Sommersynode: Reformwillige reformierte Kirche

Rundschreiben R,
Inpflichtnahme neuer Synodaler —  v.l. Synodepräsident Andreas Rechsteiner, Annemarie Schultheiss-Müller, Urs Hunziker, Denise Hug, Marlise Heid, Yvonne Rüfli<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>4598</div><div class='bid' style='display:none;'>47060</div><div class='usr' style='display:none;'>330</div>

Inpflichtnahme neuer Synodaler: v.l. Synodepräsident Andreas Rechsteiner, Annemarie Schultheiss-Müller, Urs Hunziker, Denise Hug, Marlise Heid, Yvonne Rüfli

Die Synodalen der 28 reformierten Kirchgemeinden im Kanton Schaffhausen nahmen die Rechnung ab und bereiteten die neue Amtsperiode 2019-2023 vor, indem sie über zukünftige Reformschritte diskutierten, den Finanzplan des Kirchenrats zur Kenntnis nahmen und den Stellenplan für gesamtkirchliche Aufgaben beschlossen.
Veränderungen bei der Bemessung von Pfarrstellen wurden auf höchstens 25 Prozent pro Amtsperiode beschränkt und das Dekret über die kirchliche Unterweisung wurde in zweiter Lesung erneuert. Aufatmen dürfen die Kirchgemeinde Neuhausen (bisher 175 Pfarrstellenprozente) und die Pastorationsgemeinschaft Trasadingen-Osterfingen-Wilchingen (bisher 150 Prozente), die nun 25 statt 50 Stellenprozente abgeben müssen. Ebenfalls mit weniger Pfarrstellenprozenten auskommen muss ab Juni 2019 die Schaffhauser Kirchgemeinde Zwingli (bisher 100 Prozent).

Vermögen aufbauen
Die Rechnung schliesst aufgrund von Vakanzen und etwas höheren Steuereinnahmen besser als erwartet mit einem Erfolg von 587'000 Fr. ab bei einem Umsatz von 7 Millionen Franken. Finanzreferent Richard Rickli wies im Finanzplan aus, dass in den kommenden Jahren wieder ein Vermögen aufgebaut werden kann von der Hälfte des Jahresumsatzes. Zu diskutieren gab, ob man danach den Kirchgemeinden mehr Geld zukommen lassen soll durch einen Zentralsteuerrabatt von 0.35 Prozent, was etwa 10 Fr. pro Kirchenmitglied ausmacht, oder ob man einen Innovationsfonds anlegen will zur Anschubfinanzierung für Projekte.

Reformschritte angehen
Am längsten wurde über mögliche weitere Reformschritte gesprochen. Dazu leitete bereits die Predigt von Pfarrer Martin Baumgartner am Tagungsort der Synode in der Steigkirche in Schaffhausen hin, der ausgehend vom Wort des Propheten Jeremia «Suchet der Stadt Bestes» aufforderte, «das Gärtlidenken aufzusprengen» unter den Stadt- und Landkirchgemeinden. Der Präsident der gastgebenden Kirchgemeinde Steig, Andreas Hess nahm in seiner Begrüssung den Faden auf und nannte Beispiele, wie die Kirchgemeinde mit dem Quartier vielfältig verbunden ist und auch enge Kontakte mit einer Partnergemeinde in Ost/Mitteleuropa pflegt. Er wünschte sich zudem eine engere Kirchengemeinschaft unter den Stadtkirchgemeinden.
Kirchenratspräsident Frieder Tramer blickte danach auf die geleisteten Reformschritte zurück und betonte: «Was in den Kirchgemeinden gelaufen ist, war mehr als eine Sparübung.» Es seien neue Formen der Zusammenarbeit angegangen worden von Zusammenarbeitsverträgen über Pastorationsgemeinschaften bis hin zu zwei Fusionen. An einer Präsidialkonferenz soll nun weiter danach gefragt werden, wie sich die Schaffhauser Kirchgemeinden günstig positionieren können, um einen Pfarrmangel zu vermeiden. Der Synodale Rinaldo Taraborrelli schlug die Gründung einer Stiftung vor, um finanzielle Engpässe längerfristig besser abfedern zu können. Die Synodale Babeth Waldburger verlangte eine inhaltliche Auseinandersetzung über die Rolle der Kirche in einer säkularen Welt und die Synodale Gisela Hatt wünschte sich, vom Image der Dienstleistung wegzukommen und die Mitglieder aktiver zu beteiligen.

Doris Brodbeck, Kommunikationsbeauftragte
Autor: Doris Brodbeck     Bereitgestellt: 29.06.2018    
aktualisiert mit kirchenweb.ch         213.144.137.52   54.81.254.212