Autorinnenlesung zu Guatemala

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Zum Widerstand von indigenen Frauen in Guatemala forschte die Ethnologin Samira Marty und veröffentlichte ein sensibel geschriebenes Buch über ihre Kontakte mit den Aktivistinnen und die Gewalt und Unterdrückung, die sie erlebt haben. Tildy Hanhart trägt eine historische Einleitung bei und hat vieles in ihrem langjährigen Engagement für die Rechte der indigenen Völker in Guatemala persönlich miterlebt.
Doris Brodbeck,
Di 19. März 2019, 19 Uhr Haberhaus, Neumarkt 51, Schaffhausen. Eintritt frei, Kollekte

Samira Marty liest auf Einladung von Brot für alle - Fastenoper aus ihrem Buch: "Das weibliche Gesicht des Widerstands. Der Kampf indigener Aktivistinnen gegen Unterdrückung und Gewalt in Guatemala" (Promedia Verlag Wien)

Samira Marty, geboren 1989 in Zürich, aufgewachsen in Gächlingen, studierte Ethnologie an den Universitäten Basel und Lund (Schweden) sowie am Hochschulinstitut für Internationale Beziehungen und Entwicklung in Genf. Sie arbeitet an ihrer Promotion an der Universität Oslo zur politischen Krise in Nicaragua.
Im Rahmen ihrer Forschungen verbrachte sie 2015 zweieinhalb Monate in Guatemala und analysierte im engen Kontakt mit indigenen Frauen die erfahrene Gewalt und Unterdrückung.

Leidvolle Geschichte und mutige Frauen (Einleitung von Dr. phil. Tildy Hanhart)
Guatemala gehört zu den wenigen Ländern Lateinamerikas, in denen die indigene Bevölkerung (Maya u.a. Völker) zwar die Mehrheit ausmacht, aber politisch und sozial bis heute marginalisiert
ist. Die indigene Bevölkerung blieb nach der Unabhängigkeit von Spanien 1821 unterdrückt.

1944 gelang eine politische Wende und führte zu einer Agrarreform unter Präsident Arbenz, bei der ein Teil der Plantagen des Bananenmultis United Fruit zum Steuerwert enteignet wurde. Eine von den USA unterstützte Militärintervention setzte diesem hoffnungsvollen Prozess ein Ende. Es folgten Dekaden brutaler Bekämpfung jeglichen Widerstands. Trauriger Höhepunkt in den 1980er Jahren waren die militärischen Überfälle auf Dörfer und die brutalen Massaker unter der indigenen Bevölkerung. Nach langwierigen Verhandlungen kam es 1996 zu einem Friedensabkommen.

Die Theologin Julia Esquivel, die Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú und die indigene Weberin und spätere Parlamentsabgeordnete Rosalina Tuyuc wurden Hoffnungsträgerinnen, mit denen Tildy Hanhart in Kontakt kam.

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