Englisch in Löhningen

Weihnachten auf Englisch - und noch viel mehr

Inhalt:
Bericht Pfr. D. Brot
Interview Rev. R. Davis
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Löhningen ist erstaunlich international - besonders in der Weihnachtszeit. Eine Adventsfeier auf schwedisch und eine englischsprachige Weihnachtsfeier am Samstag vor dem vierten Advent zeugen davon. Besonders die englischsprachigen Angebote sind Pfr. Damian Brot und seiner Frau Janet wichtig. Er berichtet von der English Bible Group und hat ein Interview geführt mit Richard Davis, Pfarrer der International Protestant Church Zurich, der die Bibelgruppe angegliedert ist. Diese englischsprachige Gemeinde und ihr Pfarrer sind hier weniger bekannt - aber sie haben viel zu bieten.

Damian Brot / Werner Näf

Kirche Löhningen
Kirche Löhningen

(Damian Brot) Bei meinem mehrjährigen Aufenthalt in den USA habe ich wahrgenommen, dass in den amerikanischen Kirchgemeinden in der Regel eine Sonntagsschule für alle Altersstufen angeboten wird. Eine Stunde vor dem Hauptgottesdienst treffen sich viele Mitglieder in zahlreichen Kleingruppen und besprechen einen Abschnitt aus der Bibel. Dafür wird von den verschiedenen Denominationen Unterrichtmaterial angeboten. Vor meiner Rückkehr in die Schweiz habe ich mir einige Studienhefte für die Sonntagsschule mit Erwachsenen angeschafft.

Reformierte ohne Englisch.   Nach meinem Amtsantritt als Pfarrer der reformierten Kirchgemeinde Löhningen-Guntmadingen ist mir aufgefallen, dass in den Landeskirchen im Raum Schaffhausen keine Veranstaltungen in englischer Sprache angeboten werden, obwohl die englischsprachige Bevölkerungsgruppe in den letzten Jahren zugenommen hat. Deshalb haben meine amerikanische Frau Janet und ich beschlossen, einen englischen Bibelgesprächskreis in das Angebot der Kirchgemeinde aufzunehmen.

Kirche Löhningen
Apéro der Bible Group mit Gästen, Löhningen

Bible Group.  Seit gut einem halben Jahr treffen sich jede zweite Woche sechs bis zwölf Personen im Pfarrhaus Löhningen zur Bibellektüre mit anschliessender Diskussion. Gegenwärtig gehören zu unserer Gruppe eine Südafrikanerin, eine US-Amerikanerin, eine Tochter von ehemaligen Missionaren in Japan und andere Leute, die aus beruflichen oder familiären Gründen eine Zeit lang in einem englischsprachigen Land gelebt haben. Einige Einheimische aus der Region haben das Angebot eines englischen Bibelgesprächskreises angenommen, um ihre Englischkenntnisse zu verbessern.
Unsere Gruppe ermöglicht Begegnungen zwischen Menschen aus unterschiedlichen Ländern, was die Teilnehmer als besonders bereichernd erleben. Der bisherige Höhepunkt unserer Treffen war ein gemeinsames Abendessen im Rahmen eines Besuchs von zwei Studierenden aus dem Ökumenischen Institut Bossey bei Genf, einem katholischen Priester aus Tansania und einer evangelischen Theologin aus Australien. Weitere Informationen sind zu finden auf der Infoseite der Englisch Bible Group.

Links :
IPC International Protestant Church
Open House Englischsprachiger Gottesdienst in Schaffhausen
English Bible Group Löhningen
English Christmas Löhningen
Mail an Pfr. Damian Brot

Christmas.  Meine Frau Janet sagt, dass in der Weihnachtszeit das Heimwehgefühl zunimmt. Es scheint ein Bedürfnis vieler Menschen zu sein, Weihnachten in der Muttersprache zu feiern. Deshalb hat unser Bibelgesprächskreis beschlossen, am 20. Dezember um 16.00 Uhr in der Kirche Löhningen einen Weihnachtsgottesdienst in englischer Sprache anzubieten. Wir werden englische Weihnachtslieder singen und eine Geschichte hören. Predigen wird der Pfarrer der International Protestant Church of Zurich (IPC), Rev. Richard Davis. Unsere Gesprächsgruppe hat den Status einer „Community Group“ in der IPC in Zürich. Nach dem Weihnachtsgottesdienst bieten wir einen Aperitif an. Dort möchten wir abklären, ob es in der Region Schaffhausen ein Bedürfnis nach mehr christlichen Angeboten in englischer Sprache gibt.
Wer weiss, vielleicht werden wir schon bald in Löhningen Kinder von englischsprachigen Familien taufen ….

Pfr. Damian Brot, Löhningen

Interview mit Reverend Richard Davis

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Bericht Pfr. D. Brot
Interview Rev. R. Davis
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Der Pfarrer der International Protestant Church of Zurich (IPC) und Prediger am englischen Weihnachtsgottesdienst in Löhningen gibt Auskunft über seinen Lebensweg, die IPC und seine Eindrücke in der reformierten Kirche in der Schweiz. Die Fragen stellt Damian Brot.

Reverend Richard Davis: Wie wurden Sie Pfarrer der International Protestant Church of Zurich (IPC)?

Reverend Richard Davis
Reverend Richard Davis

Vor meinem Amtantritt in Zürich war ich bereits 29 Jahre als Pfarrer tätig. Ich arbeitete als Jugend- und Studentenseelsorger und als Pfarrer von Gemeinden in den USA und in Belfast in Nordirland. Die Zeit in Belfast (1984-1986) veränderte unser Leben. Sie hinterliess in uns das Bedürfnis, irgendwann wieder nach Europa zurückzukehren.
Von 1998 bis 2000 nahm ich eine Auszeit von der vollzeitlichen Seelsorge und gründete eine Firma zur Herstellung eines Produkts für die Modernisierung von Häusern. Dies war mein Aufenthalt in der so genannten „realen Welt“. Allerdings bin ich der Meinung, dass die Welt des Glaubens viel realer ist als die Welt des Geldes.
In dieser Zeit leistete ich an den Wochenenden Dienst als Pfarrer in einer kleinen Universitätsgemeinde, die sich keine Angestellten leisten konnte. Auch liess ich meinen Namen auf eine Liste mit Personen setzen, die über Vakanzen in internationalen Gemeinden informiert werden. So kam die IPC in Zürich ins Spiel. Ich bewarb mich und erhielt schliesslich von der Gemeinde ein Angebot, ihr neuer Pfarrer zu sein.
Meine Frau Susan und ich mussten einen schwierigen Entscheid fällen. Sollte ich bei der Firma bleiben, die ich gegründet hatte und die hohe Erfolgsaussichten hatte? Oder sollte ich das Geschäft meinen Partnern überlassen und zurück in die Kirche gehen, dorthin, wo ich wirklich sein wollte? Im Augenblick, als das Flugzeug in Zürich landete, war diese Frage beantwortet. Wir haben nie zurückgeschaut. Wir lieben die Schweiz, Zürich, die IPC und alle unsere Freunde hier. Gott wusste, was er tat.

Was ist das Besondere an der IPC?

Reverend Richard Davis

Diese Gemeinde ist aus folgenden Gründen anders als alle Gemeinden, in denen ich vorher tätig gewesen bin:
1) Die IPC ist eine unabhängige und selbsttragende Gemeinde, die seit 42 Jahren von vielen treuen Mitgliedern am Leben erhalten wird.
2) Wir haben Mitglieder aus sechs Kontinenten und über 55 Ländern. Nicht viele Gemeinden auf der Welt können eine solche Vielfalt vorweisen. Es gibt in unserer Gemeinde keine langweiligen Momente. In einer Gemeinde mit viel Wechsel bei den Mitgliedern (alle drei Jahre wechselt etwa ein Drittel unserer Mitglieder) wiederholt sich nie etwas. Hier ist das stimulierendste Umfeld, das ich je erlebt habe. Sie sollten einmal das Essen an unseren „potluck dinners“ ausprobieren!
3) Weil wir eine unabhängige, vielfältige Gemeinschaft sind, vertreten wir nicht eine lange Liste von Lehren. Wir versammeln uns hinter zwei Grundsätzen. Wir glauben an Jesus Christus als Herrn und Erlöser und betrachten die Bibel als Gottes autoritatives Wort für uns. Daneben gibt es eine grosse Vielfalt von Überzeugungen unter unseren Mitgliedern, die weltweit aus allen denkbaren kirchlichen und religiösen Umfeldern herkommen.
4) Wir sind einzigartig, weil wir eine Generationen übergreifende Gemeinde sind. In unserer Sonntagsschule haben wir über 150 Kinder. Wir haben Angebote für Jugendliche, Singles, Männer- und Frauengruppen und noch viele andere Aktivitäten. Unsere Mitglieder treffen sich regelmässig in Hauskreisen an verschiedenen Orten in der Stadt und in der Region. Unser Gottesdienst am Sonntagmorgen ist eher traditionell reformiert. Am Sonntagabend bieten wir einen alternativen Gottesdienst an, der eher junge Leute anspricht und weniger formell, dafür lauter ist. Wir bieten in der IPC nicht alles an, aber das meiste.

Sie wurden in der presbyterianischen Kirche in den USA ordiniert, die zur reformierten Konfessionsfamilie gehört. Wie erleben Sie die reformierte Kirche in der Schweiz?

Als ein amerikanischer presbyterianischer Pfarrer war es für mich aufregend, zu meinen theologischen Wurzeln in die Schweiz zu gehen. Zwingli und Calvin hatten einen grossen Einfluss auf mich als ich in der Kirche aufwuchs und später bei meiner theologischen Ausbildung. Im Hinblick auf die Ordination musste ich mir das von Bullinger (der Nachfolger von Zwingli am Grossmünster) verfasste „zweite Helvetische Bekenntnis“ gut einprägen. Reverend Richard Davis Die Lehrmeinungen von meiner Denomination und der reformierten Kirche in der Schweiz können fast nicht voneinander unterschieden werden. So fühle ich mich im Kanton Zürich zu Hause. Ich kann den Ablauf der reformierten Gottesdienste in der Schweiz gut verstehen, obwohl mein Deutsch nicht so gut ist. Die Form und der Inhalt der Gottesdienste stimmen mit dem überein, an das ich gewohnt bin. Allerdings bin ich ein bisschen traurig, wenn ich sehe, dass viele Schweizer Kirchen fast leer sind. Mit einem solchen reichen Erbe und mit so vielen wunderschönen Kirchen würde man annehmen, dass mehr Leute in den Kirchenbänken sitzen. Ich wage keine Diagnose, warum dies nicht der Fall ist. Ich denke aber, es hat etwas mit der Unfähigkeit der Kirchenführer zu tun, mit den Veränderungen in der Gesellschaft standzuhalten und neue Wege in der Verkündigung des Evangeliums zu gehen. Ich bete, dass ich von meinen Kollegen in der Schweiz lernen darf und dass diese umgekehrt von den Kontakten mit der IPC profitieren können. Es gibt viel Wertvolles, das wir einander geben könnten. Zahlenmässig sind wir eine wachsende Gemeinschaft. Doch wir sehnen uns nach Wachstum im Glauben und in der Reife. Ich denke, auch die Schweizer Pfarrer sehnen sich nach beidem. Deshalb müssen wir füreinander beten und Kontakte zueinander aufbauen.

publiziert am 6. Dezember 2003




Die Frontseite von ref-sh.ch zeigte zur Publikationszeit folgenden Einstieg:

Englisch in Löhningen

Pfr. Damian Brot

Weihnachten auf Englisch - und noch viel mehr

Löhningen ist erstaunlich international - besonders in der Weihnachtszeit. Eine Adventsfeier auf schwedisch und eine englischsprachige Weihnachtsfeier am Samstag vor dem vierten Advent zeugen davon. Besonders die englischsprachigen Angebote sind Pfr. Damian Brot und seiner Frau Janet wichtig.

Er berichtet von der English Bible Group und hat ein Interview geführt mit Richard Davis, Pfarrer der International Protestant Church Zurich, der die Bibelgruppe angegliedert ist. Diese englischsprachige Gemeinde und ihr Pfarrer sind hier weniger bekannt - aber sie haben viel zu bieten.
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