Pfarrerin Sylvia Kuster gestorben

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Kanzel im Münster (Foto: Matthias Eichrodt)
Am Sonntag, 22. April 2012 ist die ehemalige Münsterpfarrerin Sylvia Kuster im 90. Lebensjahr verstorben.
Am Freitag hat eine stattliche Trauergemeinde im Münster von der ehemaligen Pfarrerin Sylvia Kuster-Giroud Abschied genommen. Die Abdankungsfeier stand unter dem biblischen Psalmwort, das Antrieb, Leitlinie und Grundlage all ihres Schaffens war: "Lobe den Herrn meine Seele und alles, was in mir ist seinen heiligen Namen, lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat." (Psalm 103,1+2). Der Lebenslauf wurde von ihren Söhnen Martin und Andreas verlesen. Ihr Enkel Elias hat drei von ihr verfasste Gedichte vorgetragen. Vera Geissberger, die mit der Verstorbenen im Zusammenhang mit Münsterkantorei und Kirchenchor verkehrte, spielte an der Orgel Werke von Bach und Buxtehude, weil Sylvia Kuster diese Stücke selber gespielt hat. Sie war nämlich nicht nur Pfarrerin, sondern auch eine erstaunlich versierte Organistin und hat bei Stellvertretungen auf dem Land immer wieder beide Funktionen ausgeübt.
Sylvia Kuster hat die Stelle von ihrem 1981 im Amt verstorbenen Mann Walter Kuster übernommen und wurde als erste Frau im Kanton „ordentliche“, das heisst von einer Kirchgemeinde gewählte Pfarrerin. Bis zu ihrer Pensionierung 1988 sorgte sie für Kontinuität in der Münstergemeinde, hat sie doch seit ihrem Zuzug von Hemmental in die Stadt im Jahre 1954 ihren Mann im Pfarramt mit Rat und Tat unterstützt. Als unermüdliche Schafferin machte sie im „Unruhestand“ noch bis vor zehn Jahren viele Stellvertretungen und wurde vor allem immer wieder mit Abdankungen betraut. Infolge gesundheitlicher Probleme verbrachte sie die letzten Jahre im Altersheim Steig wo sie immer ruhiger wurde und zunehmend verstummt ist.
Matthias Eichrodt, Münsterpfarrer