Bilder und Beschreibung des Chorfensters
Entstehung
Im Jahr 1935 erhielt die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Thayngen-Barzheim von den Erben des in Genf verstorbenen Thaynger Bürgers Jacques Hübscher eine Stiftung mit dem Zweck, ein künstlerisch wertvolles Fenster für die Kirche erstellen zu lassen. Hauptsächlich dem grossen persönlichen Engagement des damaligen Pfarrers Guido Ammann war es zu verdanken, dass der bekannte Künstler Augusto Giacometti (1877-1947) für diesen Auftrag gewonnen werden konnte. Das Kunstwerk entstand in der verhältnismässig langen Zeit von etwa zwei Jahren und wurde am 19. Juni 1938 feierlich eingeweiht.
Beschreibung des Fensters
Das Masswerk teilt das Fenster in zwei Teile. In der linken Hälfte steht der gute Hirte, rechts der Weingärtner. Beide Figuren sind frontal festgehalten, diagonal angeordnet und von ihren spezifischen Attributen begleitet: unten links vom Schäfchen, oben rechts vom Weinstock. Im Kopffeld ist die Lilienblüte dargestellt.
Der Schafhirte ist durch sein jugendliches Gesicht charakterisiert, das leicht geneigt ist. Er trägt auf seinen Schultern das verirrte und wiedergefundene Schäflein und hält es mit beiden Händen fest.
Der bärtige Rebbauer hält in seiner Rechten ein Rebmesser.
Beide Figuren tragen einen Hut und reiche Gewänder, deren Prunk viele erstaunt und auch Kritik herausgefordert hat. Pfarrer Amman erklärte dazu: "Symbol ist alles", sagt der Künstler. Er will damit ausdrücken, dass unser Herrgott reich ist, nicht armselig, kärglich und geizig, sondern unendlich reich, ein Herr, ein Fürst, der uns königlich beschenken und beglücken kann."
Die zwei Hauptfarben des Fensters, Rot und Blau, schlingen sich ineinander und bringen Rhythmus in die Gesamtkomposition. In fast pointilistischer Manier werden sie in mehreren Nuancen variiert und von violetten, grünen und braunen Tönen sowie gelben Punkten begleitet. Jede Farbe wiederholt sich mehrmals und ist so ins Glasgemälde verteilt, dass der starke Kontrast zwischen dunkeln und hellen Flächen ihre Leuchtkraft noch verstärkt....Voll und ganz Maler in seinem Anliegen, meidet Giacometti klar umrissene Glasformen und harte Bleilinien. Er verdeckt diese mit schwarzer ö–lfarbe und bindet sie in die harmonischen öœbergänge und Abstufungen der Schwarzlotmalerei ein.
Natürlich kann diese kurze Beschreibung trotz der Bilder die Wirkung des Originals nur sehr unvollkommen wiedergeben. Eine Besichtigung in der Kirche, die in der Regel tagsüber geöffnet ist, vielleicht verbunden mit einer Zeit der persönlichen Andacht, lohnt sich bestimmt. Die Angaben zur Entstehung und Beschreibung des Fensters sind zum Teil wörtlich entnommen aus: Astrid Kaiser, Das Glasfenster von Augusto Giacometti in der Kirche von Thayngen, Thayngen 1998.
Im Jahr 1935 erhielt die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Thayngen-Barzheim von den Erben des in Genf verstorbenen Thaynger Bürgers Jacques Hübscher eine Stiftung mit dem Zweck, ein künstlerisch wertvolles Fenster für die Kirche erstellen zu lassen. Hauptsächlich dem grossen persönlichen Engagement des damaligen Pfarrers Guido Ammann war es zu verdanken, dass der bekannte Künstler Augusto Giacometti (1877-1947) für diesen Auftrag gewonnen werden konnte. Das Kunstwerk entstand in der verhältnismässig langen Zeit von etwa zwei Jahren und wurde am 19. Juni 1938 feierlich eingeweiht.
Beschreibung des Fensters
Das Masswerk teilt das Fenster in zwei Teile. In der linken Hälfte steht der gute Hirte, rechts der Weingärtner. Beide Figuren sind frontal festgehalten, diagonal angeordnet und von ihren spezifischen Attributen begleitet: unten links vom Schäfchen, oben rechts vom Weinstock. Im Kopffeld ist die Lilienblüte dargestellt.
Der Schafhirte ist durch sein jugendliches Gesicht charakterisiert, das leicht geneigt ist. Er trägt auf seinen Schultern das verirrte und wiedergefundene Schäflein und hält es mit beiden Händen fest.
Der bärtige Rebbauer hält in seiner Rechten ein Rebmesser.
Beide Figuren tragen einen Hut und reiche Gewänder, deren Prunk viele erstaunt und auch Kritik herausgefordert hat. Pfarrer Amman erklärte dazu: "Symbol ist alles", sagt der Künstler. Er will damit ausdrücken, dass unser Herrgott reich ist, nicht armselig, kärglich und geizig, sondern unendlich reich, ein Herr, ein Fürst, der uns königlich beschenken und beglücken kann."
Die zwei Hauptfarben des Fensters, Rot und Blau, schlingen sich ineinander und bringen Rhythmus in die Gesamtkomposition. In fast pointilistischer Manier werden sie in mehreren Nuancen variiert und von violetten, grünen und braunen Tönen sowie gelben Punkten begleitet. Jede Farbe wiederholt sich mehrmals und ist so ins Glasgemälde verteilt, dass der starke Kontrast zwischen dunkeln und hellen Flächen ihre Leuchtkraft noch verstärkt....Voll und ganz Maler in seinem Anliegen, meidet Giacometti klar umrissene Glasformen und harte Bleilinien. Er verdeckt diese mit schwarzer ö–lfarbe und bindet sie in die harmonischen öœbergänge und Abstufungen der Schwarzlotmalerei ein.
Natürlich kann diese kurze Beschreibung trotz der Bilder die Wirkung des Originals nur sehr unvollkommen wiedergeben. Eine Besichtigung in der Kirche, die in der Regel tagsüber geöffnet ist, vielleicht verbunden mit einer Zeit der persönlichen Andacht, lohnt sich bestimmt. Die Angaben zur Entstehung und Beschreibung des Fensters sind zum Teil wörtlich entnommen aus: Astrid Kaiser, Das Glasfenster von Augusto Giacometti in der Kirche von Thayngen, Thayngen 1998.



