Volle Kirche zu Erntedank

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Erntedank 2015: volle Kirche (Foto: Louis Landert)
Gut 140 Personen wollten dabei sein, wenn in der Kirche Löhningen der Erntedank-Familiengottesdienst gefeiert wird. Sie erlebten einen reichhaltigen Dank-Gottesdienst mit vielen Liedern, einer Geschichte und einer provokativen Predigt.
Lukas P. Huber,
Unter einem fröhlichen Orgel-Einangsspiel betraten die Kinder die Kirche; jedes Kind trug eine Frucht oder ein Gemüse und ergänzten den schön gestalteten Erntedank-Schmuck vor dem Taufstein.

Mirjam Brönnimann begrüsste die Gottesdienst-Gemeinde, speziell die Tauffamilie Solci. Weil das vergangene Landwirtschaftsjahr ein aussergewöhnliches war, bat Mirjam Brönnimann Landwirt Bernhard Müller nach vorne, und erzählte von den Herausforderungen der letzten Monate.

Es folgten ein paar Lieder, unter anderem eines mit Bewegungen für die Kinder. Dann erzählte Vreni Neukomm die Geschichte der Brotvermehrung aus Markus 6,31–44: Viele Leute kamen zu Jesus in eine einsame GEgend, damit er ihnen von Gott erzähle. Als er lange gesprochen hatte, sagten seine Jünger, er solle die Leute jetzt gehen lassen, damit sie sich Essen kaufen könnte. Gebt ihr ihnen doch zu essen, war seine Antwort. Doch sie hatten nichts – nur ein Knabe hatte zwei Brote und fünf Fische. Erstaunt war Petrus, als Jesus ihm und den anderen Jüngern den Auftrag gab, dieses Essen unter die vielen Hundert Menschen zu verteilen. Noch erstaunter waren sie, als sie immer wieder in den Korb griffen und es immer noch Brot und Fisch darin hatte.

«So geht es uns als Eltern», leitete Pfarrer Lukas P. Huber die Taufe von Lorenzo Solci ein: «Wir merken, dass wir nicht genug Kraft und Liebe haben.» In der Taufe vertrauten die Eltern Lorenzo Gott an, der ihnen – und ihm – mehr als genug geben werde.

Nach der Taufe verliessen die Kinder die Kirche, während die Gemeinde ein weiteres Lied sang. Die Kinder verzierten während der Predigt Weggli, die sie der Gemeinde am Schluss des Gottesdienstes als Wegzehrung in den Sonntag mitgab.

In der Predigt ging Pfarrer Huber auf zwei Aspekte der Geschichte der Brotvermehrung ein: «Menschen haben Hunger, und Menschen haben den Eindruck, sie haben zu wenig.» Das Gefühl, zu wenig zu haben, sei es an Geld, an Zeit oder Beachtung, habe oft wenig mit den wirklichen Eigentumsverhältnissen oder dem wirklichen Leben zu tun, sondern sei das Gefühl, zu kurz zu kommen. Jesus begegne diesem Gefühl mit einer überraschenden Anweisung: Die Jünger sollten das «zu Wenige» verteilen. «Konkret: Wenn Sie das Gefühl haben, zu wenig zu haben, dann geben Sie das Wenige weiter», forderte er die Zuhörer(innen) auf. Und setzte noch einen drauf: «Wenn das stimmt, was ich da gerade gesagt habe, wenn Jesus will, dass wir zuerst geben, gerade, wenn wir das Gefühl haben, selber zu kurz zu kommen: Dann müssten wir über diese Anweisung von Jesus noch einmal vor dem Hintergrund der Flüchtlingsfrage nachdenken.»

Klar werde in der Geschichte, schloss Pfarrer Huber, dass Menschen ihren (Lebens-)Huber bei Jesus gestillt sahen, weil er mehr gibt, als wir brauchen. «Darum vertrauen Sie diesem Jesus: Er wird sie äusserlich und innerlich satt machen», schloss er, worauf zum Orgel-Zwischenstück die Kinder in die Kirche zurückkehrten.

Nach den Mitteilungen und dem Fürbittegebet schloss der Gottesdienst mit dem Angebot, die Erntedank-Gaben mitzunehmen und dafür einen selbst gewählten Betrag in einen Topf zu legen. Doch damit war der Erntedank noch nicht vorbei. Gestärkt mit den Weggli machten sich gut 70 Personen auf den Weg in den Kleeblatt-Saal, um das Erntedank-Zmittag zu essen, das die Probierlöffel-Chuchi gekocht hatte.
Erntedank-2015
02.11.2015
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