3 Jahre in Eritrea gelebt

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Talk im Saal-Makda Adisu (Mitte): im Gespräch mit Sabine Dubach (l) und Barbara Erdmann (r) von der kirchenrätlichen Frauenkommission (Foto: Doris Brodbeck)
Makda Adisu ist in Thayngen aufgewachsen, ihre Eltern waren aus Eritrea geflohen. Bei Talk im Saal äusserte sie sich zum Spannungsfeld zwischen Heimat und Fremdsein. Anschliessend servierte ihr Mann einen afrikanischen Apéro.
Doris Brodbeck,
Barbara Erdmann startete mit einem biblischer Impuls zum Thema Heimat und erinnerte an die Nomaden, umherziehen. Heimat ist ihr Glaube und ihr Gott. Sie führte viele Personen der Bibel an von Mose über die Frauen im Stammbaum Jesu bis zu Paulus, die Erfahrungen von Fremde machten und sich für eine neue Heimat öffneten.

Sabine Dubach stellte Makda Abisu vor. Sie ist 3-fache Mama, Kauffrau, Gerichts- und Behördendolmetscherin und Restaurantbetreiberin. Sie reiste für drei Jahre zurück nach Eritrea, hatte aber Mühe, eine Anstellung zu finden. Sie heiratete ihren Ehemann in Eritrea, kam aber zur Geburt ihres ersten Kindes nach Schaffhausen. Ihre Familie gehört nun zur eritreisch-orthodoxen Gemeinde, die seit Mai 2012 in Schaffhausen besteht.

Woher kommst du?
Barbara Erdmann fragte nach, ob man die Frage "Woher kommst du?" stellen darf. Ist es abgrenzend? Wenn es wohlwollend gemeint ist, sei es ok. Sie habe sich auch schon als eritreisch-schweizerisch bezeichnet. Ist Heimat lokalisierbar? Dort, wo die Familie ist, wo sie Erinnerungen hat und die Reaktionen der Umwelt einschätzen kann. In Asmara war das Zuhause der Grosseltern Heimat, aber die Stadt war ihr fremd.

Einfluss der Flucht der Eltern auf die Kinder?
Makda Adisu ist als Kind unbelastet aufgewachsen, denn die Eltern haben ihre Heimat positiv geschildert, mit der Einschränkung, dass dort Krieg sei. Sie wollten in der Schweiz zu Hause sein und haben ihre Kultur eher versteckt, zB. den Umstand, dass sie mit Händen essen. Makda fand das eritreische Essen sehr gut und fragte sich als Kind, warum dies nicht alle essen können - warum gibt es kein eritreisches Restaurant?

Unschönes ausgelassen?
Makda Adisu leistet in ihrer Aufgabe als Dolmetscherin Übersetzungen für Menschen in Auslieferung, die in Handschellen kommen. Sie spürt, wie die Schilderungen nicht ankommen bei den Befragenden, weil es oftmals nicht relevant ist oder sie abgestumpft sind. Sie weiss jedoch aus der Zeit, als sie 3 Jahre in Asmara lebte, dass Leute verschwinden. Sie weiss aber auch, dass gelogen wird, weil man bleiben will. Manchmal bot sie auch an, die Befragten privat zu unterstützen, mit Zustimmung der Behörden.

Wie das Leben meistern?
Das Familiencredo war 300x soviel geben für dieselbe Schulnote. Jetzt empfindet sie es so, dass sie etwa doppelt soviel leisten muss, damit sie gleich gewertet wird. Nach der Berufsmatur wollte sie Diplomatin werden, aber das ging damals nicht wegen ihrer Hautfarbe. Beim Studium in den USA hat sie dann eine völlig überraschende Erfahrung gemacht: alle waren dunkelhäutig, auch die Professoren. Auch in Schaffhausen hat sich das heute bereits etwas gewandelt.

Den anschliessenden Apéro genossen die zahlreich erschienenen Gäste und staunten über die Häppchen aus gerollen Injeras und die gebratenen Bananenrädchen.
Talk im Saal 26.8.2025
28.08.2025
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