Der Psychotherapeut und Pfarrer Arnold Bittlinger wird 90

Doris Brodbeck,
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Arnold Bittlinger

Arnold Bittlinger feiert am 13. Juni in Erzingen seinen 90. Geburtstag. Der Wahlschweizer, der bei seiner Einbürgerung Oberhallauer geworden ist, nimmt es nun ruhiger. Er geniesst sein Alter, freut sich an der Natur und den Farben, die ihn umgeben.
Wir sitzen auf dem Balkon, umgeben vom Garten, gesäumt von hohen Tannen. Seine Frau deckt Köstlichkeiten auf und verwickelt mich in anregende Gespräche, während er lieber zuhört. «Es ist eigentlich nicht nötig, über mich zu berichten», wendet er ein.

Drinnen wartet ein Tisch bedeckt mit seinen Publikationen. Ein Inder habe ihn inspiriert, sich aus tiefenpsychologischer Sicht mit der Chakren-Lehre zu befassen. Sie bot ihm Anregung, auch das christliche Gebet des Unser Vaters tiefenpsychologisch zu untersuchen. Er beschäftigte sich mit Märchen und fand darin wichtige Lebensweisheiten wie auch in der christlichen Kunst. Für den Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf hat er neue charismatische Bewegungen in anderen Kontinenten besucht und schätzte darin die Neubelebung der Kirche durch die Beteiligung von Laien.

Die Offenheit für verschiedene Zugänge zum Leben und zum Glauben war Arnold Bittlinger wohl in die Wiege gelegt. Der Grossvater väterlicherseits war katholisch, sein Vater evangelischer Pfarrer im Elsass. Seine Mutter war evangelisch aus einem renommierten pfälzischen Weingut an der Nahe. Nach dem Krieg gab es zu viele Medizinstudenten, weshalb er sich nicht der Medizin, sondern der Theologie zuwandte. Sein medizinisches Interesse führte aber zu einem weiteren Studium am C.G. Jung Institut in Zürich.

Als er dann nach Pfarrstellen in Deutschland eine Stelle beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf bekam, kombinierte er diese mit dem Landpfarramt in Oberhallau. Gefragt, wie sich dies verbinden liess, meint er: «Das war ausserordentlich wertvoll. Das Gemeindepfarramt war eine ganz wichtige Ergänzung zur weltweiten Tätigkeit – an einem Ort verankert zu sein und auch verantwortlich zu sein an einem ganz konkreten Ort. Das war ein gutes Zusammentreffen.» Mit Oberhallau, wo er von 1978 bis zur Pensionierung 1993 als Pfarrer tätig war, verband ihn auch das Interesse am Weinbau, was sich in seinem Buch «Wein und Weinbau in der Bibel» niederschlug. Als sein Auftrag in Genf zu Ende war, war er teilzeitlich als Seelsorger und Psychotherapeut am Psychiatriezentrum Breitenau in Schaffhausen tätig.

Doris Brodbeck, Kommunikationsbeauftragte der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Schaffhausen

Radio-Interview im Unterwegs bei Radio Munot 27.5.2018:
Autor: Doris Brodbeck     Bereitgestellt: 13.06.2018    
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