Ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung in Ramsen - Der Friedhof, ein Stück Lebensgeschichte

Es gehört zur Eigenart des Dorfes Ramsen, dass die beiden Kirchgemeinden je ihren eigenen Friedhof besitzen, gestalten und pflegen. Am Mittwoch, 7. Juli, waren die Mitglieder der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde zu einer ausserordentlichen Versammlung eingeladen.
Das 2003 angelegte Gemeinschaftsgrab hatte in den vergangenen Jahren immer wieder zu reden gegeben. Der Kirchenstand hatte ein offenes Ohr für die verschiedenen Meinungen. Er liess aufgrund der Einwände eine Variante zur Umgestaltung der Anlage erarbeiten und stellte diese an der Versammlung vor.

17 Gemeindeglieder und der Kirchenstand setzten sich in einer lebhaften Diskussion mit der gegenwärtigen Situation des Gemeinschaftsgrabes auseinander und erwogen die Vor- und Nachteile einer Umgestaltung. Es zeigte sich, dass die Anlage, welche 2003 von einer Gruppe Freiwilliger aus der Kirchgemeinde gebaut worden war, von allen Anwesenden geschätzt wird und nicht verändert werden soll. Grund zur Kritik und für Unbehagen war die Bestattung der Urnen entlang der Friedhofmauer, in Distanz zu den übrigen Grabstellen. Die Versammlung entschied sich mit kleiner Mehrheit für das Beibehalten des jetzigen Gemeinschaftsgrabes. Der Kirchenstand legt Wert darauf, dass alle Dorfbewohnerinnen und –bewohner wertschätzend und auch im Tod als Teil der Dorfgemeinschaft und –geschichte beigesetzt werden. Er wird die Urnen künftig weiter von der Friedhofmauer entfernt und näher bei der Gesamtanlage in der Rasenfläche bestatten. Die Anonymität bleibt weiterhin gewahrt, jedoch erinnert die Inschrift auf der Namenstafel an die Menschen, die über den Tod hinaus ein Teil der Geschichte Ramsens bleiben.

Rolf Stamm
Autor: Rolf Stamm     bereitgestellt: 09.07.2010    
aktualisiert mit kirchenweb.ch