Das Licht geht aus in Tudichum

Schulweihnacht 6

Schulweihnacht 6

Unter diesem Titel präsentierten am 4. Advent der Kindergarten und die Primarschule in Gächlingen ihr Weihnachtsspiel.
Hanna Stettler, Fotos Werner Näf, stettler-richter@gmx.net
Die Leute von Tudichum sind nicht nur reich, sie bilden sich auch viel darauf ein. Nur das Teuerste und Beste gibt es auf ihrem Weihnachtsmarkt zu kaufen. Da kommt ein kleiner Junge daher. Er ist zufällig der zehntausendste Gast am Markt und bekommt deshalb eine 500-Franken-Note in die Hand gedrückt. Eine einzige Bedingung ist daran geknüpft: Er muss das Geld auf dem Markt ausgeben. Das erweist sich als schwieriger als gedacht, denn alles, wonach sein Bubenherz begehrt, gilt in Tudichum als zu gewöhnlich und wird gar nicht verkauft.
Ein alter Mann tritt hinzu. Er hat auf seinem Leiterwägelchen alles, was „früher“ zum Weihnachtsfest gehörte: einen Christbaum, echte Kerzen, ein Weihnachtsbuch, selbstgebackene Plätzchen. Er bittet die Bewohner von Tudichum inständig, ihm doch etwas abzukaufen. Er ist darauf angewiesen für seinen Lebensunterhalt. Aber die Tudichumer rümpfen nur die Nase und verspotten ihn mit seinem „Kram“. So etwas will hier niemand kaufen. Enttäuscht zieht der Mann von dannen.
Auf einmal fangen die Lampen in Tudichum zu flackern an. Plötzlich gehen sie ganz aus, und es ist dunkel. Empört beschwert man sich beim Marktaufseher über dieses Unglück. Wie soll man denn nun am nächsten Tag Weihnachten feiern? Man findet ja kaum nach Hause in dieser Dunkelheit. Hätte man doch den Alten nicht so schroff abgewiesen. Seine Kerzen wären jetzt nützlich. Plötzlich schämen sie sich, die Leute von Tudichum, dass sie so unfreundlich und hartherzig gewesen sind.
Da kommt der kleine Junge wieder daher. Er hat auf dem Markt nichts gefunden, was ihm und vor allem seinen Geschwistern, die er so gern beschenken möchte, gefallen würde. Aber er hat den alten Mann getroffen und von ihm gekauft, was er für Weihnachten nötig hatte. Auch den Christbaum und die Kerzen. Um dieses vorher so verspottete Bäumchen versammeln sich nun die Tudichumer und sind froh über das helle, warme Kerzenlicht.
Ja, es stimmt, was der Chor der Kindergärtler und 1.-3.-Klässler singt:

S gröschte Gschenk vo de Wiehnacht liit nid under em Chrischtbaum doo.
Es isch nid iipackt i Papier, kan Bändel und ka Chärtli draa.
...
Jo, s gröschte Gschenk hät Gott üüs gmacht
a der erschte Wiehnacht:
De Jesus hät er zu üüs loo,
da mir chönd Freud und Friede haa.


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Autor: Hanna Stettler     bereitgestellt: 23.12.2009