Schaffhauser Wort zum Sonntag

Pfarrtraining vor der Kamera

Zu den Notizen kommt jetzt auch der Gedanke. Schaffhauser Pfarrpersonen sprechen die "Notizen zum Sunntig" am regionalen Radio und neu auch die "Gedanken zum Wochenende" am Fernsehen. Aber zuerst wird die Mannschaft zum Training aufgeboten.

Martin Edlin

Pfr. Martin Roth (Neuhausen) im Studiotraining

Ab Samstag, 22. Mai, führt das Schaffhauser Fernsehen eine neue Sendung ein. Sie heisst «Gedanke am Wuchenänd» und wird mit «besinnlichem Gedankenanstoss» umschrieben. Die Beiträge von jeweils vier Minuten Länge, gestaltet von Pfarrerinnen und Pfarrer der drei Schaffhauser Landeskirchen, sollen die Menschen in unserer Region bei einer sie in ihrem Alltag berührenden Frage abholen und diese aus christlicher, aber überkonfessioneller Sicht beleuchten.

Brennend interessiert.   Zuschauer als alle Krimis und andere Serien. In Schaffhausen musste es jedoch zuerst brennen, bevor eine ähnliche TV-Institution geschaffen wurde: Als an Weihnachten letzten Jahres St. Johann-Pfarrer Andreas Heieck für eine Betrachtung zu den Festtagen ins Studio des Schaffhauser Fernsehens eingeladen wurde, setzte vor laufender Kamera eine Kerze ein offensichtlich schon dürres Adventsgebinde in Brand. Zwar war alles gelöscht, bevor Schaden angerichtet war. Aber der eilig herbeigeeilte Geschäftsführer der privaten TV-Station, Klaus Winiger, hatte einen zündenden Gedanken: Es wäre doch schön, wenn auch wir an jedem Wochenende einen kirchlichen Beitrag ausstrahlen könnten. Brennen muss es ja nicht jedes Mal!

Wer?  Zusammen mit dem Medienbeauftragten der reformierten Kantonalkirche wurde ein Konzept erarbeitet und ein sechsköpfiges Team gebildet, das sich der Aufgabe dieser «Gedanke am Wuchenänd» annimmt. Pfrn. Barbara Brunner (Siblingen), Pfrn. Dorothe Felix (Feuerthalen) und Pfr. Martin Roth (Neuhausen) für die reformierte Kirche, Diakon Christoph Cohen, Gemeindeleiter der Pfarrei Sankt Konrad, und Pastoralassistent Diego Hieronymi aus Neuhausen für die römisch-katholische Kirche sowie der christkatholische Pfarrer Martin Bühler waren bereit, sich ins Abenteuer zu stürzen. Jede und jeder von ihnen übernimmt jeweils für vier Wochenenden hintereinander die «Gedanken am Wochenende», so dass alle Mitwirkenden zweimal pro Jahr die Sendungen während eines ganzen Monats betreuen. Die «Gedanke am Wuchenänd» werden vom Schaffhauser Fernsehen jeweils am Samstag und am Sonntag nach 19 Uhr ausgestrahlt und dann stündlich (20 bis 1 Uhr) wiederholt, ebenso am Sonntag- und Montag-Vormittag jeweils nach 8 und nach 9 Uhr.

Training.  Bevor nun am Wochenende vom 22./23. Mai die erste Sendung über den Bildschirm flimmern soll (den Auftakt an den beiden letzten Mai-Wochenenden macht Pfr. Martin Roth; im Juni ist Pfr. Martin Bühler an der Reihe), mussten die Schaffhauser Neo-TV-Pfarrerinnen und -Pfarrer in ihre Aufgabe eingeführt werden. «Der TV-Konsument nimmt 75 Prozent der Information visuell und nur 25 Prozent akustisch auf», führte der Schauspieler German Greull die neuen Gesichter am Schaffhauser Fernsehen in ihre künftige Bildschirm-Präsenz ein. «Ablesen gestattet, aber dabei nicht so tun, wie wenn man frei sprechen würde. Kurze Sätze machen, und nur einen einzigen Gedanken pro Satz äussern. Sich Zeit nehmen, nicht hetzen. Die Kamera kann man nicht betrügen, deshalb ganz natürlich bleiben.» Solche und viele weitere gute Ratschläge gilt es zu beherzigen, was in der Theorie ja noch leicht erscheinen mag, aber in der Praxis? Klaus Winiger beruhigt: «Am Lokalfernsehen muss nicht alles perfekt sein. Selbst ein Versprecher ist kein Unglück. Die Leute Zuhause schätzen es, wenn sie Menschen wie du und ich am Bildschirm sehen. Das macht die Glaubwürdigkeit unseres Mediums aus.»

Kirche strahlt.  Mit den «Gedanke am Wuchenänd» wird ein weiterer Schritt in der Überlegung getan, dass die Kirchen, wenn immer weniger Menschen zu ihr kommen, eben zu den Menschen gehen muss. Ein Weg zu den Menschen führt heute sicher über die elektronischen Medien, gerade im lokalen und regionalen Bereich, wo die persönliche Note und das Einander-kennen eine besondere Rolle spielen. So werden seit zwanzig Jahren am Schaffhauser «Radio Munot» jeden Samstagabend die «Notizen zum Sonntag» und jeweils am letzten Sonntag eines Monats ein einstündiges, kirchliches Magazin ausgestrahlt, wobei eine ökumenische Kommission redaktionell verantwortlich zeichnet. Mit grossem Erfolg, wie man immer wieder aus positiven Reaktionen aus der Hörerschaft schliessen kann! Die guten Erfahrungen erhalten nun eine televisionäre Dimension.

publiziert am 12. Mai 2004




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Ab Samstag, 22. Mai, führt das Schaffhauser Fernsehen eine neue Sendung ein. Sie heisst «Gedanke am Wuchenänd» und wird mit «besinnlichem Gedankenanstoss» umschrieben. Die Beiträge von jeweils vier Minuten Länge, gestaltet von Pfarrerinnen und Pfarrer der drei Schaffhauser Landeskirchen, sollen die Menschen in unserer Region bei einer sie in ihrem Alltag berührenden Frage abholen und diese aus christlicher, aber überkonfessioneller Sicht beleuchten.      » alles     » frühere Frontartikel


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