Jesus kommt als Fremder und öffnet uns den Weg zu Nähe, Versöhnung und Frieden – das ist Weihnachten.
Liebe Schwestern und Brüder
«Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen.»
Kennen Sie die beglückende und zugleich überraschende Erfahrung, die hinter diesem Satz steht?
Nun, zitiert ist dieses Wort von einem Menschen, der ein ganz anderes Leben führt als wir alle, nämlich Jesus. Einerseits ist mit diesem Satz etwas ausgesprochen, das wir wohl kennen, das wir aber vielleicht auch allzu gerne dann verdrängen.
Haben wir Mut, uns einzugestehen, wo wir Fremde sind? Und haben wir den Mut anzuerkennen, wo ein anderer wirklich ein Fremder für uns ist?
Kennen sie die kalt lächelnde Fassade des «wir verstehen einander doch»... Und im Herzen weiss man ganz genau, allein, unverstanden zu sein.
«Das Licht scheint in der Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht angenommen.» (Joh 1,5)
Gott kam als Fremder zu uns Menschen; der Herr, der nicht kam wie die Herren der Welt. Er kam als Licht in die Welt – aber er musste erfahren, was es heisst, als Fremder nicht angenommen zu sein; abgelehnt, verworfen zu sein. Zuletzt verspottet und verurteilt.
Und trotzdem ist seine Türe immer offen für uns. Seine offene Türe will auch uns ermuntern, einander das Leben leichter zu machen, Eis aufzutauen, Beziehung und Begegnung zu ermöglichen – auch und gerade Enttäuschungen und Zurückweisungen zum Trotz; und Gräben zu überwinden. ER weiss, dass wir innerlich verdorren und stumpf und hart werden, wenn wir nicht regelmässig seelische Wärme empfangen und weitergeben können. Er weiss, dass wir es auf Dauer nicht aushalten, wenn wir Fremde bleiben – und so im Schatten des Todes sitzen. Aufeinander zuzugehen, und so die Fremdheit der Vertrautheit und Nähe weichen zu lassen – das heisst es auch, Weihnachten werden zu lassen. Denn dann wird es licht sogar im Schatten des Todes und unsere Füsse gehen auf den Weg des Friedens, den wir der ganzen Welt wünschen, wo in dieser Zeit so Vieles im Argen liegt und der Frieden in Europa gefährdeter scheint, als seit vielen Jahrzehnten.
Jesus ist uns diesen Weg des Aufeinanderzugehens, der Versöhnung und des Friedens voraus gegangen.
Gehen auch wir in solchem Bewusstsein hinein in die Weihnachtszeit!
Von Herzen wünsche ich Ihnen eine gesegnete und friedvolle Weihnacht.
Ihr Pfarrer Jürgen Will
«Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen.»
Kennen Sie die beglückende und zugleich überraschende Erfahrung, die hinter diesem Satz steht?
Nun, zitiert ist dieses Wort von einem Menschen, der ein ganz anderes Leben führt als wir alle, nämlich Jesus. Einerseits ist mit diesem Satz etwas ausgesprochen, das wir wohl kennen, das wir aber vielleicht auch allzu gerne dann verdrängen.
Haben wir Mut, uns einzugestehen, wo wir Fremde sind? Und haben wir den Mut anzuerkennen, wo ein anderer wirklich ein Fremder für uns ist?
Kennen sie die kalt lächelnde Fassade des «wir verstehen einander doch»... Und im Herzen weiss man ganz genau, allein, unverstanden zu sein.
«Das Licht scheint in der Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht angenommen.» (Joh 1,5)
Gott kam als Fremder zu uns Menschen; der Herr, der nicht kam wie die Herren der Welt. Er kam als Licht in die Welt – aber er musste erfahren, was es heisst, als Fremder nicht angenommen zu sein; abgelehnt, verworfen zu sein. Zuletzt verspottet und verurteilt.
Und trotzdem ist seine Türe immer offen für uns. Seine offene Türe will auch uns ermuntern, einander das Leben leichter zu machen, Eis aufzutauen, Beziehung und Begegnung zu ermöglichen – auch und gerade Enttäuschungen und Zurückweisungen zum Trotz; und Gräben zu überwinden. ER weiss, dass wir innerlich verdorren und stumpf und hart werden, wenn wir nicht regelmässig seelische Wärme empfangen und weitergeben können. Er weiss, dass wir es auf Dauer nicht aushalten, wenn wir Fremde bleiben – und so im Schatten des Todes sitzen. Aufeinander zuzugehen, und so die Fremdheit der Vertrautheit und Nähe weichen zu lassen – das heisst es auch, Weihnachten werden zu lassen. Denn dann wird es licht sogar im Schatten des Todes und unsere Füsse gehen auf den Weg des Friedens, den wir der ganzen Welt wünschen, wo in dieser Zeit so Vieles im Argen liegt und der Frieden in Europa gefährdeter scheint, als seit vielen Jahrzehnten.
Jesus ist uns diesen Weg des Aufeinanderzugehens, der Versöhnung und des Friedens voraus gegangen.
Gehen auch wir in solchem Bewusstsein hinein in die Weihnachtszeit!
Von Herzen wünsche ich Ihnen eine gesegnete und friedvolle Weihnacht.
Ihr Pfarrer Jürgen Will


