Schleitheims weltbekanntes Buch ist jetzt online!

Doris Brodbeck,
Schleitheimer Bekenntnis —  im Täuferzimmer Schleitheim<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>3270</div><div class='bid' style='display:none;'>26706</div><div class='usr' style='display:none;'>330</div>

Das Schleitheimer Bekenntnis (auch „Schleitheimer Artikel“ genannt) wurde 1527 - noch vor Einführung der Schaffhauser Reformation - von der Versammlung der Täuferführer abgefasst, die sich unter Leitung von Michael Sattler in Schleitheim traf. Das seltene Exemplar ist nun auch online einsehbar.
"Freud, Fried und Barmherzigkeit..." so beginnt der Text, der nun online einsehbar ist.
Das Original ist im Täuferzimmer in Schleitheim (Museum Schleitheimertal) ausgestellt, wo die Artikel an einer Zusammenkunft von Täufern 1527 entstanden waren. Kürzlich war es ausnahmsweise ausserhalb seiner engeren Heimat zu sehen: Im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen auf dem „Stationenpfad zum Reformationsjubiläum“. Die Gelegenheit war günstig: Auf Initiative von Stadtbibliothekar Oliver Thiele zeigte sich das Ortsmuseum einverstanden, das Buch nach Ausstellungsende in der Zentralbibliothek Zürich (ZB) katalogisieren und digitalisieren zu lassen. Transport und Digitalisierungskosten übernahm die Stadtbibliothek. In der ZB wird das Digitalisatz langzeitarchiviert.

Das Schleitheimer Exemplar ist nun online auf der Plattform e-rara zu finden:
http://www.e-rara.ch/zuz/doi/10.3931/e-rara-65701.
Man kann dort im Buch blättern, hereinzoomen, einzelne Seiten oder das ganze Dokument herunterladen.

Das Bekenntnis ist inzwischen wohlbehalten wieder in Schleitheim angelangt. Was macht es (Originaltitel: „Brüderliche vereynigung etzlicher kinder Gottes“ ) so besonders? Es gibt nicht viele schriftliche Zeugnisse der frühen Täuferzeit aus erster Hand. Michael Sattlers Bekenntnis ist eines davon, und auch dieser Text existiert nur noch in sehr wenigen Exemplaren. Die Erstausgabe erschien zwischen 1527 und 1529 in Worms. Zwei Exemplare sind noch vorhanden, in der Bayerischen Staatsbibliothek in München. 1533 erfolgte eine neue Ausgabe in Strassburg, deren einziges bekanntes Exemplar aber in Berlin als Kriegsverlust gilt. Die dritte Ausgabe von ca. 1550 ist diejenige von Schleitheim. Sie ist gegenüber der ersten Ausgabe etwas erweitert und existiert auch nur noch in zwei Exemplaren – das andere ist in der Mennonite Historical Library des Goshen College (Indiana, USA). Sodann gibt es noch drei Exemplare von Ausgaben des späteren 16. Jahrhunderts in Basel und Amsterdam und einige wenige handschriftliche Abschriften.

Informationen zusammengetragen von Oliver Thiele, Stadtbibliothekar Schaffhausen

www.taeuferweg.ch
Autor: Doris Brodbeck     Bereitgestellt: 29.12.2017    
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