Martin Luther neu formatiert

Marianne Näf-Bräker,
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Bevor das Luther-Jubiläumsjahr zu Ende geht, inszenierten in Neunkirch zwei junge Schauspieler Szenen, Lieder und Gedanken rund um Martin Luthers Leben und Lehre. „Play Luther“ nennen sie ihre Show.
Mit Holz-Dreiecken, vielen Instrumenten, einigen Scheinwerfern und einer geballten Ladung an Texten erzählten Lukas Ullrich und Till Florian Beyerbach die Geschichte von Martin Luther. Die 180 Zuschauer in der Neunkircher Städtlihalle wurden auf eine Gedankenreise mitgenommen. Sie begann mit einer Rap-Darbietung des Originaltextes von „Ein feste Burg ist unser Gott“. Es folgten Dialoge über die Unterschiede der heutigen (deutschen) Evangelischen und katholischen Kirche. Bald waren die beiden Schauspieler dort angekommen, wo alles begann: Vor 500 Jahren mit dem Mönch Martin Luther, der damals noch „Luder“ hiess.
Sei es durch die strenge Erziehung oder seine sensible Persönlichkeit: Luther lebte unter ständigem Druck, mehr für Gott tun zu müssen, um dem Fegefeuer zu entkommen. Es brauchte zwei einschneidende Erlebnisse, bis ihm klar wurde: Ich kann gar nicht genug tun, um von Gott angenommen zu werden. Aber er hat mich längst angenommen – einfach so. Diese grossartige Entdeckung, die im Widerspruch zum verbreiteten Ablasshandel der Kirchenfürsten stand, konnte er nicht für sich behalten. Seine Erkenntnisse verbreiteten sich rasend schnell durch den eben erfundenen Buchdruck. Doch seine grösste Leistung war die Übersetzung des neuen Testamentes in die deutsche Sprache. Luther erfand neue, kernige Wörter und schuf eine Sprache, die von allen deutschen Dialekten verstanden wurde.

Und immer wieder Lieder

Die dichten Texte und der schnelle Wechsel der Personen war eine Herausforderung, nicht zuletzt für die anwesenden Konfirmandenklassen. Da und dort gab es Lacher und Aha-Erlebnisse. Vielleicht, als das Lied „Vom Himmel hoch“ erklang. Martin Luther gilt als Vater der Kirchenlieder: Psalmen, Weihnachtslieder, Osterlieder, Gebete aller Art in einer starken Bildersprache. Sie wurden von den beiden Schauspielern neu vertont, manchmal als Sprechgesang, manchmal zum Mitschunkeln.
Die schwierigen Themen und Auswirkungen der Luther-Lehre kamen ebenfalls auf die Bühne: Antisemitismus, Bauernkrieg, Bildersturm. Das Stück endete mit einem Blick auf Missstände in der heutigen Kirche und Gesellschaft und mit der Frage: Hat sich nichts geändert? Damit wurden die Jugendlichen und Erwachsenen in die verbleibenden Wochen des Lutherjahrs verabschiedet. Doris Brodbeck und Markus Weissenseel aus Schleitheim dankten als Organisatoren dem Schauspielerduo, das unter dem Namen „Eure Formation“ weitere Projekte plant.

Die Aufführung «Play Luther» wurde von mehreren reformierten Kirchgemeinden im Klettgau sowie der methodistischen Kirche und der Chrischona Schleitheim und Hallau unterstützt.
Autor: Marianne Näf-Bräker     Bereitgestellt: 18.11.2017    
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