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| Themenlied für die Monate Juni und Juli 2013 | Reformiertes Gesangsbuch Lied 539: Nun kommt das grosse Blühen |
| Ein schwedisches Lied | «Den blomstertid nu kommer» ist ein schwedisches Lied, dessen Dichtung Israel Kolmodin zugesprochen wird, wenngleich der Ursprung ungeklärt ist. In Schweden und Finnland ist das Lied stark mit dem Sommer verbunden, da die Kinder das Lied traditionellerweise zum Schuljahresabschluss singen und damit die Sommerferien begrüssen. Die deutsche Übersetzung des im Reformierten Kirchengesangbuch abgedruckten Textes stammt von Maria Lohuus aus dem Jahr 1991. |
| Die Melodie | Es handelt sich um eine schwedische Volksweise, daher ist auch kein Komponist bekannt. Einige Forscher glaubten eine Zeit lang, dass die Melodie aus Deutschland «importiert» sein könnte. Dass die Melodie vom «Lied des Grafen von Rom» abstammen könnte, erwies sich aber als nicht belegbar; daher wird sie wohl doch schwedischen Ursprungs sein. |
| Der Text |
«Es weckt die liebe Sonne, was winters schien verlorn» ist eine schöne Wendung für die Sehnsucht nach Wärme, nach Sonne, nach dem Grün der Frühlingswelt und des kommenden Sommers. Eben hat uns die Kälte und der Winter endlich verlassen und die Luft riecht nicht nur nach Frühling. Und jetzt steht der Sommer vor der Türe. Die Welt blüht und grünt, die Kinder spielen draussen und die Abende laden bereits zum Spaziergang ein. «In Wärme, Lust und Wonne wird alles neu geborn.» Ostern als Auferstehungsfeier liegt an der Wende von Winter zu Frühling. Neugeburt wird nun hier für den Einzug des Sommers verwendet. «Gottes Güte und Gnade nährt.» Die Verbindung von Natur, Schöpfung und Gottes Wirklichkeit wird in der zweiten Strophe deutlich. So wie die Vögel sollen auch wir singen. Vögel sind in der Bibel oft Boten der Welt Gottes. Sie sind wie die Engel Verbinder der Welten und Verkünder der Welt, die sich unsichtbar um uns weitet, wie es Dietrich Bonhoeffer formuliert hat. Die Güte und Gnade Gottes, die im Angesicht dieser Wunder in unserer Welt deutlich wird, hat Maria Lohuus in drei Strophen erwähnt. Und weil sie am Bielersee wohnte, hat sie die schöne Formulierung «und segne See und Strand» gefunden. «Gib Regen unserem Land» ist die Bitte und wie sehr wünschten wir uns das für die Natur, in der Regen ein ganz seltenes Gut ist und Menschen dürsten. «Dass des Lebens Quelle fliesse», wünsche ich für uns alle, für Sommer und Herbst. |
| Übersetzung aus dem schwedischen Original | Die Blumenzeit jetzt kommt herbei Mit Lust und Schönheit gross. Nun naht die süsse Sommerzeit, wo Gras und Aue sprosst. Die liebe Sonne wecket ?Alles, was leblos war, alles mit Grün bedecket, neu bildet wunderbar. Liebliche Blumenwiesen, des Ackers edle Saat, die Kräuter reichlich spriessen der Bäume grün Ornat, die sollen uns einprägen, die Güte seines Tuns, Gottes Gnad zu erwägen, die reicht das Jahr herum. Wir hören Vögel singen mit vielerlei Gesang. Auch uns‘re Stimmen klingen zu uns‘res Gottes Dank. Seele, zu Gottes Ehren stimm ein im Freudenton! Er will uns reich ernähren und Freude schenken schon. Du Heiland Jesus Christus, du bist der Schwachen Trost. Freud und Sonne im Überfluss, erwärm die kalte Brust. Giess Liebe in die Herzen, erneure Seel und Geist! Wend ab all Sorg und Schmerzen, was uns von dir wegreisst. (Aus dem Schwedischen übertragen von Hans–Christian Daniel, 2007) |
| Themenlied für die Abendgottesdienste vom Juni bis Dezember 2013 | Reformiertes Gesangsbuch Lied 105: Nun darf getrost ich gehen in deine neue Welt Text: Von Simeon heisst es: «In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn ge-sehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.» (Lukas 2, 25–32) Der Text unseres Themenliedes nimmt den Lobgesang des Simeon, das «Nunc dimittis» auf. Das «Nunc dimittis» ist mit dem Magnificat und dem Benedictus einer der drei Lobgesänge (Cantica) des Lukasevangeliums. Das «Nunc dimittis» wird im Stundengebet täglich gesungen. Mit seiner friedvollen Dank- und Abschiedsstimmung gehört es zur Komplet, dem Nachtgebet der Kirche; in der anglikanischen Kirche ist es zusammen mit dem Magnificat Teil des Evensongs. Komposition: Hans Hauzenberger ist nicht nur der Komponist der Melodie, er hat auch den Text gedichtet. Hauzenberger ist 1938 in Rheineck SG geboren und lebt jetzt in Basel. Er ist evangelisch-methodistischer Pfarrer, Dicher und Komponist. |

