Sonne und Regen, Mut und Übermut

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Familiengottesdienst «Nur Mut» Kinder: Ein Teil der Kinder während eines Kurzschauers am Familiengottesdienst «im Tal» in Guntmadingen. Beim Spontantheater machten sie trotzdem mit. (Foto: Lukas P. Huber)
Wo sollte der Familiengottesdienst stattfinden: in der Kirche (Regenprogramm) oder wie alle gehofft hatten, bei der Grillstelle «Im Tal» in Guntmadingen? Die Verantwortlichen entschieden sich für den Freiluft-Gottesdienst – und über 80 Personen liessen sich von gelegentlichen Regenschauern nicht stören.
Lukas P. Huber,
Um 7.30 Uhr war die Welt noch in Ordnung: Die konsultierten Prognosen verhiessen keinen Regen mehr für Guntmadingen. Also wurde entschieden, dass der geplante Freiluft-Familiengottesdienst wie geplant bei der Grillstelle «Im Tal» in Guntmadingen stattfinden sollte.

Bei den Wetterverhältnissen täuschten sich die Verantwortlichen, nicht aber bei dem Aufmarsch der Leute: über 80 Personen – davon 35 Kinder – fanden sich in Guntmadingen ein. Offenbar hat es sich herumgesprochen, dass das Familiengottesdienst-Team spannende und fröhliche Gottesdienste vorbereitet, zu denen es sich lohnt, bei Bedarf auch die Regenjacke mitzunehmen.

Kaum hatte der Gottesdienst begonnen – die Musiker (Doris Klingler an der Handorgel), Mattias Ernst an der Mundharmonika) hatten sich vorsichtshalber unter der Deckklappe eines Autokombis niedergelassen –, schon begann es zu regnen. Zum Glück nicht für lange: Während des Spontantheaters zur Geschichte, die Mirjam Brönnimann erzählte, klarte es auf, und für einen Moment schien die Sonne. Die Kinder spielten passend zum Wetter die Geschichte von Jesus und Petrus, als die Jünger auf dem Boot in Seenot geraten und von Jesus, auf dem Wasser gehend, eingeholt werden. Zuerst schreien sie vor Angst, weil sie glauben, ein Gespenst zu sehen, doch als sie Jesus beruhigt – «ihr braucht keine Angst zu haben, ich bin es» – bekommt Petrus einen Mutanfall und bittet Jesus, ihm zu befehlen, er solle auf dem Wasser zu ihm kommen. Jesus sagt zu, Petrus steigt aus dem Boot, bis er sieht, wie hoch die Wellen sind. Er bekommt Angst und fängt an zu sinken. Er ruft «Herr, hilf mir!», und Jesus hält ihm die Hand hin und tadelt ihn, dass er das Vertrauen auf ihn verloren habe.

Nachdem die Kinder mit vollem Einsatz die Geschichte zu Ende gespielt hatten, ging das Team mit den Kindern in eine Scheune in der Nähe, um mit Rindenstücken und Papierstücken ein Boot zu basteln. Während dieser Zeit vertiefte Pfarrer Lukas P. Huber den Inhalt der Geschichte in der Predigt. An Jesus glauben heisse nicht, dass man vor Angst bewahrt bleibe, sagte er in Anspielung auf die Jünger, die auf dem Boot fürchterlich erschraken. An Jesus glauben bedeute aber, dass man in aller Angst die Stimme von Jesus höre, der sagt: «Du brauchst keine Angst zu haben, ich bin bei dir.» Und wenn man dann einen Mutanfall hat und sich auf unsicheres Terrain begibt, dann lohnt es sich, auf Jesus zuzugehen, dorthin, wo er einen packen kann, wenn man noch ein weiteres Mal von der Angst gepackt wird, sagte Huber.

Nachdem die Kinder zum Musik-Zwischenstück zurückgekommen waren, betete die ganze Gemeinde mit Karin, worauf sie von Vreni Neukomm verabschiedet und von Pfarrer Huber gesegnet wurde.

Auf den Gottesdienst folgte – bei weiterhin wechselnder Witterung – der Aperitif, worauf zwei Feuer von dem Jungschar-Team entzündet wurden. Das Essen schmeckte, die Stimmung unter den Erwachsenen war gut, und die Kinder machten begeistert mit bei den Spielen des Jungschar-Teams.