Kirche Lohn

Keltische Weihnacht

Lohn-Stetten-Büttenhardt - das tönt nicht so wahnsinnig nach Musikmetropole. In den Veranstaltungslisten von ref-sh.ch erscheint die Kirche Lohn aber immer wieder als Musikanziehungspunkt. ref-sh.ch hat die Ankündigung zur "keltischen Weihnacht" zum Anlass genommen, beim dortigen Pfarrer Hans Dürr nachzufragen..

Werner Näf (Gächlingen)

An Weihnachten spielt man Blockflöte. Und vielleicht noch Orgel. In Lohn allerdings hört man am vierten Advent Dudelsack, Gitarre, Hackbrett und Fiddle. Passt denn das?

Hans Dürr: In der Bibel kommen Harfen, Pfeifen und Pauken häufiger vor als Flöten und Orgeln. Die Musiker, die diesen Gottesdienst gestalten, sehen einen besonderen Reiz darin, alt-bekannte Weihnachtslieder mit irischen Instrumenten und alternativen Arrangements zu spielen, um das traditionelle Liedgut gerade dadurch zu neuem Leben zu erwecken. Und die Orgel samt den Flöten werden in Lohn an den anderen weihnachtlichen Gottesdiensten auch noch gebührend zum Zug kommen. Am 4. Advent aber sind irische Klänge angesagt, die Lieder allerdings kommen aus unseren Liederbüchern.

Der Abendgottesdienst heisst „Musik im Dornwald“. Warum? Im Untertitel steht: „keltische Weihnacht“.

Die Überschrift „Musik im Dornwald“ bezieht sich auf das schöne Weihnachtslied „Maria durch ein Dornwald ging“, das im Gottesdienst auch zu hören sein wird. Diese schöne, geheimnisvolle Legende bekommt durch die irischen Instrumente einen besonderen Zauber.
In diesem Gottesdienst geht es nicht um keltische Inhalte, sondern um uns bekannte Weihnachtslieder. Der Anlass ist kein Konzert, sondern ein Gottesdienst.

Lohn liegt zwar - von Gächlingen aus gesehen - etwas abseits. Aber ist das ein Grund, Musik zu spielen, die aus noch viel abgelegeneren Gegenden kommt? Warum Irland?

Wir veranstalten in Lohn regelmässig ausgefallene Konzerte mit Musikern aus aller Welt, die meist Folklore aus ihrem Heimatland spielen. Wir hatten u.a. bereits Ensembles und Solisten aus Irland, Venezuela, Mexiko, Ungarn, Russland, Norwegen und natürlich auch aus der Schweiz zu Gast. Lohn ist zwar abgelegen, aber unsere Dorfkirche bietet eine gute Akustik und solche musikalischen und menschlichen Begegnungen mit Künstlern aus anderen Ecken der Welt erweitern den Horizont und werden von vielen Dorfbewohnern als Bereicherung erlebt.

Wer besucht die Konzerte in der Kirche Lohn?

Zunächst sind das natürlich Menschen aus unseren drei Dörfern Lohn, Stetten und Büttenhardt. Die Konzerte kosten keinen Eintritt, wir sammeln am Ende lediglich eine Kollekte, damit auch ganze Familien zusammen diese Konzerte besuchen können, ohne dabei das Familienbudget allzusehr strapazieren zu müssen. Neben den einheimischen Konzertbesuchern kommen aber mehr und mehr auch Musikliebhaber aus der weiteren Region zu unseren Konzerten, was uns sehr freut und auch wieder schöne Begegnungen ermöglicht, oft auch in der Konzertpause oder nach dem Konzert im Dorfrestaurant.

Wer organisiert die Konzerte?

Die Kirchgemeinde Lohn-Stetten-Büttenhardt steht hinter den Konzerten, organisiert werden sie vor allem von mir. Da ich ein Liebhaber der keltischen Musik bin und über etliche Verbindungen nach Irland verfüge, haben die Konzerte oft irischen Charakter. Es kann aber durchaus auch mal ein ganz anderer Musikstil auf dem Programm stehen. Wichtig ist vor allem die Qualität und Originalität der Musik, auf die wir grossen Wert legen, dazu muss sie sich auch für ein Konzert in der Kirche eignen und die Künstler und Künstlerinnen sollen neben guter Musik auch Wärme und Ausstrahlung in die Kirche bringen. Ein Konzert in unserer Kirche soll immer ein schönes und frohmachendes Erlebnis für alle Sinne sein, damit man anschliessend glücklich und erfüllt nach Hause geht.

Sind auch 2003 Konzerte mit irischer Musik in der Kirche Lohn geplant?


Tommy Sands in Concert, Kirche Lohn. Hier ein Beispiel seiner Musik.
Ja. Am Sonntag, 19. Januar, um 17.30 Uhr wird die Irish-Folk Band „The Pint“ in Lohn aufspielen. Die Band kommt aus der Schweiz, die Musik aus Irland. „The Glue“ aus Basel kommt am Sonntag, den 23. März ebenfalls um 17.30 Uhr nach Lohn. Diese sechs jungen Männer bilden eine „boygroup“, die witzige, selbstgestrickte a-capella-Songs mit professioneller Bühnenpräsenz vortragen. Ein Genuss für Augen und Ohren! Und am Dienstag, 13. Mai, wird um 20.00 Uhr die vielleicht beste Zigeunerband Europas, „Opus 4“ aus Paris bei uns in Lohn zu hören sein. Die aktuellen Konzertinformationen bekommt man einfach und ausführlich unter der Website unserer Kirchgemeinde

publiziert am 11. Dezember 2002




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Lohn-Stetten-Büttenhardt - das tönt nicht so wahnsinnig nach Musikmetropole. In den Veranstaltungslisten von ref-sh.ch erscheint die Kirche Lohn aber immer wieder als Musikanziehungspunkt. ref-sh.ch hat die Ankündigung zur "keltischen Weihnacht" zum Anlass genommen, beim dortigen Pfarrer Hans Dürr nachzufragen.

An Weihnachten spielt man Blockflöte. Und vielleicht noch Orgel. In Lohn allerdings hört man am vierten Advent Dudelsack, Gitarre, Hackbrett und Fiddle. Passt denn das?

Hans Dürr: In der Bibel kommen Harfen, Pfeifen und Pauken häufiger vor als Flöten und Orgeln. Die Musiker, die diesen Gottesdienst gestalten, sehen einen besonderen Reiz darin, alt-bekannte Weihnachtslieder mit irischen Instrumenten und alternativen Arrangements zu spielen, um das traditionelle Liedgut gerade dadurch zu neuem Leben zu erwecken.      » alles     » frühere Frontartikel


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