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Die Synode beschloss wortlos "das Konkordat" - was ist das? Haben die Synodalen eine Katze im Sack gekauft? Am 19. Juni gab es keine Wortmeldung, als es um die Zustimmung zum neuen Konkordat ging. Das Konkordat regelt die Ausbildung der Gemeindepfarrpersonen. Ein wahrlich wichtiges Thema für das Gemeindeleben. ref-sh.ch fragte nach bei Pfr. Dr. phil. Andreas Heieck (Gemeindepfarrer Schaffhausen-St.Johann, Ausbildungspfarrer). Er ist Mitglied der Konkordatsprüfungsbehörde. Werner Näf
"Das Konkordat" ist ein Zusammenschluss von reformierten Kirchen, die sich um die Ausbildung der Pfarrpersonen kümmert (Grundlegende Information siehe Kasten). Jetzt steht eine grosse Änderung an. Neu wird klar zwischen universitärer und kirchlicher Ausbildung getrennt. Die Fragen an Andreas Heieck stellte Werner Näf. Die Synode hat wortlos dem
neuen Ausbildungskonkordat für Neu an diesem Ausbildungskonkordat ist zunächst, dass dessen Mitgliedkirchen die Ausbildung der Konkordatskonferenz übertragen. Diese wird dann auch die Mitglieder der verschiedenen Behörden (insbesondere Ausbildungs- und Prüfungskommission, Kommission zur Entwicklungsorientierten Eignungsabklärung und Rekurskommission) wählen. Neu ist dann auch die Struktur der kirchlichen Ausbildung. Neben das
Theologiestudium stellen die Kirchen ihre "Ausbildungsschiene",
die altes und neues verbindet: Diese "Bausteine", die noch in Beratung und Arbeit sind, verfolgen das Ziel, den Praxisbezug der Ausbildung zur Pfarrerin bzw. zum Pfarrer zu intensivieren. Dies ist für Theologie und Kirche nötig, um sich in einer immer differenzierteren Gesellschaft adäquat einbringen zu können. Kommt hinzu, dass die Handlungsfelder der Kirche heute und zukünftig manche Spezialisierungen erfordern, die in der bisherigen Ausbildung noch nicht speziell vorgesehen waren (z.B. Notfallseelsorge, Spiritualität im Alltag, Friedensarbeit u.a.). Und damit kommt in den Blick, wie sich der neue Ausbildungsmodus in den
nächsten Jahren in den Kirchen und Kirchgemeinden auswirken dürfte:
Die "neuen" Pfarrerinnen und Pfarrer werden schon von ihrer
Ausbildung her mit zahlreichen praktischen und theologisch reflektierten
Erfahrungen in den Beruf einsteigen; überdies werden sie ihre jeweiligen
speziellen Fähigkeiten auch über die Ortsgemeinde hinaus im
kirchlichen und gesellschaftlichen Leben einsetzen und so die christliche
Botschaft in ganz verschiedene Lebenswelten mit entsprechendem "Rüstzeug"
einbringen können. Damit dieses "Rüstzeug" immer wieder
aktualisiert werden kann, soll auch die berufsbegleitende Weiterbildung
jenseits der ersten fünf Amtsjahre neu strukturiert werden. Die Kirchen müssen mehr Anteile für die praktische Ausbildung der Pfarrpersonen übernehmen. Wird das teurer?
Über die Kosten dieser veränderten praktischen Ausbildung kann ich von meiner Seite her noch nichts sagen. In einer Finanzordnung wird die Konkordatskonferenz die anfallenden Kosten, die sicher zu reden geben, nach einem bestimmten Verteilschlüssel (wie bis anhin schon) zwischen den Konkordatskirchen aufteilen. Dadurch, dass gewisse Kosten wie etwa für die KPB entfallen, werden solche Mittel für das neue Konkordat frei. Gewiss aber werden die Konkordatskirchen darauf bedacht sein, die neuen Kosten in einem angemessenen Rahmen zu halten - schliesslich sind die Mittel beschränkt. In jedem Fall aber sollten meiner Meinung nach ausreichende Finanzmittel bereit gestellt werden, um den veränderten Anforderungen im Pfarrberuf gerecht zu werden - und dazu gehört eben auch eine angemessene und gute Aus- und Weiterbildung. Du bist Abgeordneter in die Konkordatsprüfungsbehörde und wirst mit der neuen Vereinbarung abgeschafft. Findest du persönlich, das neue Konkordat sei gut? Dass ich mit dem neuen Ausbildungskonkordat als Mitglied
der KPB "abgeschafft" werde, bedaure ich zwar, weil mir diese
Arbeit viel Freude gemacht hat. Aber die Erneuerung der Ausbildung ist
für mich unzweideutig nötig und sinnvoll. Nicht ganz glücklich
bin ich damit, dass die Kirchen nun bei der universitären Ausbildung
"aussen vor bleiben" - aber im Rahmen der einsichtigen europäischen
Neuordnung der Universitäts- und Hochschulausbildung kann das nicht
anders sein. Doch das neue Ausbildungskonkordat scheint mir dafür
mehr als nur ein guter Ersatz zu sein. Denn die Kirchen haben sich damit
die Aufgabe gestellt, zum Teil ganz neue Wege in der publiziert am 24. Juni 2003 |
Die Synode beschloss wortlos "das Konkordat" - was ist das?
Haben die Synodalen eine Katze im Sack gekauft? Am
19. Juni gab es keine Wortmeldung, als es um die Zustimmung zum neuen
Konkordat ging. Das Konkordat regelt die Ausbildung der Gemeindepfarrpersonen.
Ein wahrlich wichtiges Thema für das Gemeindeleben. ref-sh.ch fragte
nach bei Pfr. Dr. phil. Andreas Heieck (Gemeindepfarrer Schaffhausen-St.Johann,
Ausbildungspfarrer). Er ist Mitglied der Konkordatsprüfungsbehörde.
"Das Konkordat" ist ein Zusammenschluss von reformierten Kirchen, die sich um die Ausbildung der Pfarrpersonen kümmert Jetzt steht eine grosse Änderung an. Neu wird klar zwischen universitärer und kirchlicher Ausbildung getrennt. » alles » frühere Frontartikel