Gedenken an Martin Eichrodt

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Martin Eichrodt +

Am 16. September 1928 in seiner Heimatstadt Basel geboren, starb Pfarrer Martin Eichrodt daselbst kurz vor seinem 90. Geburtstag. Vor einem Vierteljahrhundert verliess er Schaffhausen, wo er auf der Steig fast ebenso lang die reformierte Kirchgemeinde betreut hatte.
Zuvor war er je sieben Jahre in der Oberbaselbieter Gemeinde Kilchberg und in der Glarner Gemeinde Schwanden tätig gewesen. Hier öffnete sich ihm die Spannung zwischen Basler Kultur und Alpenfreiheit; diese Spannung wurde zu seinem Lebenselexier. Er blieb darum dem Glarnerland verbunden, kehrte mit Schaffhauser Konfirmanden und Jungkirchenmitarbeitern immer wieder für Bergtouren im Sommer und Skilager im Winter hier ein.

Sein berufliches Rüstzeug holte Martin Eichrodt an der theologischen Fakultät der Universität Basel, wo sein Vater als Exeget des Alten Testamentes mit Feingefühl und Präzision die Bibel auslegte. Ein Studienaufenthalt in den USA weitete seinen Horizont. Damit war die theologische Basis gelegt: Die dialektische Theologie von Karl Barth und Emil Brunner wusste er in liberaler Offenheit für Zeitströmungen mit einem soliden Glauben zu verbinden und später schwerpunktmässig auch in seinen übergemeindlichen Aktivitäten zu entfalten, in der Jugendarbeit im Bundesvorstand der Jungen Kirche, in der Erwachsenenbildung und Medienarbeit, die er als Mitglied des kantonalen Kirchenrates betreute. Mit Begeisterung war der ehemalige Pfadfinder Feldprediger.

Dass Basler Pfarrer sich für den Ruhestand ans Rheinknie zurückziehen, ist Tradition. Martin Eichrodt und seine Frau Lotty, die er als Vikar an der Markuskirche Basel kennengelernt hatte, folgten diesem Brauch. Hier lebte er, alters- und gesundheitsmässig durch eine zunehmende Demenz eingeschränkt, so dass sein früher aufstellend-bissiger Basler Humor abgelöst wurde durch ein: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“; so haben ihn die Angehörigen bis in die letzten Tage erlebt.

Nun ist er in der Stille der Nacht vom zweiten auf den dritten September in Gottes Heiterkeit heimgerufen worden.

Georg Stamm
Autor: Doris Brodbeck     Bereitgestellt: 06.09.2018    
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