www.ref-sh.ch Webreportage

Schaffhauser Kirchen sagen JA zur UNO

Was aus kirchlicher Sicht für einen UNO-Beitritt spricht - Die drei Landeskirchen im Kanton Schaffhausen zur Eidgenössischen Volksabstimmung vom 3. März 2002 über einen Beitritt der Schweiz zur UNO:

Pressemitteilung

Logo der UNO

Die dem eidgenössischen Souverän unterbreitete Frage, ob die Schweiz den Vereinten Nationen (UNO) beitreten soll, deckt sich mit zentralen Anliegen der christlichen Kirchen. Deshalb haben der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) und die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) die stimmberechtigten Kirchenmitglieder in einer gemeinsamen Veröffentlichung eingeladen, sich ernsthaft mit den Argumenten auseinanderzusetzen, die für einen UNO-Beitritt sprechen, und den persönlich getroffenen politischen Entscheid an der Urne auszudrücken. Die drei Schaffhauser Landeskirchen teilen die Überlegungen von SEK und SBK und verweisen auf folgende vier Punkte, die aus christlicher Sicht für ein Ja zum UNO-Beitritt der Schweiz sprechen:

  • Die Kirchen sind an der Ökumenischen Versammlung von Pfingsten 1989 in Basel die Verpflichtung eingegangen, sich für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Die UNO setzt sich für die gleichen Grundwerte ein.
  • Die Kirchen streben ein Gemeinwohl an, das alle Völker zu einer Gemeinschaft verbinden soll. Die UNO spielt in diesem Prozess eine zentrale Rolle, denn auch weniger begünstigte Staaten können hier ihre Interessen zur Geltung bringen und den Dialog über zu lösende Probleme in Gang bringen. Solidarität ist gefragt; deshalb soll sich die Schweiz auch innerhalb der UNO solidarisch erklären und ihre auf christlich-humanistischer Grundlage gewachsenen Werte in die Gemeinschaft der Völker einbringen.
  • Die UNO verfolgt als vordringliche Aufgabe die Erhaltung des Friedens und die Einlösung und Wahrung der verbürgten Menschenrechte: Weltweiter Friede und Achtung jedes Menschen als Geschöpf Gottes sind grosse Verheissungen der Bibel. Die UNO setzt sich für diese Grundwerte ein.
  • Die schweizerische Neutralität beinhaltet die Pflicht zu helfen, so, wie es das Gebot der Nächstenliebe fordert. Die Kirchen bekennen sich zu dieser Pflicht der Verteidigung von Opfern gerade staatlicher Gewalt und sozialer Ungerechtigkeit. Sie unterstützen deshalb die UNO, die gemäss ihrer Charta eingreifen muss, wenn Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen oder die Menschenrechte verletzt werden.

Die drei Schaffhauser Landeskirchen weisen darauf hin, dass sich die Zielsetzung der Vereinten Nationen, auf der Grundlage gemeinsamer Werte den Frieden, die Gerechtigkeit und die soziale Sicherheit in der Völkergemeinschaft zu fördern und zu sichern, grundsätzlich mit derjenigen der christlichen Kirchen und damit auch der unseren im Kanton Schaffhausen trifft. Christinnen und Christen glauben an den einen Gott. Deshalb engagieren sich die Kirchen für die gesamte Menschheit. Die UNO ist zwar unvollkommen und so gut oder schlecht, wie es die Welt auch ist. Aber die UNO ist die einzige Plattform, wo weltweit gemeinsam an Verbesserungen gearbeitet werden kann, wie es auch die Kirchen tun und als ihre Aufgabe ansehen.

Der Kirchenrat der Evang.-ref. Kirche des Kantons Schaffhausen: Silvia Pfeiffer
Das Dekanat der Römisch-katholischen Kirche des Kantons Schaffhausen: Albert Schneider
Der Präsident der Christkatholischen Kirche des Kantons Schaffhausen: Ernst Schuler

publiziert am 2. Februar 2002




Die Frontseite von ref-sh.ch zeigte zur Publikationszeit folgenden Einstieg:

zurück
weitere Frontseitenartikel