Schaffhauser Kirchen zum Bettag

Rundschreiben R,
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Würde oder Wert? An Gott erinnern – das ist in unserer Gesellschaft die wesentliche Aufgabe der Kirche. Die Zahl derer, die ohne Gott auskommen, mag zunehmen. Gerade darum braucht es die Erinnerung an Gott. Und es geht dabei nicht um eine bessere Moral. Sondern dass wir nicht aus uns selbst leben – darum geht es.
Wir sind Geschöpfe, jede/jeder geschaffen als Ebenbild Gottes. Damit hat die Würde aller Menschen einen zuverlässigen Grund: nicht ein messbarer Wert macht unsere Würde aus, sondern dass wir Ebenbilder Gottes sind.

Unsere gesellschaftlichen Verhältnisse beruhen in vieler Hinsicht auf Bewertungen: Leistung, Boden, Kultur, Artenvielfalt, Kunst, Pflege, Luft, Wasser und Namen – alles hat einen messbaren Wert. Schnell geraten auch Menschen als Wert in Blick. Sie sind (zu) teuer als Berufsleute, sind äusserst wertvoll als Fussballer, sind zu teuer als Pflegefälle, sind anscheinend kaum bezahlbar als Manager, sind (fast) wertlos als Erwerbslose. Vergessen geht dabei die unverbrüchliche Würde, die uns Menschen als Ebenbildern Gottes voraussetzungslos zukommt. Auch dann, wenn er oder sie straffällig wird. Das berührt ein aktuelles Thema in unserem Kanton: das Gefängnis in Schaffhausen ist dringend zu ersetzen. Die Frage, wieviel uns ein menschenwürdiges Gefängnis wert ist, ist nicht nur eine ökonomische Frage. Sondern im Umgang mit straffällig gewordenen Menschen zeigt sich, welche Achtung wir voreinander haben als Geschöpfe Gottes. Es geht dabei um eine Würde, die wir mit allen Menschen teilen. Wo die Würde von Geschöpfen – Menschen, Tieren, Pflanzen – geachtet wird, gelingt Friede. Gott erinnern ist heilsam – am eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag, aber auch sonst.

Evangelisch-reformierte Kirche, Römisch-katholische Kirche, Christkatholische Kirche
Autor: Doris Brodbeck     Bereitgestellt: 31.08.2017    
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