedete ich mich vom Gymnasium Münchenstein und erhielt als Vikar von Arnold Steiner den Feinschliff in der Gemeinde Winterthur-Veltheim.

Nun stehe ich am Übergang zur pfarramtlichen Tätigkeit. Am ersten September beginne ich als Stellvertreter in einem Dorf namens «Dorf». Die Erfahrung, als junger Student zu einem Glauben gefunden zu haben, der mich bis heute trägt, macht mich dankbar. Ich bin zuversichtlich, auch in meinen neuen Aufgaben bei der Lebensquelle aufgehoben zu sein, an die ich in jungen Jahren noch nicht zu glauben gewagt hatte."

Andreas Werder, Opfertshofen

Die Ordination ist die Einsetzung in den Dienst der Wortverkündigung als «Verbi Divini Minister», «Diener des göttlichen Wortes». Gleichzeitig ist die Ordination der Abschluss und die Anerkennung der theologischen und pfarramtlichen Ausbildung.

Die Ordination wird von Kirchenrat Matthias Eichrodt vorgenommen. Die Predigt hält Andreas Werder zu Römerbrief 1,16 "unverschämt christlich". Musikalisch wird der Gottesdienst begleitet von Andreas Jud (Orgel) und Marlene Andersson (Harfe).

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2020 Ordination Andreas Werder
06.09.2020
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