20 Dienstjahre im Pfarramt in SH Herblingen

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Peter Vogelsanger
Der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche gratuliert Pfarrer Peter Vogelsanger zu seinem 20 Jahr Dienstjubiläum. Im Jahr 2000 wechselte er von Zürich Wipkingen nach Schaffhausen Herblingen, wo dann auch seine drei Kinder aufwuchsen. Kirche bedeutet für ihn, sich mit der Gesellschaft zusammen zu verändern.
Doris Brodbeck,
Für die Tauffamilien aller Konfessionen schuf er 2007 mit dem städtischen Forstamt den Taufwald im Herblinger Wald. Er sprach den Gedanken am Wuchenänd im Schaffhauser Fernsehen, spricht Gedanken zum Tag bei Radio Munot, schreibt Bibelkolumnen für die Schaffhauser Nachrichten und engagiert sich in der ökumenischen Kommission für Medienarbeit, im Vorstand der Gesellschaft der Gehörlosen Schaffhausen, im Notfallseelsorgeteam sowie als Synodaler.

Gedanken von Peter Vogelsanger beim Rückblick auf 20 Dienstjahre

Kurz nach der Jahrtausendwende wechselte ich von Zürich Wipkingen nach Schaffhausen Herblingen. Die unabhängige Kirchgemeinde mit dem grossen Kirchgemeindehaus bietet mir und dem Team viele Möglichkeiten, das Evangelium zu verkündigen, zu leben, zu diskutieren und zu vertiefen. Privat waren die letzten 20 Jahre für mich bestimmt durch eine intensive Familienzeit - meine drei Kinder wuchsen in Herblingen auf - und dem Ende dieser Familienzeit.

Vermutlich hatte auch ich die Kirche in diesen zwei Jahrzehnten mitgeprägt. Die verschiedenen Aktivitäten, Gottesdienst- und Unterrichtsformen, die Seelsorge, die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit müssen stets auf Kurs gehalten werden. Viel davon wird wohl kaum bleiben, da zum Glück alles vergänglich ist. Vielleicht wird in hundert Jahren zumindest der Taufwald an meine Amtszeit erinnern. Sicher aber hat die Kirche umgekehrt mich, mein theologisches Denken und meine Religiosität geprägt.

Wir alle tragen ein bestimmtes Bild der Kirche mit uns. Dieses verrät viel über uns selber und über unsere Motivation. Als Bilder bieten sich neben anderen zwei Bilder an: Die Kirche als Fels, die in der Brandung steht. Die Institution, die Botschaft, eine Dogmatik, die Halt im Leben und für die Gesellschaft bieten. Von diesem Bild habe ich mich in den letzten 20 Jahren immer mehr entfernt. Ich musste miterleben, wie der Fels erodiert, brüchig wird, der Fluss ansteigt und den Felsen überflutet. "Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt" singen wir in Herblingen häufiger als "Eine feste Burg ist unser Gott". Wir haben gelernt, Leinen loszulassen und uns nicht festzuklammern. Gewiss geht es in beiden Bildern um Gottvertrauen, aber eben um einen jeweils ganz anderen Glauben.

Zum Bild: Der Schlüssel des Petrus - ein Hausschlüssel oder nicht eher ein Fahrzeugschlüssel?