Mit Haut und Haaren Glauben erfahren

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Mit Konfirmanden unterwegs.
Rainer Huber,
Von Albert Schweitzer sind die Worte bekannt: „Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“ Das ist natürlich übertrieben, lässt aber auch fragen: „Wie kann Glaube wachsen?“ Eine Antwort darauf bietet das jährliche Konfirmandenlager. Glaube muss gelebt und erlebt werden. Nicht nur erlernt mit (natürlich auch nicht ohne) Büchern, sondern erfahren mit Haut und Haaren. Mit diesem Anspruch im Gepäck, 7 Konfirmanden, einer freiwilligen Helferin und ihren Kindern auf den Sitzen und den Koffern in einem grossen Anhänger, starteten wir am 1. Oktober zum Konfirmandenlager nach Forte dei Marmi. Am zeitigen Nachmittag erreichten wir unser geräumiges Selbstversorgerhaus. Der erste Abstecher in die Stadt, in verschiedenen Gruppen, zeigte, dass dieses Viertel eher etwas für die reicheren Personen ist. Wir fanden zwischen Gucci, Prada und Louis Vuitton nicht wirklich etwas, was wir uns hätten leisten können. Das war gut so, denn wir hatten ein ganz anderes Programm.
Tagsüber standen vielfältige Exkursionen an. Diese begannen ganz harmlos mit dem Besuch eines grossen italienischen Händlermarktes. Nach dem Mittag brachte uns ein klappriger Bus, der sich laut heulend und rangierend eine viel zu enge Serpentine hinaufschraubte, zur Höhle „Antro del Corchia“. Während der 2-stündigen englischen Führung bewältigten wir 1700 Stufen.
Am nächsten Tag ging es nach Pisa, wo wir gemeinsam den Dom und das Baptisteriums besichtigten und sich einige Portraits und gesprayte Bilder von Strassenkünstler anfertigen liessen.
Am Folgetag stand eine Kajaktour an der Küste von Cinque Terre auf dem Programm. Zwischendurch gab es natürlich eine Badepause im Meer und Zeit, um zwischen Klippen und in Höhlen hinein zu schwimmen. Leider machten wir am Ende dieser Tour auch noch die Bekanntschaft mit einer Feuerqualle.
Eine letzte Exkursion führte zum Reithof. Es war eine interessante weitläufige Anlage, die sehr grossen Wert auf einen behutsamen Umgang mit den Pferden legten. Wir konnten beobachten, wie ein Pferd nur durch Zurufe geführt wurde und natürlich konnten alle, die es wollten, eine Schnupperstunde nehmen und für kurze Zeit auf dem Pferd sitzen.
Neben all den Exkursionen zogen sich natürlich auch andere Elemente durch den Tag. Dazu gehörte, dass es jeden Abend eine Geschichte mit Einführung aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen gab. Diese waren: Pilgern, Beten unter Arbeitern im Industriegebiet, plötzlich Blind, Ein Musiker erzählt vom Glauben, Was ist Glück?
Zwei Vormittage waren zudem für thematische Arbeit reserviert. Am Ersten beschäftigten wir uns mit den Religionsgemeinschaften im Klettgau. Was denken die Menschen neben uns? Was ist anders?.... Am 2. versuchten wir die Farben des Lebens einzufangen. Auf Leinwänden gestaltete jede/r sein ganz persönliches Bild, dass als Erinnerung natürlich mitgenommen werden durfte.
Selbstverständlich spielte auch das Meer eine grosse Rolle. Neben kleinen Badepausen am Tag, konnten wir abends 21.30 Uhr noch einmal für eine gute Stunde oder zwei im warmen Wasser baden. Die prall gefüllten Tage (nebenher gab es immer auch noch die anfallende Hauswirtschaft) rundete eine kleine ehrgeizige Gruppe mit einer durchwachten letzten Nacht ab. Entsprechend ruhig verlief die Rückfahrt. Erschöpft und voller Eindrücke konnten die Konfirmanden am Abend des 6. Oktober wieder zu ihren Familien gebracht werden. Herzlichen Dank an Simone Kronenberg, die als Mitarbeiterin mitgekommen ist.
Pfarrer Rainer Huber
Konfirmandenreise 2016
04.11.2016
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