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Kronenhofkurs: Sterbehilfe - ein "heisses Eisen" Der Kronenhofkurs vom 10. und 17. und 27. Januar packt ein heisses Eisen an. Der Titel heisst genau: "Mensch, Herr über Leben und Tod - Sterbehilfe und Lebenssinn"
brutal aktuell. Das Thema "Sterbehilfe" ist wieder sehr aktuell. Im Dezember hatte der Nationalrat darüber diskutiert, und in der Stadt Zürich warf der Entscheid, Mitgliedern von Sterbehilfeorganisationen Zutritt zu Spitälern sowie Pflege- und Altersheimen zu gewähren, hohe Wellen. Das städtische Pfarrkapitel Schaffhausen zeigte Mut und beschloss, das Problem auch in Schaffhausen zur Debatte zu stellen: Im Rahmen des traditionellen "Kronenhofkurses". Tabu. Pfr. Andreas Heieck, einer der Kursorganisatoren, begründet die Themenwahl "Mensch, Herr über Leben und Tod - Sterbehilfe und Lebenssinn" jedoch nicht nur mit der politischen, sondern mit der gesellschaftlichen Aktualität. "Das Sterben wird zunehmend aus dem menschlichen Bewusstsein verbannt. Dazu können die neuen medizinischen und biotechnologischen Möglichkeiten das Leben mehr und mehr verlängern. Unsterblichkeitswahn schleicht sich ein, der Wahn, der Mensch könne sich zum Herrn über Leben und Tod aufschwingen." Doch dies sei ein Trugbild: "Es gibt den Tod, und niemand entgeht ihm. Darum ist es vonnöten, wieder mit dem Tod umzugehen zu lernen, statt ihn umgehen zu wollen." Der Kronenhofkurs 2002 will zu diesem Lernen beitragen. prominent.
Dem städtischen Pfarrkapitel ist es gelungen, eine ganze
Reihe prominenter Referenten zu gewinnen. Aber es wird auch für den
Kronenhof Ungewöhnliches angeboten. sinn-los? Am zweiten Abend (Donnerstag, 17. Januar, 20 Uhr, Saal des Hotels Kronenhof) geht es um die Frage, wie Leben angesichts von Krankheit und Tod - der Erfahrung von Sinnlosigkeit widerstehend - gestaltet werden kann (Vortrag des bekannten Zürcher Psychiaters und Philosophen Professor Dr. Gion Condrau). Ruhestand. Der dritte Abend (Donnerstag 24. Januar, 20 Uhr, im Saal des Hotels Kronenhof) bringt eine Diskussion, bei der es konkret um Sterbehilfe geht: Wie kann die Würde auch am Ende des Lebens gewahrt werden? Am Podium nehmen teil: Dr. Tina Meier Allmedinger, Oberärztin an der Psychiatrischen Klinik in Rheinau und Theologin, Dr. Kurt Müller, Chefarzt Geriatrie und Rehabilitation am Kantonalen Pflegezentrum Schaffhausen, Dr. Walter Schweizer, Chefarzt Chirurgie am Kantonsspital Schaffhausen, und der Zürcher Rechtsanwalt Ludwig A. Minelli, Generalsekretär der Sterbehilfeorganisation Dignitas. Ziel. Auf die Frage, was das Ziel des Kronenhofkurses 2002 sei, meint Pfr. Andreas Heieck: "Die mittelalterliche Tradition der "ars moriendi", der "Kunst des Sterbens", hat einst Menschen geholfen, schon mitten im Leben das Loslassen zu lernen… damit auch das letzte Loslassen gelingen kann. Über dieses so unendlich schwere Loslassen, oft mit unsäglichem Leiden verbunden, nachzudenken, laden wir zu diesjährigen Kronenhofkurs ein." publiziert am 5. Januar 2002 |