Zwei Väter

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SamGo-Band Dezember 2012 (Foto: Lukas P. Huber)
Im Tauf-Familiengottesdienst zum 1. Advent 2012 ging es um zwei Väter: einen, der seine beiden Söhne bat, ihm zu helfen, und einem, dem die Phantasie durchbrennt. Die SamGo-Band begleitete die Kinder des 3.-Klass-Unterrichts beim Singen.
Maja Ernst,
Ein Mann hatte zwei Söhne und einen grossen Apfelbaumgarten. Als es nun zur Ernte kam, bat der Mann seinen ersten Sohn, ihm dabei zu helfen. Dieser druckste mit Ausreden herum und hielt sich von der Arbeit fern. Das enttäuschte den Vater, doch setzte er seine Hoffnung auf seinen zweiten Sohn. Dieser stimmte sofort zu und wollte gleich nach dem Lesen helfen kommen. Leider vergass er sein Versprechen.

Den ersten Sohn hatte inzwischen das schlechte Gewissen geplagt und er eilte dem Vater doch noch zur Hilfe.

«Wer von beiden hat besser getan?», wollte Jesus von seinen Zuhörern, den Pharisäern und Schriftgelehrten wissen.

Und etwas später: «Nicht was wir sagen, sondern was wir tun, ist wichtig!»

Diese leicht abgeänderte Geschichte aus dem Matthäus-Evangelium erzählte Katechetin Sonja Tanner der Gemeinde am vergangenen Sonntag, 2. Dezember.

Die zehn Kinder des Drittklassunterrichts hatten den Gottesdienst mit dem Lied «Vollträffer» eröffnet. Bestimmt sangen sie die Worte «Wunderbar bisch du gmacht…» gerade für die zwei Täuflinge, die Geschwister Lilli und Jan Walter.

Die SamGo-Band begleitete die Gemeinde durch die Loblieder und Mischa Hafen vertonte den Psalm 139 mit den schönen Worten «Vo allne Siite umgiisch du mich, Herr».

Nach der Taufe, an der die beiden Täuflinge von den Drittklässlern gute Wünsche erhalten hatten, leitete Pfarrer Lukas P. Huber zur Predigt über.

Der vorgeschlagene Text war der Lobgesang von Zacharias, als er nach neun Monaten stumm sein seine Stimme zurück erhalten hatte (Lukas 1, 67–79). Er lobte Gott von ganzem Herzen und kündete den kommenden Retter an, der das Volk von den Feinden befreien würde, so dass keine Angst, sondern Friede herrschen werde.

Diese Worte tönen im Nachhinein ziemlich merkwürdig. Wir wissen, dass kein Friede eintrat, im Gegenteil, es kam niemand, der die Juden von den Römern befreite, viele verloren im Gegenteil im Aufstand gegen diese ihre Leben. Zacharias eigener Sohn, der spätere Johannes der Täufer, wurde geköpft, Jesus gekreuzigt. Im Jahr 132 n.Chr. liess König Hadrian in Jerusalem eine Ritterstatue errichten und es wurden den Göttern Jupiter und Juno gedient und später wurden die ersten Christen brutal verfolgt. Wo war denn nun dieser Retter und dieser Friede?

Auch heute suchen wir ihn oft vergebens- vielleicht resigniert- und die Worte des Zacharias stehen quer zu unseren eigenen Lebenserfahrungen. Warum wurde dieser Text überliefert, fragte Huber.

Diese Worte sollen uns Mut machen und die Hoffnung am Leben erhalten. Es gibt eine Hoffnung, gib nicht auf! Es ist in Ordnung, Sehnsucht nach einer besseren Welt zu haben. Wir sollen leben, auch wenn so vieles im Argen liegt und wir werden warten müssen, bis die endgültige Erlösung kommt. Aber sie wird kommen.

Advent heisst Ankunft. So wie die Juden lange auf die Geburt des Retters gewartet haben, so dürfen wir heute hoffnungsvoll auf seine Rückkehr und Erlösung warten!