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LOCATION:St.Johann\, Kirchhofplatz\, 8200 Schaffhausen
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DESCRIPTION:Predigt zum Thema „Und ich hörte eine Million Stimmen
  singen“\n\nIn seinem Buch „Der Klang“ erzählt der Geigenbauer und
  Autor MARTIN SCHLESKE\, aus welchen Bäumen das beste Klangholz für eine
  Geige zu gewinnen sei und wo man es findet: hoch oben in den Bergen.
 \nBergfichten\, so SCHLESKE\, wachsen im rauen Klima knapp unter der
  Baumgrenze auf magerem Boden über zwei bis drei Jahrhunderte hinweg
  langsam heran.\nGerade dies macht ihre Qualität aus.\nWährend Bäume im
  milden Klima in den Niederungen schnell in die Höhe schiessen und Holz
  bilden\, dessen  Zellwände nicht belastbar sind und den Klang
  verderben\, erlangen Bergfichten aufgrund ihres langsamen Wachstums die
  Festigkeit\, die es später braucht für den guten ausgewogenen
  Geigenton. \nSCHLESKE nennt diese besonderen\, zum Instrumentenbau
  geeigneten Bäume „Sänger“. \nEr schreibt:\n\n"Die Alten wussten\,
  wie man die „Sänger“ findet. An den reissenden Stellen der
  Gebirgsflüsse standen ihre Väter und lauschten dem Aneinanderschlagen
  der Stämme\, die sie täglich durch die Fluten hinab ins Tal flössten.
 \nEinige der Stämme begannen im Wasser zu schwingen\, zu singen\, zu
  klingen.\nUnter den vielen Stämmen erkannten die Meister so jene
  besonderen „Sängerstämme“ für den Bau ihrer Geigen."\n\nWas mich
  an dieser Erzählung besonders beeindruckt\, liebe Gemeinde\, ist nicht
  nur das auf uralte Traditionen beruhende Zusammenspiel von Mensch\, Natur
  und Kunst\, sondern auch die Tatsache\, dass MARTIN SCHLESKE von
  Baumstämmen spricht\, die er als „Sänger“ bezeichnet\, weil sie
  „schwingen\, singen und klingen“ können.\nDies erinnert mich an ein
  Psalmwort\, in dem es heisst:\n\nLobt den Herrn ihr Berge und all ihr
  Hügel\, ihr Bäume und alle Zedern.\nLoben sollen sie den Namen des
  Herrn\, denn sein Name allein ist erhaben.\n\nIrgendwie scheint ein
  Gesang durch die Schöpfung zu gehen\, eine Schwingung das All zu
  erfüllen\,  ein Lied in allen Dingen zu „schlafen“\, wie der Dichter
  EICHENDORFF sagt.\nUnd am Gesang dieses Liedes sind Engel und Menschen\,
  Säuglinge\, Sonne\, Mond und Sterne\, Feuer\, Schnee\, Wind und Hagel\,
  Tiere und Pflanzen und ja: sogar Bäume beteiligt!\nDass die Welt und
  sämtliche Wesen darin wie ein grosser Gesang sind\, \ndass die Harmonie
  der Naturgesetze sozusagen eine gigantische Symphonie darstellt\, in
  welcher Gottes Schöpferwort erklingt\, \nund jedes noch so kleine
  Geschöpf mit seiner Stimme zum Wohlklang des Ganzen beitragen kann\, war
  auch die Überzeugung der bekannten Äbtissin HILDEGARD VON BINGEN.\nSie
  überlegt:\n \n"Als nun das Wort Gottes erklang\, da erschien dieses Wort
  in jeder Kreatur\, und dieser Klang ist das Leben in jedem Geschöpf.
 \nAus dem gleichen Wort heraus wirkt des Menschen Geist die Werke\, die er
  tut\, aus dem gleichen Klang bringt die Vernunft ihre Werke hervor.\nIst
  doch der Mensch nach dem Bild Gottes geschaffen."\n\nEs hat für mich
  etwas ungemein Tröstliches und Ermutigendes\, wenn ich mir die Welt und
  das Leben als grossen Gesang mit millionen- milliardenfach erklingenden
  Stimmen vorstelle\, als „Sphärenklang“\, in dem Gottes Wort in
  seiner Schönheit\, Güte und Wahrheit harmonisch zum Ausdruck  kommt.
 \nDenn allzu oft sehen\, hören und erleben wir ja eher das Gegenteil:\nDa
  ist so viel Missklang\, Lärm\, Geschrei\, Zank und Hader\, Schmerz und
  Gebrochenheit\, Armut und Gewalt in der Welt\, dass man manchmal
  verzweifeln möchte.\nOb es je so etwas wie Frieden\, Gerechtigkeit und
  Geborgenheit für alle Bewohner der Erde geben wird?  \n\nDie Welt als
  Resonanzkörper\, in der Gottes Wort zum Schwingen und Klingen kommt\, so
  wie die alten\, wehrschaften Stämme der Bergfichten\, die es zum
  Geigenbau braucht -\ndas Leben als Konzert\, als Liturgie\, in der alles
  Unreine\, Falsche\, Substanzlose\, alles Unechte und Ungerechte keinen
  „Anklang“ mehr hat und für immer verstummt –\ndiese Vision\, liebe
  Gemeinde\, steckt hinter der Botschaft\, die der Seher Johannes in seiner
  Offenbarung vermittelt.\nJohannes – er ist mit Adler und Schreibfeder
  hoch über uns an der Stuckdecke des St. Johann abgebildet - ist weder
  taub noch blind.\nEr hört das Klagen und Weinen seiner Mitmenschen und
  sieht das Ausmass der Gewalt und Zerstörung.\nEr weiss um die Not und
  die Bedrängnis\, die viele seiner Adressaten getroffen haben.\nUnd doch
  ist sein Wort voller Hoffnung\, voller Trost und Zuversicht – auch für
  uns heutige Menschen.\n\nJohannes schöpft aus einer verborgenen Quelle\,
  deren Tiefen Vergangenheit\, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden:
  aus Gott.\nGottes Wort\, das Mensch\, das „Fleisch“ - Materie -
  geworden ist\,  ist der Grundton des sichtbaren und unsichtbaren Kosmos\,
  das Fundament der Harmonie im Weltall\, Ursprung und Ziel\, \nSchöpfer
  und Befreier aller Wesen und Formen und letztlich der Grund dafür\, dass
  am Ende alle Menschen\, Engel\, Tiere und sogar Bäume wie in der
  Offenbarung des Johannes millionenfach und milliardenfach singen können:
 \n"Dir\, Gott\,sei Lob und Dank von Ewigkeit zu Ewigkeit"\n\nVertrauen wir
  diesem Wort\, dem Wort des Lebens\, folgen wir ihm und stimmen wir nach
  unseren Möglichkeiten und Fähigkeiten ein in den grossen Gesang der
  Schöpfung:\n\n"Würdig bist du\, Herr\, unser Gott\, zu empfangen den
  Lobpreis\, die Ehre und die Macht\, denn du hast alles erschaffen\, durch
  deinen Willen war es und ist es erschaffen worden"!\n\nAmen.\n\n\n\n
 \nKontakt: Pfr. Heinz Brauchart\n\nWeitere Infos:
  https://www.ref-sh.ch/veranstaltung/40165
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