Ausstellung: MenschenLeben

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Ausstellung: Begegnungen: MenschenLeben Vom 01.-22. September 2013 werden in der Zwinglikirche und in der Kantonsschule Schaffhausen vier Ausstellungen zu sehen sein, die sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten dem Thema: „Migration in der Schweiz“ widmen. (Foto: Heinz Lacher)
Vom 01.-22. September 2013 werden in der Zwinglikirche und in der Kantonsschule Schaffhausen vier Ausstellungen zu sehen sein, die sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten dem Thema: „Migration in der Schweiz“ widmen.
Pfr. Wolfram Kötter,
Ausstellung Teil I
„Gott hat den Fremdling lieb“

(Zwinglikirche / zu den Bürozeiten und vor und nach Veranstaltungen)
Vom 01.-07. September wird zum einen die Wanderausstellung der Schweizerischen Bibelgesellschaft: „Gott hat den Fremdling lieb – Biblische Herausforderungen zum Umgang mit Fremden“ gezeigt werden, deren Ziel es ist:
In der Ausstellung mit dem Titel Gott hat den Fremdling lieb – Biblische Herausforderungen zum Umgang mit Fremden werden Flüchtlings-Schicksale aus der Bibel mit denjenigen von heutigen Flüchtlingen verglichen.
Im ersten Teil werden die Schicksale „prominenter“ Fremder in der Bibel nachgezeichnet. Abraham und Sara, die Zeit ihres Lebens Migranten sein werden, stehen am Anfang. Josef kommt – von seinen Brüdern verraten und verkauft – durch Schlepper nach Ägypten. Seine Begabungen und die Offenheit der Einheimischen lassen ihn zu einem Beispiel gelungener Integration werden. Eines der kürzesten Bücher der Bibel, das Buch Rut, erzählt in eindrücklicher Weise davon, wie eine Fremde gastlich aufgenommen wird.
Von bleibender Aktualität sind die biblischen Gebote zum Schutz des Fremden. Diesen geht ein zweiter Teil der Ausstellung nach. Im dritten Teil wird das biblische Konzept der Gastfreundschaft beleuchtet, beginnend bei der Begegnung Abrahams mit den drei Fremden bis zu den Emmaus-Jüngern im Neuen Testament, die Jesus begegnen.
Bibelworte, die zur Fremdenfreundlichkeit einladen, sind im unteren Teil der Ausstellungstafeln zu sehen. Grafisch dargestellt ist auf den Tafeln auch der schwierige und oftmals traumatisierende Weg zeitgenössischer Flüchtlinge.
(Weitere Infos:» http://www.die-bibel.ch)

Ausstellung Teil II
„MenschenLeben“

(Zwinglikirche / zu den Bürozeiten und vor und nach Veranstaltungen)
Diese Wanderausstellung wird ergänzt durch Fotografien des Fotografen Jürgen Escher, der für Einrichtungen wie Adveniat, Cap Anamur oder andere Einrichtungen die ganze Welt bereist hat. So war er zum Beispiel im Jahr 2011 für die Hilfsorganisation Cap Anamur in Nordkorea und durfte dort fotografieren. Er wird speziell zu dem Thema: „Migration / MenschenLeben“ Bilder aus seiner Sammlung uns zur Verfügung stellen. Seine Fotografien werden den gesamten Zeitraum über zu sehen sein.
Seit 1980 arbeitet Escher als Fotograf. Über seine Arbeit schreibt Florian Adler:
„Es gelingen ihm (sc. Escher) Bilder, die einfach mehr sind als Dokumentation, Fotos, die sich durch liebevolles Beobachten mit Respekt und großem Einfühlpotential eben mehr zeigen als nüchterne Dokumentation es vermag. Jürgen Escher versteht es meisterhaft, durch klare Kompositionen seinen besonderen Arbeiten eine Art Sprache zu verleihen. Nun gibt es so manchen Fotofreund der zu wissen glaubt, dass Fotos nicht sprechen können. Akustisch genommen stimmt das, aber genauso wie ja Schrift durch Zeichen Sprache wird, besitzen auch Fotos im besten Fall durch ganz eigene Zeichen und Komposition Sinnbilder, die denen der Schrift ähneln, also Sprache vermitteln.” (Florian Adler, Arche Noah Mensch-Jürgen Escher, Magazin Schwarzweiss, Nr.83)
(Weitere Infos: » http://www.juergenescher.de/inhalt/).
Ausgestellt werden 15 Arbeiten des Fotografen in einer Grösse von circa 180 x 120 cm.

Ausstellung Teil III
„Leben als Migrant in der Schweiz“

(Zwinglikirche / zu den Bürozeiten und vor und nach Veranstaltungen)
Indika Gamage stammt aus Sri Lanka, ist von Beruf Journalist und lebt seit mehreren Jahren mit seiner Frau in Schaffhausen in der Hochstrasse. Aus Sri Lanka haben beide aufgrund ihres politischen Widerstandes gegen das bestehende Regime fliehen müssen. Gemeinsam mit anderen Journalisten, die nach Europa geflohen sind, hat er den Verein „JDS“ (Journalisten für Demokratie in Sri Lanka“ ins Leben gerufen. Weil er in der Schweiz nicht als Journalist arbeiten darf, fotografiert er. Seine Bilder bestechen durch Schönheit, Eleganz und Ästhetik und wiedersprechen so dem politischen und realen Alltag in Sri Lanka. In der Zwinglikirche geben wir Indika Gamage die Möglichkeit, mit seinen Bildern zu zeigen, wie Menschen mit Migrationshintergrund in der Schweiz leben.
(Weitere Infos: » http://igamage.blogspot.com/)
Ausgestellt werden 20 Arbeiten des Fotografen und Journalisten in einer Grösse von 40 x 50 cm.

Ausstellung Teil IV
„Begegnungen“

(Kantonsschule SH – genaue Zeit und Ort noch offen)
Zeitgleich wird in der Kantonsschule Schaffhausen die Ausstellung „Begegnungen“ von Jürgen Escher und Michael Helm zu sehen sein. Im Vorwort des gleichnamigen Buchs heisst es:
„Eine Distanz überwinden, sich annähern, sich berühren…
Wenn Jürgen Escher Menschen mit der Kamera begegnet, werden Distanzen verringert. Um Jean-Julien Mugabo und viele andere Schwarzafrikaner im Kongo zu porträtieren benutzte er ein Normalobjektiv mit Zwischenring, kein Teleobjektiv. Jean-Julien Mugabo ließ ihn hautnah und vertrauensvoll an sich herankommen. Eine Begegnung in Zehntelsekunden. Eine Begegnung, die erinnerbar bleibt und in der Porträtaufnahme erhalten ist.
Die Berührungen im vorliegenden Band sind noch von einer anderen Art. Sie sind nicht allein in den Zehntelsekunden der Fotografie ermessbar oder in dem Zeitraum, den ich mir nehmen mag, um ein Buch zu lesen. Dem Fotografen Jürgen Escher in Zitaten der Literatur und eigenen Gedanken zu begegnen, entsprach einem langen intensiven Moment, der Vertrauen auf beiden Seiten voraussetzte. Intuitiv fiel die Entscheidung für ein Bild und ein Zitat oftmals innerhalb von Sekunden. Andere Texte und Fotos erschienen weniger greifbar, beschäftigten uns Monate. »Wir wollen sehen, ob wir, wenn wir die gleichen Fotos anschauen, das gleiche empfinden«. Dieses Zitat stammt von Viginia Woolf und hat seine eigene Geschichte. Uns erschien es in einem anderen Zusammenhang als begleitendes Motiv und die Antwort auf die Frage ist uns wichtig, denn Sie lautet: nein.
Die Bedeutsamkeit eines Fotos liegt im Betrachter. In ähnlicher Weise schaue ich ein Wortbild, ein kurzes Zitat an. Was den einen sofort anspricht, mag dem anderen wenig sagen. Ich kann eine Fotografie zwar beschreiben, in dem ich sage, ich sähe eine »Mutter mit Kind«, einen »Mann am Sägebock«, eine »alte Frau«, die zur Seite blickt. Doch diese Bildunterschriften verdoppeln nur Inhaltliches, sind der Versuch Objektivierbares zu sagen. Was ich darüber hinaus zu erkennen meine, was mir ein Foto bedeutet, ist schwieriger auszudrücken. Manchmal ist es eine Assoziation, eine Erfahrung, ein anderes Bild oder ein Wort, das mir durch den Kopf geht.
Weder Fotos noch Zitate stehen in ihrem ursprünglichen Kontext. Die Fotografien Eschers entstanden auf vielen Reisen in Afrika, Lateinamerika, Asien und Osteuropa zwischen 1983 und heute. Sie erzählen Geschichten, in denen sich Menschen und Kulturen begegnen. Darüber hinaus findet Escher seine Motive vor der eigenen Haustür, wenn er zum Beispiel Armut und Obdachlosigkeit aus einem Blickwinkel thematisiert, der zum Hinschauen auffordert.


Mit diesen Ausstellungen tragen wir zum einen der kulturellen Vielfalt unseres Quartiers Rechnung. Zum anderen erhoffen wir uns durch zusätzliche inhaltliche Veranstaltungen – auch in Zusammenarbeit mit dem „Haus der Kulturen“ – Grenzen zu überwinden und einander das jeweils Fremde näher zu bringen.

Begleitprogramme zur Ausstellung

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13_Zwingli_MenschenLeben
21.07.2013
6 Bilder
Fotograf